Wald in Sachsenheim Kirbachschüler pflanzen Bäume

Von Michaela Glemser
Förster Theo Wöhr ist es wichtig, dass die Kinder lernen, den Wald wertzuschätzen. Mit den neu Flatterulmen  werden Sturmschäden behoben. ⇥ Foto: Michaela Glemser

Sachsenheimer Mädchen und Jungen pflanzen bei Hohenhaslach im Wald am Baiselsberg gemeinsam mit Förster Theo Wöhr 130 Setzlinge.

Gekonnt setzt Sophia Kopp den Flatterulmen-Setzling in das Erdloch. Zuvor hat Förster Theo Wöhr mit dem Spaten ein Loch in den Waldboden gegraben.

„Die Flatterulme ist ein Baum, der mit dem Klimawandel und auch mit der zunehmenden Trockenheit sehr gut zurecht kommt. Sie ist eine heimische Art. Im Stromberg-Gebiet waren Bergulmen sehr weit verbreitet. Sie sind durch eine Pilzkrankheit in den 80er Jahren ausgerottet worden“, macht Förster Wöhr deutlich. Die Flatterulme ist für diese Pilzkrankheit weniger anfällig.

Neupflanzungen wegen Sturm

Auf einer Fläche von rund einem Hektar im Wald am Baiselsberg vor den Toren Hohenhaslachs hatte letztes Jahr der Sturm „Sabine“ schlimm gewütet. Viele Bäume sind dem Windbruch zum Opfer gefallen, sodass Förster Wöhr mit seinem Team Neuanpflanzungen vornehmen muss. Da traf es sich gut, dass Jane Fritscher, Lehrerin einer dritten Klasse an der Kirbachschule in Hohenhaslach, mit Förster Wöhr Kontakt aufnahm, da sie mit ihren Schülerinnen und Schüler Bäume pflanzen wollte. „Diesem Wunsch sind wir an der Sturmschadstelle am Baiselsberg gerne nachgekommen und haben neben den Flatterulmen-Setzlingen auch junge Traubeneichen für die Aktion mit den Kindern ausgewählt“, erläutert Wöhr, der mit den zweiten und dritten Klassen der Kirbachschule rund 130 junge Baum-Setzlinge in den Waldboden bringen will. Die Setzlinge sind etwa 50 bis 80 Zentimeter groß und werden von den Kindern mit einer Schutzhülle umgeben, um sie vor Wildverbiss zu bewahren.

Theo Wöhr hofft auf ausreichend Niederschläge, damit die Wurzeln der Setzlinge gut in den Waldboden eingeschwemmt werden. „Daher ist der Herbst auch besser für solche Pflanzaktionen geeignet. Strenger Frost allerdings wäre für die kleinen Wurzeln jetzt auch schädlich“, betont Wöhr. Die Schülerinnen und Schüler der Kirbachschule jedenfalls sind um das Wohlergehen der Bäume sehr besorgt. „Wir haben unsere Namen auf die Schutzhüllen für die Bäume geschrieben und werden sie auch im nächsten Jahr immer wieder besuchen, um zu schauen, wie sie wachsen“, erzählt Hannes Schmälzle. Förster Wöhr hält die Baumpflanzaktion für eine sehr wertvolle Erfahrung für die Kinder. „Sie sollen lernen, den Wald wertzuschätzen und erkennen, dass in der Natur nicht alles ganz so einfach ist.

Nach Sturm der Natur helfen

Den Mädchen und Jungen soll deutlich werden, dass bei so großen Schadereignissen die Natur nicht sich selbst überlassen werden kann“, unterstreicht Wöhr. Er will den Kindern verdeutlichen, dass Naturverjüngung durch Samen dabei nicht mehr funktioniert, denn schließlich hat der Sturm „Sabine“ auf dem Areal nahezu alle Bäume bis auf zwei Eichen schwer beschädigt.

„Das theoretische Verständnis der Kinder dafür, dass die Bäume uns Sauerstoff liefern, ist wichtig, aber erst mit der Praxis im Wald wird die Theorie vertieft“, so Förster Wöhr, der bei der Pflanzaktion mit der Kirbachschule von Katharina Obermeier vom Waldpädagogik-Team des Landkreises, vom Fortwirtschaftsmeister der Stadt Sachsenheim, Peter Wolß, sowie vom angehenden Forstwirt Alex Eisele und zahlreichen Eltern der Schüler unterstützt wird.

 
 
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