Vogelwelt in Sachsenheim Die Rückkehr von Meister Adebar

Von Bigna Fink
Ein Storch, der auf einem Mobilfunkmast am Sportplatz in Horrheim sein Nest gebaut hat und nun brütet. Foto: /Martin Kalb

Störche sind wieder vermehrt in der Gegend zu beobachten, die Brutzeit beginnt.

In der Nähe des kleinen Hohenhaslacher Sees, auf den Wiesen, wo auch der Kirbach Richtung Großsachenheim fließt, scheinen sich Störche wohl zu fühlen. Hier beobachten Anwohner, Passanten und Ornithologen immer wieder diese großen Vögel, die in den 1980er Jahren noch auf der roten Liste der gefährdeten Tiere standen, und „seit etwa 20 Jahren wieder bei uns deutlich mehr werden“, wie Christoph Kaup, weiß.

„Meist etwa ein bis acht Störche sind dort in den Wiesen ab Februar zu sehen“, berichtet der Nabu-Vorsitzende von Sachsenheim, der in Hohenhaslach wohnt. Denn hier gebe es viel Feuchtigkeit und deshalb auch viel Futter, wie etwa Regenwürmer, zu finden.

Die meisten sind wohl „Tripsdriller“

„In dem beschriebenen Wiesengebiet habe ich auch schon auf der Durchfahrt immer wieder Weißstörche bei der Nahrungssuche beobachten können“, berichtet Stefan Bosch, Fachberater für Ornithologie und Vogelschutz im Nabu-Landesverband Baden-Württemberg. Besonders auf dem Herbstzug gen Süden sei die Ecke Hohenhaslach-Gündelbach-Schützingen-Lienzingen beliebt und werde auch von weit gereisten Störchen frequentiert, sagt der Fachkundige aus Sternenfels. „In der Zugzeit können es auf den Wiesen bei Hohenhaslach schon mal 30 Störche sein“, beobachtet auch Christoph Kaup.

Aus dem Erlebnis- und Wildpark Tripsdrill bei Cleebronn stammen wohl die meisten der Störche, so die Einschätzung der lokalen Ornithologen. Stefan Bosch über eine Beobachtung in Hohenhaslach: „Ich hatte auch Ringe abgelesen, dabei handelte es sich meistens um Störche, die in Tripsdrill beringt worden waren.“ Auch Birger Meierjohann, der bis Ende 2023 Pressesprecher in Tripsdrill war und seither der Storchenbeauftragten des Landes, Judith Opitz, ab und an beim Storchen-Monitoring in der Umgebung aushilft, sagt: „Ich bin mir sehr sicher, dass es sich bei den in Hohenhaslach beobachteten Störchen um Brutvögel aus der in Tripsdrill wild vorkommenden Kolonie handelt, die für die Nahrungssuche auch einiges an Kilometern fliegen können.“

Die Wiesen um den Hohenhaslacher See liegen gerade einmal fünf Kilometer südwestlich von Tripsdrill. „Genau wie die Tripsdriller Störche auf Nahrungssuche ins Zabergäu fliegen, können sie auch über den Stromberg nach Freudental, wo man sie auch oft sieht, oder nach Hohenhaslach fliegen“, so Meierjohann. „Ich selbst habe letztes Jahr bei einem kleinen Trupp Störche auf einer Streuobstwiese zwischen dem Alleenfeld und Kleinsachsenheim auch schon einen ‚Tripsdriller’ identifiziert.“ Von einem Brutplatz in Hohenhaslach wissen die Ornithologen nichts.

Nest auf dem Mobilfunkmast

„Aktuell sind im Landkreis Ludwigsburg folgende Brutplätze bekannt: Horrheim, Ludwigsburg-Monrepos, Blühendes Barock, Freiberg am Neckar-Geisingen“, so Meierjohann. Das dortige Brutpaar habe zwischendurch auch einmal im Pleidelsheimer Wiesental gebrütet.

Aktuell befinden sich die großen weiß-schwarzen Vögel mit den langen Beinen und dem langen Schnabel, die auch Adebare (vom Germanischen abgeleitet für Glücksbringer) genannt werden, in der Brutzeit. Auch die Storchpaare, die sowohl innerhalb als auch außerhalb des Parks Tripsdrill ihre Nester hätten, seien am Brüten, wie es von Seiten des Parks bestätigt wird.

Ein Storchenpaar hat sich wie im vergangenen Jahr in Vaihingen-Horrheim auf einem Mobilfunkmast mit einem großen Nest niedergelassen. Damals seien dort, wie Nabu-Vorsitzender in Vaihingen, Lothar Grau, meldet, überdurchschnittlich viele, nämlich vier Storchenküken geschlüpft, von denen drei überlebt haben.

 
 
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