VfB Tamm hat mit 08-Neuzugängen einiges vor Mit Oberliga-Assen hoch hinaus

Von Andreas Eberle
Die Sportliche Leitung des VfB Tamm präsentiert stolz die neuen Spieler, hinten von links: Fußball-Chef Andreas Sagert, Tim Reich, Duc Thanh Ngo, Pascal Hemmerich und Spielleiter Harald Kalmbach. Vorne von links: Trainer Alfonso Garcia, Tom Vahldiek, Pierre Williams und Coach Franco Buono. Foto: Oliver Bürkle

Der A2-Ligist VfB Tamm bekommt zur neuen Saison prominente Verstärkung vom FSV 08 Bietigheim-Bissingen. Die Spieler Ngo, Reich, Williams und Hemmerich folgen ihrem Ex-Trainer Garcia. Von Andreas Eberle

Zum zweiten Mal binnen sieben Wochen ist der VfB Tamm in aller Munde – zumindest in der regionalen Fußball-Szene. Anfang März präsentierte der in der Kreisliga A2 kickende Verein mit Ex-Profi Alfonso Garcia einen renommierten Trainer als zusätzlichen Übungsleiter. Am Dienstag wurde nun öffentlich, dass ihm zur neuen Saison auch vier gestandene Oberliga-Akteure folgen werden: Die Abwehrspieler Duc Thanh Ngo (28), Tim Reich (32), Pierre Williams (32) sowie Mittelstürmer Pascal Hemmerich (30) wechseln vom FSV 08 Bietigheim-Bissingen in die Nachbarschaft zum VfB (die BZ berichtete). Dazu kommt das 19-jährige Torwart-Talent Tom Vahldiek.

Kein Goldesel in Tamm

Man könnte vermuten, dass sich an der Asperger Straße, wo die Schwarz-Weißen beheimatet sind, ein Goldesel niedergelassen hat. Aber weit gefehlt. „Bei uns gibt es nicht mal Fahrtgeld. Wir haben gar nicht die Möglichkeiten, unsere Spieler zu bezahlen. Höchstens ein paar neue Kickschuhe sind vielleicht mal drin“, versichert Spielleiter Harald Kalmbach. Finanzielle Anreize also Fehlanzeige.

Die höherklassigen Verstärkungen hat der aktuelle Tabellen­achte der A2 vielmehr einer glücklichen Fügung zu verdanken. Denn aus beruflichen und/oder privaten Gründen hatte das Quartett Ngo, Reich, Williams und Hemmerich beschlossen, ab dem Sommer kürzer zu treten. Allerdings wollten die langjährigen Oberliga-Kicker, die untereinander befreundet sind, auch nicht Knall auf Fall aufhören, sondern weiterkicken – und zwar gemeinsam und vor allem zum Spaß. „Der Aufwand in der Oberliga mit drei-, viermal Training in der Woche und mit Spielen am Wochenende, bei denen du dann acht Stunden unterwegs bist, ist uns mittlerweile einfach zu groß“, sagt Innenverteidiger Ngo, der mit Hemmerich auf selbstständiger Basis eine Marketing-Firma führt – neben ihren regulären Jobs, wohlgemerkt. „In der Verbands- oder der Landesliga wäre das Pensum ähnlich hoch gewesen, darum war klar: Wenn wir runtergehen, dann nach ganz unten“, ergänzt Hemmerich und betont: „Das war unsere Entscheidung. Es ist nicht so, dass wir bei 08 aussortiert worden wären.“

Da der frühere Bissinger Trainer Garcia den Weg vorgezeichnet hatte, lag ein Einstieg in Tamm nahe. Zumal „Alfo“ sich beim VfB intern für die vier Nullachter stark gemacht hatte – nicht nur aufgrund ihrer fußballerischen Qualitäten, sondern auch ihren menschlichen. „Die Jungs sind voll in Ordnung. Ich bin mir sicher, wir werden in der neuen Saison alle miteinander viel Spaß haben“, sagt der 52-jährige Spanier, der die Mannschaft in der kommenden Runde gemeinsam mit dem bisherigen Trainer Franco Buono coacht. Als Vorbereitungsstart steht bereits der 17. Juli fest. Spätestens dann sollen auch die derzeit noch verletzten Williams (Innenbandriss im rechten Knie) und Reich (Handbruch) wieder fit sein.

Die Tammer Ambitionen liegen derweil auf der Hand: Der Aufstieg in die Bezirksliga Enz/Murr soll her. „Alles andere wäre nicht glaubwürdig“, sagt Abteilungsleiter Andreas Sagert und denkt sogar noch ein bisschen weiter: „Auf Dauer ist die Landesliga das Ziel. Aber erst müssen wir Schritt eins machen, dann sehen wir weiter.“

Sagert zufolge haben bereits alle bisherigen Kicker für die Spielzeit 2022/23 zugesagt. Zuletzt war auch noch der frühere Bissinger Kapitän und Mittelfeldmann Oskar Schmiedel ein Thema gewesen. „Aber das hat nicht geklappt“, sagt der 61-jährige Abteilungsleiter. Weitere externe Verstärkungen schließt er nun aber aus: „Wir wollen schließlich schon Tamm bleiben.“

 
 
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