Vermisste Scarlett S. Bietigheimer organisiert ehrenamtlich die Suche

Von Petra Neset-Ruppert
Joschka Hackl unterstützt die Familie der vermissten Scarlett S. Immer wieder organisiert er Suchaktionen im Schwarzwald. ⇥ Foto: privat

Im September 2020 verschwand Scarlett S. im Schwarzwald. Per Facebook erfährt Joschka Hackl aus Bietigheim von dem Vermisstenfall und bietet der Familie seine Hilfe an.

Einen Menschen suchen, den man gar nicht kennt. Aufwändige Suchtrupps mit Hunden und ehrenamtlichen Helfern organisieren. Aufrufe mit der Bitte um Zeugenhinweise verteilen. All das hört sich nach anstrengender Polizeiarbeit an, doch das sind Aufgaben, die der Bietigheimer Joschka Hackl übernimmt. Ehrenamtlich sucht der 27-Jährige bereits seit mehr als einem Jahr nach der Vermissten Scarlett S. die am 10. September 2020 spurlos im Schwarzwald verschwand.

„Angefangen hat es wenige Tage nach dem Verschwinden von Scarlett als ich den Suchaufruf der Schwester auf Facebook in einem Wanderforum, wo ich auch selbst aktiv war, gelesen habe“, erzählt Hackl. Schnell seien die Kommentare unübersichtlich geworden und so bot er der Schwester an, eine eigene Facebookseite für die Suche  einzurichten. Seither organisiert er das Unterfangen.

Suche vor Ort und im Netz

Die Suche nach der Vermissten teilt sich in zwei Aufgabenbereiche auf: Zum einen müssen Beiträge in den Sozialen Medien erstellt und E-Mails beantwortet werden. Zum anderen wird auch vor Ort im Schwarzwald nach Spuren und Hinweisen gesucht. „Die Suche vor Ort ist das körperlich Anstrengende und auch  die Entfernung bis in den Südschwarzwald macht dies nicht wirklich einfach“ berichtet Hackl. Der Veranstaltungstechniker geht in seiner Freizeit gerne Wandern. „Mein Hobby hilft mir auch sehr bei der Suche. Man weiß wie man sich in der Natur und abseits des Weges richtig und vor allem sicher bewegt und man bringt die nötige körperliche Kondition für die Suche vor Ort in den Steilhängen mit.“

„Spur von Glück“

Dem Bietigheimer ist es wichtig, dass die ehrenamtliche Tätigkeit der Suche nicht überhand nimmt in seinem Alltag. Doch das ist nicht immer so einfach: „Man ist emotional mittlerweile sehr berührt von dem Vermisstenfall.“ Die Hoffnung diesen Fall aufzuklären, will der 27-Jährige trotz der bereits langen Zeit nicht aufgeben. Das Verhältnis zur Familie der vermissten Scarlett S. motiviert ihn weiterzumachen: „Man möchte einfach nur helfen diesen unendlichen Schmerz zu beenden und wir als Helfer sind alle überzeugt davon, dass wir Scarlett finden können. Wir brauchen einfach weiterhin tatkräftige Unterstützung bei der Suche, Zeugen die Scarlett gesehen haben wollen und einfach eine Spur von Glück um endlich Licht ins Dunkel zu bringen.“

Für die Suche sei es wichtig, dass noch mehr Menschen von diesem Fall erfahren. Das Helferteam hofft auf Hinweise von Zeugen, die etwas Auffälliges wahrgenommen haben, dass die Suchteams vielleicht zu einer neuen Spur bringen könnte. Hackl hofft auf viele Menschen, die am 10. September 2020 zwischen Todtmoos und Wehr oder zwischen Wehr und Stühlingen unterwegs waren sich und sich bei ihm melden. „Denn die Hoffnung ist noch groß, dass in einem zufälligen gemachten Video oder Bild, Scarlett im Hintergrund zu sehen ist“, erklärt der Bietigheimer.

Info Von seiner Suche berichtet Hackl heute Abend in der Landesschau des SWR-Fernsehens um 18.45 Uhr. 

 
 
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