Von der Gemeinde-Sause zum Stadtfest: Tamms erstes Fest als Stadt

Von Susanne Yvette Walter
Am Samstagabend spielte beim Stadtfest in Tamm die Band „Safir“. ⇥ Foto: Martin Kalb

Tamm feiert sich als jüngste Stadt Deutschlands mit vielen Freunden.

Dieses Wochenende geht hierzulande in die Geschichte ein: Die Gemeinde Tamm wurde zur Stadt erhoben und feierte das zwei Tage lang ausgiebig bei Kaiserwetter und Sonne satt auf dem Marktplatz.

Abgeordnete, Landrat und eine große Delegation aus der österreichischen Partnergemeinde feierten begeistert mit und hoben zum Fassanstich am Samstagnachmittag ihr Glas auf den historischen Moment. Das erste Stadtfest in Tamm – auf diese Premiere folgt die nächste: Zum ersten Mal seit 40 Jahren haben der Musikverein Tamm und die Musikgemeinschaft Harmonie Tamm-Hohenstange gemeinsam ihre Notenständer aufgebaut und bespielten den Marktplatz mit vereinten Kräften. „Wir sind Stadt!“ unter diesem Motto mobilisierte Tamm alle Kräfte und feiert das ganze Wochenende.

Ehrenamtliche aus 20 Vereinen übernahmen die Bewirtung. „Bei uns sind heute alle Abteilungen dabei. Ich komme aus der Gymnastik, meine Kollegin aus dem Handball. Jeder engagiert sich hier“, erzählte Roswitha Bauer aus Tamm. „Ich bin stolz auf meine Bürger, dass sie sich hier so einsetzen“, erklärte Bürgermeister Martin Bernhard.

Zum Festauftakt am Samstagnachmittag wurde es feierlich. Fünf Fahnenschwinger des Musikvereins Tamm nahmen ihre Plätze vor der Bühne ein und hielten auch die Fahne der Partnergemeinde Althofen in Österreich hoch, denn die Delegation von dort ist groß. Neben Bürgermeister Walter Zemrosser und Altbürgermeister Alexander Benedict waren neun Feuerwehrleute aus der Partnergemeinde gekommen, darunter Urgestein Michael Nispel, der „heuer 74 Jahre bei der Feuerwehr ist“. Er war einer der heimlichen Stars beim Festakt.

Doch auch ganz junge Althofener pflegten gemeinsam Brauchtum und den Partnerschaftsgedanken mit Tamm. „Wir treiben die alten Geister aus der Stadt und aus den Menschen. Wir haben Felle und Masken an und symbolisieren die Reinigung. Die Raunächte haben ja diese Bedeutung und das geht mit dem einher“, erklärte Sandra Zechner aus der Partnergemeinde.

Die Stadterhebnung zeigte Magnetwirkung: Landtagsabgeordnete Silke Gericke war gekommen. Sie half maßgeblich beim Prozess der Stadtwerdung, ließ Bürgermeister Bernhard wissen: „Heute sind wir die jüngste Stadt Deutschlands.“ Landrat Dietmar Allgaier bewies seine Schlagfertigkeit beim Faßanstich. „An mir soll es nicht liegen. Die letzten zwei mal ist alles gut gegangen. Der Hammer ist nicht nach hinten geflogen und nass wurde auch keiner“, witzelte der Tammer Schultes und betonte: „Zur Stadt erhoben zu werden ist eine große Ehre. Am 11. März hatten wir den offiziellen Festakt unter Coronabedingungen gefeiert. Heute ist es ihr Fest, liebe Bürger. Sie alle prägen das Bild der Stadt Tamm. Wir Tammer sind bekannt für herausragendes ehrenamtliches Engagement.“

Dreimal folgte dann der Schlachtruf „Wir sind Stadt“ und Bürgermeister Bernhard ging das Herz auf. „Dankeschön, das tut gut“, schmunzelt er. Abends gab es eine fulminante Lasershow, die Band „Safir“ stürmte die Bühne. Am Sonntag feierte die Festgemeinde zusammen einen ökumenischen Gottesdienst und freute sich über Tanz, Shows und Livemusik. Abends setzte ein großes Konzert der Musikvereine samt Fanfarenzug den Schlusspunkt unter das Festwochenende. „60 Musiker alle zusammen“, erklärte Fahnenschwinger Klaus Baumgart.

 
 
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