Walheim Bürgermeister aktiv in der Feuerwehr

Von Jonathan Lung
Ehrungen bei der Feuerwehr (von links): Kommandant Marko Horwath, Milan Erren, Bernd Merkle, Jannik Saussele und Bürgermeister Christoph Herre, das neueste aktive Mitglied in der Wehr. Foto: /Martin Kalb

Trotz schwieriger Randbedingungen, insbesondere beim Hochwasserschutz nicht nachlassen, das forderte Kommandant Marko Horwath bei der Hauptversammlung seiner Feuerwehr. 

Stark angespannte Haushaltslage, und eine schwierige internationale Situation – das sind die Rahmenbedingungen, die auch auf seine Feuerwehr in Walheim durchschlagen, so Kommandant Marko Horwath bei der Hauptversammlung am vergangenen Samstag.

Hochwassergefahr weiterhin nicht gebannt

Das Hochwasser 2024 lag zwar außerhalb des Rückblicks auf das letzte Jahr, den der Kommandant vornahm, doch es wirke noch immer nach und beschäftige die Feuerwehr: der damalige Einsatz wird intensiv aufgearbeitet. „Dieses Jahr sind wir zum Glück von so einem extremen Ereignis verschont geblieben“, so Horwath, der jedoch eindringlich vor der Gefahr eines neuen Hochwassers warnte. Auf keinen Fall dürfe man bei den Bemühungen um zukünftigen Schutz nachlassen, sagte er auch mit Blick auf die geplanten Beschaffung von zwei Hochwasserpumpen – hier sei man noch nicht recht vorangekommen.

„Wir müssen jetzt was tun“, stellt der Kommandant klar. „Starkniederschläge werden nicht weniger“, jedoch vergesse man den Schrecken des Hochwassers schnell, wenn die akute Gefahr vorüber sei. Aktuell würde ein erneutes Hochwasser noch die gleichen Folgen für Walheim haben wie vorletztes Jahr. Er rechnet mit zehn Jahren, bis alle notwendigen Maßnahmen erfolgt sind.

Da der Klimawandel alle Hilfsdienste beansprucht, sei die Errichtung des neuen Katastrophenschutzzentrums besonders wichtig. Hier werde alles mit kurzen Wegen verbunden, alle Dienste seien im Ernstfall unter einem Dach, so der Kommandant. Das sei „angesichts der politischen Lage dringend notwendig.“

32 Einsätze mit zwei spektakulären Verkehrsunfällen

Im vergangenen Einsatzjahr wurden 32 Einsätze verzeichnet, darunter zwei spektakuläre Verkehrsunfälle: Einmal stürzte ein Audi von der Fahrbahn den Hang hinab, blieb 80 Meter weiter auf dem Dach liegen, der Fahrer konnte sich zum Glück selbst befreien. Der zweite Unfall ereignete sich auf der B 27 bei dem Versuch, trotz Gegenverkehr zu überholen. Insgesamt zehn Mal rückten die Walheimer auch zur Überlandhilfe aus. Den Großteil der Einsätze bildeten aber die 17 Technischen Hilfeleistungen, kleinere und mittlere Brände gab es insgesamt fünf.

Für ihre Pflichten bekam die Feuerwehr auch neues Gerät: Ein ziviles Einsatzfahrzeug wurde im vergangenen Jahr umgebaut, das altes Fahrzeug verkauft – so entstanden keine Kosten für die Gemeinde. Um auch bei Stromausfällen handlungsfähig zu bleiben, wurde zudem ein Stromaggregat angeschafft. Eine gute Nachricht für das angebrochene Jahr kam letzte Woche: Das HLF 20, mit dessen Beschaffung man schon 2023 begann, kommt schon dieses Jahr.

Beim Personal sei man auf einem „sehr guten Stand“, so der Kommandant: 43 Mitglieder zählt seine Feuerwehr, sechs davon weiblich. Der Altersdurchschnitt liegt bei 38 Jahren. Und auch der Nachwuchs ist da: Zur Jugendfeuerwehr gehören zwölf Jugendliche, davon ein Mädchen. Insgesamt absolvierte die Jugendfeuerwehr zwölf Übungen.

Die Kinderfeuerwehr zählt insgesamt 39 junge Mitglieder. Zum Betreuerteam gehören auch drei pädagogische Fachkräfte. Im letzten Jahr standen ein Besuch der Drehleiter und des Rettungswagens an. Die Kinderfeuerwehr feierte 2025 auch ihr 15-jähriges Bestehen: als erste Kinderfeuerwehr in Landkreis und zweite im Land, für die man anfangs durchaus „belächelt worden“ sei, erinnert man sich noch gut.

Es sei ein „Segen für die Gemeinde, wenn sich Menschen so lange engagieren“, fand Bürgermeister Christoph Herre dann bei der Ehrung von Bernd Merkle und Milan Erren, die beide 40 Jahre aktiv in der Feuerwehr dienten.

Kommandant Marko Horwath selbst wurde in seiner 20. Sitzung als Kommandant für seine inzwischen 21 Jahre an der Spitze der Feuerwehr geehrt, er wurde 2005 gewählt. „In Walheim macht der Kommandant mit“, wusste sein Stellvertreter Steffen Wahl, bei der letzten Übung habe er ja auch „geschafft wie ein Bär“, an vorderster Front, das sei nicht selbstverständlich.

Bürgermeister Herr ab jetzt mit Melder im Rathaus

Zum Abschluss konnte der Kommandant auch ein neues Mitglied in der Feuerwehr begrüßen: Bürgermeister Herre selbst trat nach vorne und wird ab sofort die aktiven Abteilungen unterstützen, also mit dem Melder im Rathaus sitzen. Der Bürgermeister in der Feuerwehr, „das gibts in Baden-Württemberg nirgends. Aber wir sind hier in Walheim ja offen“ So freute sich Kommandant Horwath über einen bestens ausgebildeten Neuzugang, denn Herre war bereits in der Feuerwehr Bönnigheim aktiv. Neben der Leidenschaft für die Sache will er mit seinem Engagement auch ein klares politisches Zeichen setzen. Schon in seinem Grußwort früher am Abend betonte er: „Ehrenamt heißt nicht dass man Zeit hat, sondern dass man sich Zeit nimmt..“

 
 
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