Gefährlicher Schulweg in Walheim Fünf Jahre lang passiert nichts im Wohngebiet Haiglen

Von Gabriele Szczegulski
Der Fußgängerweg ist von der Straße im Falkenweg in Walheim für Autofahrer, die meist von der Firma Sioux kommen nicht einsehbar: Er befindet sich auf der linken Seite des Fotos, nach Mauer und Hecke. Foto: /Andreas Essig

Im Falkenweg endet ein Fußgänger- und Fahrradweg unübersichtlich mitten auf der Straße. Der Durchgangsverkehr wird immer stärker und ist eine Gefahr vor allem für Kinder. Die Gemeindeverwaltung reagiert nicht auf Anwohneranfragen.

Morgens um 7, mittags um 12 Uhr und nachmittags um 16 Uhr treffen im Falkenweg in Walheim zwei Gruppen von Menschen – Kinder und Autofahrer – an einem neuralgischen Punkt gefährlich aufeinander. Noch ist nichts passiert – noch, sagen die Anwohner Gegenüber des Hauses Falkenweg 2/4 gibt es einen Querweg durch das Wohngebiet für Fußgänger, Schulkinder und Fahrradfahrer. Von diesem Weg aus geht es direkt hinein in den Falkenweg. Bis 2017 war das kein Problem, doch dann wurde die bisherige Sackgasse zur Durchfahrtsstraße für Sioux-Mitarbeiter. Durch den Verkauf eines Geländes des Unternehmens musste das seither immer geschlossene Tor am Ende des Falkenwegs geöffnet werden, weil die Mitarbeiter, Zulieferer, Paketdienste sowie die Müllabfuhr sonst keine Zufahrt zur Firma mehr gehabt hätten. Damit wurde der kleine Weg, der sich hinter Mauern, Gebüsch und einem Carport versteckt, zur Gefahrenzone.

Keine Optimale Sicht für Passanten und Autofahrer

Denn sowohl vor allem die Schulkinder, die diesen Weg nach Hause nehmen als auch die Autofahrer haben keine optimale Sicht, um sich gegenseitig zu bemerken. Die Eltern der Kinder und andere Anwohner sahen die potenzielle Gefahr, dass Unfälle passieren können und gingen auf die Gemeindeverwaltung zu, sammelten Unterschriften, stehen bis heute Wache zu den neuralgischen Zeiten und kauften sogar Verkehrshütchen, um ihre Kinder vor der Gefahr herannahender – und oft zu schneller – Autos zu schützen.

Seit 2017 ist nichts im Falkenweg passiert

Sowohl der frühere Bürgermeister Albrecht Dautel als auch dessen Nachfolgerin Tatjana Scheerle versicherten den Anwohner, dass sie sich um Lösungen kümmern würden. Scheerle schlug vor, dort Umlaufbügel am Wegesende anzubringen, um zumindest die Fußgänger und Radfahrer abzubremsen. Sie sicherte auch zu, so sagen Anwohner, die namentlich nicht genannt werden wollen, im Gespräch mit der BZ, mit dem Landratsamt über die Einführung einer beruhigten Zone mit Tempo 20 zu verhandeln sowie einem Parkverbot im Falkenweg, der keine Gehwege hat. Nichts sei bisher passiert, so die Anwohner.

Im luftleeren Raum habe man sie hängen lassen. Auch nach mehrmaligem Nachfragen und der Versicherung durch Scheerle, sie kümmere sich, sei nichts passiert. „Muss erst was ernsthaft passieren?“, sorgen sich die Eltern um ihre Kinder. Gespräche mit den Mitarbeitern von Sioux hätten auch nicht wirklich was gebracht. Immer nach so einem Gespräch würden die Autofahrer vorsichtig an die Weggabelung heranfahren, „das hält zwei Tage, dann wird nicht mehr aufgepasst“, so eine Sprecherin der Anwohnerschaft.

Nicht nur Umlaufbügel sehen die Anwohner als Lösung für das Problem an, sondern auch eine Hürde vor dem Weg für Autofahrer und die Umwandlung des Falkenwegs in eine Spielstraße.

Wilhelm Weiss, derzeit in Vertretung der erkrankten Tatjana Scheerle stellvertretender Bürgermeister, nahm vor Kurzem an einer Verkehrsschau des Landratsamtes im Wohngebiet teil. „Der Falkenweg war aber da kein Thema“, so Weiss, der auf die Rückkehr der Bürgermeisterin, voraussichtlich seines Wissens nach in der kommenden Woche, verweist.

„Ich weiß, dass Anwohner Gespräche mit Frau Scheerle führten, aber nicht, ob etwas vereinbart wurde“, sagt Weiss. Vor fast drei Jahren sei die Gefahrensituation im Falkenweg im Walheimer Gemeinderat besprochen worden, die Verwaltung wollte sich damals um Entschärfung und entsprechende Vorschläge kümmern, sagt Weiss. Damals habe es auch eine Verkehrsschau vor Ort gegeben. Passiert, so die Anwohner, sei aber seit damals „rein gar nichts“.

 
 
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