Vertreterversammlung der VR-Bank Neckar-Enz erstmals in Schriftform Dividende bleibt vorerst ausgesetzt

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Der Sitz der VR-Bank Neckar-Enz in Besigheim. Die genossenschaftliche Bank bleibt trotz Corona-Virus optimistisch. Ihre Bilanzsumme ist um 6,6 Prozent gestiegen.⇥ Foto: Helmut Pangerl

Die Vertreter der VR-Bank Neckar-Enz folgen den Empfehlungen der Bankenaufsicht und verschieben die Entscheidung in das vierte Quartal. Marion Mohn ist neue Vorsitzende des Aufsichtsrates.

Die Zustimmung zum Jahresabschluss, die Entlastung, die Wahlen in den Aufsichtsrat und alle anderen Beschlüsse: Sie alle wurden bei der Vertreterversammlung der VR-Bank Neckar-Enz ausschließlich in schriftlicher Form vorbereitet und gefasst. Das geht aus der Mitteilung der Bank zur Vertreterversammlung hervor. Danach stimmten die Vertreter   dem Jahresabschluss und der Verwendung des Gewinns mit eindeutiger Mehrheit zu und entlasteten darüber hinaus Vorstand und Aufsichtsrat jeweils einstimmig.

Die vier Aufsichtsratsmitglieder Andrea Notz, Jürgen Bäuerle, Dr. Jörg Frauhammer und Jürgen Scholz wurden mit großer Mehrheit wiedergewählt. Der bisherige Aufsichtsratsvorsitzende Martin Schmid stand aus persönlichen Gründen nicht mehr zur Wiederwahl. Er begleitete die VR-Bank Neckar-Enz jahrelang mit außerordentlichem Engagement und war insbesondere für den Erfolg der beiden letzten Verschmelzungsvorhaben mitverantwortlich, würdigt die Bank die Tätigkeit Schmids. Herbert Mayer und Wolfgang Fessler schieden altersbedingt aus dem Aufsichtsrat aus.

Aus dem Kreis der Aufsichtsräte wurde die bisherige stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Marion Mohn aus Besigheim im Rahmen einer Aufsichtsratssitzung als neue Vorsitzende gewählt. Die Stellvertretung übernimmt fortan Dr. Karlin Stark aus Freudental. Die Wahl des zweiten stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden fiel auf Jens Bröllos aus Kirchheim.

Die Corona-Pandemie hatte unmittelbare Folgen für die Beschlussfassung der Gewinnverwendung. Die deutsche Bankenaufsicht hat gegenüber allen Banken die dringende Empfehlung ausgesprochen, bis mindestens Herbst 2020 auf die Auszahlung einer Dividende für 2019 zu verzichten. Alle großen Banken kündigten daher inzwischen an, für 2019 entweder gar keine Dividende auszuschütten oder die Beschlussfassung hierüber in den Herbst 2020 zu verschieben.

Diese Regelung gilt auch für den Sektor der Genossenschaftsbanken. Deswegen hat die VR-Bank entgegen der in den Mitgliederversammlungen getroffenen Ankündigung beschlossen, die Entscheidung über eine Dividendenauszahlung in das vierte Quartal 2020 zu vertagen. Für Ende des Jahres plant die VR-Bank eine außerordentliche Vertreterversammlung, die wie gewohnt ablaufen soll, sofern es die Umstände bis dahin erlauben. Dort soll über die Dividende, den Zeitpunkt ihrer Auszahlung sowie den Vortrag auf neue Rechnung beraten und hierüber Beschlüsse gefasst werden.

Trotz schwieriger Rahmenbedingungen durch Niedrigzins und Regulatorik habe die VR-Bank ihren Wachstumskurs im Jahr 2019 fortgesetzt, teilt sie weiter mit. Die Bilanzsumme stieg um 6,6 Prozent auf 1,89 Milliarden Euro und sei damit deutlich höher ausgefallen als geplant. Die Erhöhung sei im Wesentlichen auf Volumenzuwächse im Kredit- und Einlagengeschäft zurückzuführen.

Das Kreditvolumen stieg im Jahr 2019 um rund 64 Mio. Euro auf insgesamt 1093 Mio. Euro. Die Kundeneinlagen stiegen um 7,6 Prozent auf 1508,1 Mio. Euro. Der Provisionsüberschuss lag im Jahr 2019 mit 11,9 Mio. Euro rund sechs Prozent über dem Vorjahreswert. Die ambitionierten Vertriebsziele wurden somit um 1,1 Mio. Euro übertroffen.

Der Zinsüberschuss ist mit 31,66 Mio. Euro drei Prozent niedriger als im Vorjahr. Dies sei auf das anhaltende Zinstief zurückzuführen, wodurch insbesondere die Margen aus dem Kundeneinlagengeschäft und die Erträge aus den Eigenanlagen rückläufig waren. Im Vergleich zum Vorjahr konnte der Verwaltungsaufwand um 200 000 Euro reduziert werden. Die VR-Bank gehe  trotz des Einflusses der Corona-Krise und den ungewissen Zukunftsaussichten mit einem starken Ergebnis und Optimismus in das neue Geschäftsjahr.

 
 
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