VR-Bank Ludwigsburg Aufsichtsrat in neuer Besetzung

Von Michael Soltys
Die Vertreterversammlung der VR- Bank Ludwigsburg fand im Kronenzentrum statt. Im Bild der Vorstand (von links): Frank Kraaz, Vorstandsvorsitzender Timm Häberle und Heiko Herbst. Foto: /Oliver Bürkle

In lockerer Form ging die Vertreterversammlung der VR-Bank Ludwigsburg im Bietigheimer Kronenzentrum über die Bühne. Die Bank zahlt vier Prozent Dividende für 2023.

Unterhaltung, Information, Eigenwerbung, Formalien – die Vertreterversammlung der VR-Bank Ludwigsburg bot am Dienstagabend eine Mischung aus allem. Infotainment eben, wie es neudeutsch heißt. Von der Leinwand herab sprach ein junger Mann namens „VRanz“ ein wenig steif die Vertreter im voll besetzten Kronenzentrum in Bietigheim an und führte durch die Versammlung. Es war ein durch Künstliche Intelligenz erzeugtes Wesen, das die Vorträge der drei Vorstände und des Aufsichtsrates teils mit geschickt platzierten Fragen unterbrach. Kurze Filme über die Ereignisse des Jahres 2023, über aktuelle Veränderungen im Landkreis, über das interne Geschehen in der Bank und über die Kontakte zu jungen und alten Mitgliedern lockerten die Vorträge auf. Im Foyer konnten sich die Vertreter an Plänen über die Bauvorhaben der Bank informieren, die in Marbach und Kornwestheim ab 2025 die alten Filialen durch neue ersetzen möchte.

Vertrauen immer wertvoller

Künstliche Intelligenz ist eine Technik, mit der sich die VR-Bank befassen muss, machte Vorstandschef Timm Häberle in seinem Vortrag deutlich: als politische und gesellschaftliche Veränderung aber auch als technische Herausforderung für die Bank selbst. Sie kann falsche Bilder und falsche Nachrichten produzieren, die nur schwer als Fälschung zu erkennen sind. Vertrauen werde deshalb immer wertvoller, schlug Häberle den Bogen zur Bank, sie sei das „absolut höchste Gut der VR-Bank von Beginn an“. In das laufende Jahr sei die Bank wirtschaftlich erfolgreich gestartet, sie werde ihre Ziele erreichen, versicherte der Vorstandschef.

In diesem locker und unterhaltsam gehaltenen Umfeld stimmten die Vertreter der Bank per Handzeichen über die Verwendung der Jahresabschlüsse ab, entlasteten Vorstand und Aufsichtsrat und nahmen den Prüfbericht des Bayrischen Genossenschaftsverbandes zur Kenntnis. Der Aufsichtsrat wird künftig in neuer Besetzung tätig sein (siehe Info-Kasten). Alle Abstimmungen erfolgten einstimmig. Damit ist auch die Höhe der Dividende klar: Die VR-Bank zahlt ihren Mitgliedern für das Jahr 2023 vier Prozent Dividende auf die Geschäftsguthaben, das sind in Summe 3,7 Millionen Euro. Für 2022 hatten sich die Mitglieder noch mit zwei Prozent zufriedengeben müssen.

Kreditgeschäft steigt langsam

Das Geschäftsergebnis gibt diese Steigerung her. Das wurde an den Geschäftszahlen deutlich, die Vorstandsmitglied Heiko Herbst in aller Kürze vortrug, da sie schon im Januar bekannt gegeben worden waren. Der Jahresüberschuss liegt bei 6,9 Millionen Euro.

Die Kundeneinlagen stiegen um 1,9 Prozent auf 7,46 Milliarden Euro. Neue Kredite konnten in Höhe von 509 Millionen Euro vergeben werden, das Kreditgeschäft stieg insgesamt um 0,3 Prozent auf 4,2 Milliarden Euro. Die Bank hatte mit den stark steigenden Zinsen zu kämpfen. Während ihre eigenen Kosten deshalb stark stiegen, gingen aus laufenden Kreditverträgen mit niedrigen Zinsen vergleichbar geringe Einnahmen ein. Wegen des Rückgangs der Bautätigkeit und weil die Bank keineswegs Wachstum um jeden Preis anstrebe, habe die Bilanzsumme nicht gesteigert werden können. Das erklärte Thilo Mundinger, der Vorsitzende des Aufsichtsrates auf Rückfrage eines Vertreters.

Rekord bei Bausparverträgen

Das Baugeschäft stagnierte zwar, doch die Bank konnte Bausparverträge in Höhe von 200 Millionen Euro vermitteln, ein Rekordwert. Diese Zahlen erläuterte Frank Kraaz, der im Vorstand für den Vertrieb zuständig ist. In seinem Vortrag wurde auch deutlich, welchen Wert die Bank auf den Kontakt zu jungen Kunden legt. Sie wurden separat zu Veranstaltungen in die große Klimt-Ausstellung in Ludwigsburg eingeladen, deren Sponsor die VR-Bank ist, und dort über die Chancen des Investierens informiert. Im Herbst werden 40 junge Menschen ihre Ausbildung bei der Bank beginnen.

Für die Bank ist auch klar: Nach Corona ist das Bargeld nicht mehr im alten Umfang gefragt. Immer mehr Kunden ziehen es vor, mit Kredit- oder EC-Karten zu bezahlen.

 
 
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