Vogelzählung Eichelhäher und Amsel stehen besonders im Fokus

Von
In letzter Zeit wurden hierzulande vermehrt Eichelhäher gesichtet.⇥ Foto: Uwe Mollenkopf

Es findet wieder die jährliche Zählaktion „Stunde der Wintervögel“ statt. Der örtliche Nabu beteiligt sich mit einer Aktion.

Von Freitag bis Sonntag, 10. bis 12. Januar, ruft der Naturschutzbund (Nabu) die Bevölkerung bundesweit wieder dazu auf, eine Stunde lang Vögel zu zählen. Die „Stunde der Wintervögel“ sei Deutschlands größte wissenschaftliche Mitmachaktion und finde bereits zum zehnten Mal statt, teilt der Nabu Baden-Württemberg dazu mit. Die dabei gesammelten Daten seien für Vogelschützer äußerst wertvoll, weil sie Aufschluss über den Zustand der heimischen Vogelwelt geben.

Dass es mit diesem weniger gut bestellt ist als in früheren Zeiten, kann auch Ulrich Hirsch, der Vorsitzende des Nabu Bietigheim-Bissingen, bestätigen. Er frage immer wieder bei der Monatsrunde des Ortsvereins nach den Beobachtungen der Mitglieder, und dabei sei schon ein gewisser Rückgang festgestellt worden.

Schließlich werde auch ein Rückgang der Insekten beklagt, so Hirsch zu den Ursachen, und von diesen ernährten sich viele Vögel. Es gebe zudem weniger Samen, und das habe auch mit den Monokulturen auf den Feldern zu tun, meint der Nabu-Vorsitzende. Er verweist insbesondere auf den großflächigen Maisanbau.

Von der Zählaktion am Wochenende verspricht sich der Nabu genauere Erkenntnisse zum Vogelbestand. Aufgrund der bisher sehr milden Winterwitterung rechnet der Fachbeauftragte des Nabu auf Landesebene, der Ornithologe Dr. Stefan Bosch, eher mit geringen Vogelbeständen in den Gärten. „Ohne Schnee und Eis finden die Vögel in den Wäldern und in der freien Landschaft noch Futter oder sind gleich in ihren nördlicheren Brutgebieten geblieben.“ Von besonderem Interesse sei, wie viele Amseln gesichtet werden. Daraus lasse sich erkennen, ob sich deren Bestände nach der Usutu-Epidemie des Sommers 2018 erholt haben.

Treffpunkt Enzbrücke

Mit Spannung werden laut Bosch in diesem Jahr Meldungen von Eichelhähern erwartet. Diese Art dürfte derzeit besonders häufig zu sehen sein, da es im Herbst einen außergewöhnlich starken Einflug von Eichelhähern aus dem Norden und Osten Europas gab, so der Nabu. Auch der Bietigheim-Bissinger Nabu-Vorsitzende Ulrich Hirsch berichtet, dass er am Brachberg in Richtung Besigheim oft Eichelhäher sehe. Weitere Vögel, die jetzt im Winter auf Bietigheim-Bissinger Gemarkung zu beobachten sind, seien beispielsweise Kohl- und Blaumeise, Kleiber oder Rotkehlchen.

Zur Stunde der Wintervögel veranstaltet der örtliche Naturschutzbund ein Treffen am Sonntag, 12. Januar, um 14 Uhr an der Enzbrücke am Kronenzentrum. Wer lieber allein zählen will, kann dies am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park tun.

Und so geht’s: Man beobachtet eine Stunde lang die Vögel und meldet die Ergebnisse dem Nabu. Von einem ruhigen Beobachtungsplatz aus wird von jeder Art die höchste Anzahl notiert, die im Laufe einer Stunde gleichzeitig beobachtet wird. Online kann man das Ergebnis bis zum 20. Januar melden. Für telefonische Meldungen ist am 11. und 12. Januar von 10 bis 18 Uhr die kostenlose Rufnummer (0800) 11 57-115 geschaltet, teilt der Nabu mit.

Landesweit haben sich im vergangenen Jahr nach Auskunft des Naturschutzbundes rund 13 000 Vogelfreunde beteiligt und mehr als 336 000 Vögel gezählt. Der Haussperling ist langjähriger Spitzenreiter. Eine weitere Zählaktion veranstaltet der Nabu im Frühling.

Rund 550 Nistkästen inspiziert

Zu den Aktivitäten des Nabu Bietigheim-Bissingen zählen nach Auskunft des Vorsitzenden Ulrich Hirsch die regelmäßigen Nistkastenaktionen. 2019 wurden rund 500 Nistkästen gereinigt, repariert, ergänzt und die Bewohner dokumentiert. Das findet auch im Rahmen des Sommerferienprogramms statt. Einmal im Monat treffen sich die Mitglieder zu Monatsrunden, in denen auch über das Auftauchen und Verschwinden von Vogelarten berichtet wird. Darüber hinaus werden vogelkundlichen Führungen veranstaltet.

www.stundederwintervoegel.de

 
 
- Anzeige -