Wahlanalyse in Bietigheim-Bissingen SPD im Bietigheimer Rathaus vorn

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Stimmabgabe im Rathaus Bietigheim.⇥ Foto: Helmut Pangerl

Wie die Analyse der Wahlergebnisse in der Stadt zeigt, gibt es in den Stadtteilen unterschiedliche Favoriten. Im Bissinger Rathaus dominierten die Grünen. Insgesamt lief’s für CDU weniger schlecht.

Bekanntlich haben die Bietigheim-Bissinger Stadtteile ein reges Eigenleben. Wie ein Blick auf das Wahlergebnis bei der Bundestagswahl zeigt, schlägt sich dies auch auf die Vorliebe für einzelne Parteien nieder. Bei einer Wahlbeteiligung von 77,6 Prozent lag die CDU in der Stadt zwar insgesamt vorn, jedoch nicht in jedem Wahlbezirk.

Beispiel Wahlbezirk Bietigheimer Rathaus: Hier konnten sich nur 13,2 Prozent der Wähler (Zweitstimmen) für die CDU erwärmen, hingegen lag die SPD mit 26 Prozent vorn. Auch die Grünen (21 Prozent) schnitten gut ab.

Ganz anders zeigt sich das Bild im Siedlerheim Sand. In diesem Wahlbezirk wählten die Bürger mehrheitlich CDU (rund 26 Prozent), die SPD landete bei 17,7, Prozent, auf Rang drei kam die FDP mit 17 Prozent. Die Grünen erhielten hier 15,2 Prozent, überdurchschnittlich punkten konnte die AfD mit 13,7 Prozent.

CDU stark in Buchschule

Auch im Wahlbezirk Schule im Buch war die CDU am beliebtesten, kam sogar auf 27,8 Prozent. Ganz anders dagegen die Lage im Wahllokal Schule Metterzimmern: Hier schnitt die SPD mit 28,8 Prozent stark ab.

Nochmals ganz anders stellt sich die Lage im Rathaus Bissingen dar. Hier landeten die Grünen mit 21,3 Prozent auf Platz eins, gefolgt von SPD (19,6) und CDU (16,8). Die Linke kommt hier knapp über fünf Prozent. Bemerkenswert auch der Wahlbezirk Kita Entenäcker, ebenfalls in Bissingen. Hier erreichte die FDP mit über 20,5 Prozent der Stimmen Rang zwei, hinter der CDU mit 26,2 Prozent.

Blickt man auf das gesamte Stadtgebiet von Bietigheim-Bissingen und das Abschneiden der Parteien und Kandidaten, so ist festzustellen, dass die CDU wie im gesamten Wahlkreis Neckar-Zaber auch hier Federn lassen musste, aber immer noch stärkste Partei blieb. Bei den Zweitstimmen erzielte sie 24,3 Prozent, gegenüber der Bundestagswahl 2017 (30,8 Prozent) ist das ein Minus von 6,5 Prozentpunkten. Der Verlust ist aber schwächer als im gesamten Wahlkreis Neckar-Zaber, wo das Minus bei den Zweitstimmen fast 8 Prozent beträgt.

Schaut man auf die Erststimmen, zeigt sich, dass der neu gewählte CDU-Kandidat Fabian Gramling in Bietigheim-Bissingen mit 30,8 Prozent der Stimmen deutlich besser abschnitt als seine Partei und auch besser als im Wahlkreis (25 Prozent). Verglichen mit dem Ergebnis seines Vorgängers Eberhard Gienger von 2017 (37,2 Prozent) musste er zwar ein Minus von 6,4 Prozent hinnehmen. Aber auch dieses ist geringer als im gesamten Wahlkreis, wo der Verlust 9,6 Prozent beträgt. Somit muss die CDU in Bietigheim-Bissingen insgesamt zwar kleinere Brötchen backen, musste aber etwas weniger starke Verluste hinnehmen.

Für die SPD liegen die Erst- und Zweitstimmenergebnisse an Enz und Metter ziemlich nah beieinander. Die Partei kam auf 22,2 Prozent (2017: 16,9), der Bewerber Thomas Utz auf knapp 21,7 Prozent (21). Damit ist aus dem Erststimmenvorsprung, den Utz 2017 noch hatte, ein kleines Minus geworden. Insgesamt konnte die SPD in Bietigheim-Bissingen wie überall bei den Zweitstimmen zulegen (plus 5,3 Prozent), wenn auch nicht ganz so stark wie wahlkreisweit (5,8 Prozent).

Noch dichter ist bei den Grünen in Bietigheim-Bissingen der Abstand von Erst- (18,05 Prozent) und Zweitstimmen (18,17). Für sie ging es auch in Bietigheim-Bissingen gegenüber 2017 weiter nach oben. So lag das grüne Zweitstimmenergebnis 2017 noch bei 15 Prozent, das Erststimmenergebnis (damals mit Catherine Kern, jetzt mit Lars Schweizer) bei 14 Prozent. Die Grünen waren in Bietigheim-Bissingen bei Erst- und Zweitstimme auch besser als im Wahlkreisdurchschnitt (15,7 Prozent).

Mehr zur Bundestagswahl: Das detaillierte Ergebnis im Kreis Ludwigsburg

Stimmensplitting bei der FDP

Typisch für die FDP ist ein ausgeprägtes Stimmensplitting, das sich auch in Bietigheim-Bissingen zeigt. Bewerber Marcel Distl, der selbst keine Chancen auf einen Einzug in den Bundestag hatte, holte bei den Erststimmen 11,3 Prozent, seine Partei kam über die Zweitstimme hingegen auf fast 18,2 Prozent. Distl konnte damit sein persönliches Ergebnis gegenüber 2017 (8,6 Prozent) um 2,7 Prozent steigern, das der Partei (2017: 14,4) verbesserte sich um 3,8 Prozent. Auch im Vergleich mit dem Wahlkreisergebnis – die FDP kam in Neckar-Zaber auf ein Zweitstimmenergebnis von 16,6 Prozent – schnitten die Liberalen in Bietigheim-Bissingen überdurchschnittlich ab.

Die AfD kam in Bietigheim-Bissingen auf 9,6 Prozent der Zweitstimmen, ein Minus von 3,1 Prozent gegenüber 2017 (12,7 Prozent).  Das Erststimmenergebnis des Bundestagskandidaten Marc Jongen (9,4) ist nur geringfügig niedriger. Die AfD steht damit etwas schwächer als im gesamten Wahlkreis Neckar-Zaber (10,1 Prozent der Zweitstimmen) da.

Die Linke blieb deutlich unter fünf Prozent. Bei den Zweitstimmen erreichte sie 3,2 Prozent, bei den Erststimmen konnte Kandidatin Emma Weber nur 2,7 Prozent verbuchen. Offensichtlich wurde auch hier teilweise gesplittet, wie bereits 2017. Damals erreichte die Linke bei den Zweitstimmen 6,3 Prozent, bei den Erststimmen konnte der damalige Kandidat Walter Kubach 5,3 Prozent verbuchen.

 
 
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