Volleyball-Playoffs Fans peitschen die Barock Volleys zum Serien-Ausgleich

Von Niklas Braiger
Kein Vorbeikommen an Jan Huber. Die Nummer 5 der Barock Volleys wird am Ende zum MVP gewählt. Foto: /Martin Kalb

Eine tolle Kulisse verhilft den Ludwigsburgern zum Heimsieg im Viertelfinale gegen Friedrichshafen. Damit geht die Serie in das entscheidende Spiel drei.

Angetrieben von über 1000 Fans in der ausverkauften Rundsporthalle liefern die Barock Volleys Ludwigsburg im vielleicht letzten Heimspiel der Saison noch einmal eine Gala-Vorstellung. Der Aufsteiger zeigt im zweiten Spiel des Playoff-Viertelfinals der Volleyball Bundesliga gegen den VfB Friedrichshafen eine überragende Mannschaftsleistung und gewinnt dank einer taktischen Meisterleistung am Ende mit 3:1. Somit gleichen die Männer vom Neckar die Best-of-Three-Serie wieder aus, am Mittwoch kommt es nun also zum alles entscheidenden dritten Spiel am Bodensee.

„Die Stimmung ist in der Rundsporthalle super, es war ein super geiles Spiel zu spielen, es hat richtig Spaß gemacht, weil es von beiden Seiten auf hohem Niveau war“, lobt Jan Huber, der nach der Partie zum MVP gekürt wird, sowohl die Gegner, als auch die Kulisse. Die insgesamt 1312 Zuschauer – davon zahlreiche Fans des VfB – werden von Barock Volleys mit Spielwitz begeistert. Im ersten Satz bekommen die Hausherren erst einmal lange nicht die eigenen Aufschläge durch, so geht es zu Beginn im Gleichschritt, ehe die Gäste beim 12:9 die erste Auszeit von Barock Volley-Coach Hasse Mattila erzwingen.

Die Huber-Faust macht’s

Und danach wendet sich das Blatt. Huber, Nyherowo Omene und Tim Köpfli schweißen innerhalb von wenigen Punkten allesamt Asse in die gegnerische Hälfte, Friedrichshafen tut sich in der Annahme mit der tiefen Decke in der Rundsporthalle schwer. Die Aufschläge hat Matilla extra vor der Partie trainieren lassen, was fruchtet. Philipp Hermann verrät nach der Partie: „Man hat es gesehen. Entweder Hero oder Zero.“ Von dieser geballten Power wirken die Häfler überrumpelt, arbeiten sich aber noch einmal von 16:20 auf 21:22 heran. Doch angeführt von Huber und seiner schon jetzt ikonischen Huber-Faust, der zum Satzball einen Punkt in die gegnerische Zone „reinhubert“, geht der erste Abschnitt mit 25:21 an die Gastgeber.

Friedrichshafen scheint nun in Schockstarre, in Durchgang zwei bekommen sie kaum einen Fuß gesetzt. Beim 11:5 wirken die Gäste komplett aus dem Konzept, als es sogar zum Streitgespräch und zur Rudelbildung am Schiedsrichterturm kommt. Davon lassen sich die Ludwigsburger aber nicht beirren, nachdem alles wieder geklärt ist, machen sie genau da weiter, wo sie aufgehört haben. Huber ist weiterhin in Top-Form und sorgt am Ende für das 25:18 und damit die Entscheidung.

Nach der längeren Pause scheint sich der VfB dann aber besser eingestellt zu haben. Den Barockstädtern merkt man nach und nach auch die kurze Rotation an. Denn während die Gäste immer wieder neue Männer auf die Platte bringen, vertraut Matilla das gesamte Spiel über auf Tomi Saarinen, Tim Köpfli und Omene, Kapitän Ben-Simon Bonin bekommt nur für einen Aufschlag von Mika Dornheim mal kurz eine Verschnaufpause. Lediglich Libero Jeffrey Klok wechselt sich immer wieder mit Herrmann und Huber ab.

Barock Volleys am Limit

„Uns ist da ein bisschen die Puste ausgegangen. Man hat gesehen, dass es eine anstrengende Saison war. Auf der anderen Seite haben wir in den ersten zwei Sätzen auch einfach enorm gut die Aufschläge getroffen“, erklärt Huber. So gelingt es den Gastgebern dieses Mal nicht, sich ein Polster herauszuspielen. Stattdessen ist der VfB im Fahrersitz und dreht einen zwischenzeitlichen 12:15-Rückstand wieder auf 19:19. In der Crunchtime des dritten Satzes behalten die Häfler dann den kühlen Kopf und bringen mit einem Block den Abschnitt am Ende mit 25:22 nach Hause.

Im vierten Satz schwankt das Momentum letztlich munter von links nach rechts. Anfang setzen sich die Gäste wieder mit 5:8 ab, der MTV wirkt müde. Doch dann zieht die Matilla-Sechs wieder auf 14:12 davon. Entschieden ist die Partie aber noch lange nicht, der VfB stemmt sich mächtig gegen die Pleite. In der Schlussphase kommt dann aber der Ludwigsburger Spielwitz zurück und so behalten die Hausherren auch beim 22:21 und 24:23 die Ruhe.

Letzter Schlag landet im Aus

Einen letzten Aufschlag von Corey Chavers lassen Klok und Bonin passieren und spekulieren darauf, dass der Ball im Aus landet. Nach Ansicht der Videobilder entscheiden die Unparteiischen, dass Klok und Bonin ein gutes Auge bewiesen haben. Kontrovers aus Sicht der Gäste, die mit der Entscheidung nicht einverstanden sind. Doch die Wertung steht, Ludwigsburg gewinnt den Satz mit 25:23 und damit das Spiel mit 3:1.

Ludwigsburg Friedrichshafen3:1

Barock Volleys MTV Ludwigsburg: Herrmann (10), Dornheim, Huber (13/MVP), Bonin (11), Köpfli (10), Saarinen (3), Omene (26), Klok.

VfB Friedrichshafen: Cacic (8), Peter (12), Kunstmann (14), Graven, Hobus (15), Batak (6), Böhme (3), Habermaas, Kohn, Chavers, Van Huizen (7),

Sätze: 1:0 (25:21), 2:0 (25:18), 2:1 (22:25), 3:1 (25:23). Schiedsrichter: Mirco Till (München), Patrick Burkart (Reichertshofen). Zuschauer: 1312.

 
 
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