Virustest im Krankenhaus Corona-Teststelle: In zwei Minuten ist alles erledigt

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Der Weg zur Corona-Teststelle am Ludwigsburger Krankenhaus (rechts) ist sehr gut ausgeschildert.  Zu sehen ist eine Testperson auf dem Weg in das Krankenhausgebäude. Die Tests finden direkt hinter den Türen statt.⇥ Foto: Martin Hein

Beim Krankenhaus in der Kreisstadt Ludwigsburg ist eine Corona-Teststelle eingerichtet.

Eins vorneweg: Nur wer vom Arzt einen Test verordnet bekommt, wird an der Corona-Teststelle beim Ludwigsburger Krankenhaus auch getestet. Die erste Anlaufstelle ist nach wie vor der Hausarzt. Dieser entscheidet, ob ein Corona-Test vorgenommen werden muss. Ausschlaggebend sind dafür immer noch die für eine Corona-Infektion typischen Symptome wie beispielsweise Fieber und trockener Husten sowie der Kontakt mit einem Infizierten.

Sollte ein Test für notwendig erachtet werden, wird dem Patienten vom  Gesundheitsamt in Ludwigsburg eine exakte Uhrzeit an der Corona-Teststelle zugeteilt, mit dem Hinweis, diese Uhrzeit unbedingt einzuhalten. Das Auto könne man im Parkhaus unterstellen.  Wo die Teststelle ist? Alles sei von dort aus gut ausgeschildert, heißt es.

Eine Exakte Uhrzeit wird vorgeschrieben

Es ist nasskalt und nieselt leicht, eigentlich ein recht trostloses Wetter. Schon auf der Fahrt nach Ludwigsburg sind die Straßen wie leergefegt. Sonst ist um die Mittagszeit am Sonntag wesentlich mehr Verkehr. In Bietigheim-Bissingen sind kaum Passanten zu sehen. Falls doch, sind nie mehr als zwei Personen unterwegs. Die Ausgangsbeschränkungen scheinen von der Bevölkerung akzeptiert zu werden. An der Straße in Eglosheim informiert ein Schild am Straßenrand: „Gemeinsam gegen Corona: Hände waschen!“. Auch hier kaum Autos auf der Straße.

Es ist keine Menschenseele zu sehen

Dieser durchaus beklemmende Eindruck verstärkt sich beim Ludwigsburger  Krankenhaus. Sonst ist hier ein Gewusel an Besuchern, Patienten sitzen normalerweise vor dem Eingangsbereich. Am Sonntag – nichts, keine Menschenseele zu sehen. Das Parkhaus auffallend leer. Bereits auf dem ersten Parkdeck sind jede Menge freie Parkplätze. Weit und breit kein Mensch.

Beim Verlassen des Parkhauses das erste Hinweisschild: Gelb, mit schwarzer Schrift weist ein Pfeil den Weg zur Corona-Teststelle. Hinweisschilder auf denen steht, dass ein genereller Besucherstopp besteht, hängen direkt daneben. Beim nächsten Hinweisschild ist die „Corona-Teststelle“ an der Notfallaufnahme bereits zu sehen. Es herrscht eine gespenstische Atmosphäre. Auf dem Boden sind Abstandsmarkierungen aufgeklebt, rot-weiße Bänder begrenzen den Weg zu einem aufgestellten Container, daneben steht ein Feuerwehrfahrzeug. Links ein Ständer mit Desinfektionsmittel mit der Aufforderung „Aktion saubere Hände – Bitte desinfizieren Sie ihre Hände“. Am Container müssen sich die Testpersonen anmelden. Sonntags wird von 12 bis 16 Uhr getestet, unter der Woche von 10 bis 16 Uhr.

Security-Mitarbeiter, jeweils mit Mundschutz und Handschuhen, stehen am Ein- und Ausgang. Sie achten penibel auf das Einhalten des Abstandes. 1,5 Meter sollen es mindestens sein. Geduldig reihen sich die Testpersonen dort ein. Es herrscht eine beklemmende Stille, keiner spricht. Am Container verlangen, durch eine Plexiglas-Scheibe geschützte Mitarbeiter die Krankenkassen-Karte.

Den Testpersonen wird ein Teströhrchen mit Aufkleber ausgehändigt, die Telefon-Nummer abgefragt und die Testperson auf einer Liste überprüft. Eine junge Frau, vielleicht 25 bis 30 Jahre alt soll getestet werden. Ihr Freund darf nicht mit rein. Er muss vor der Absperrung warten, ein Security-Mitarbeiter weist ihn an, den Abstand zu anderen Personen zu beachten.

Am Eingang in das Krankenhausgebäude wird man von Pflegepersonal in Schutzkleidung und mit Maske empfangen. Auch dort wird die Krankenkassen-Karte nochmals verlangt. Dann darf man sich setzen. Eine Ärztin, ebenfalls komplett in Schutzkleidung, nimmt die Teststäbchen aus dem Röhrchen und macht die Abstriche einmal im Rachen und einmal in der Nase. Die Ärztin informiert die Testperson, dass man in drei bis vier Tagen telefonisch Bescheid bekommt. Solange möge man bitte zuhause bleiben.

Eine beklemmende und gespenstische Atmosphäre

Die  Prozedur dauert keine zwei Minuten. Die junge Frau hat den Test jetzt hinter sich, läuft unsicher auf ihren Freund zu und – weint. Das ganze sterile Prozedere, diese beklemmende, gespenstische Atmosphäre, all das war wohl etwas zu viel für sie. In wenigen Tagen wird auch bei ihr angerufen.

Bei der Ausfahrt aus dem Parkhaus hängt ein Schild mit der Aufschrift „Gute Besserung“. Auf der Rückfahrt fällt ein Transparent am Grotz-Tunnel in Bissingen auf: „Stark bleiben in Bi-Bi“.

 
 
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