Entspannte Beats schallen einem am vergangenen Samstagmittag von der Walheimer Neckarwiese entgegen, während daneben träge der Fluss plätschert und die Steilwand unter einem blauen Himmel aufragt. Ein entspannter Nachmittag, den mancher mit einem Glas lokalen Wein im Liegestuhl angehen lässt.
Walheim Wein, Musik und ganz viel Atmosphäre
Das „Sound of Taste Festival“ lockte zum zweiten Mal auf die Neckarwiese nach Walheim. Den Veranstaltern geht es darum, elektronische Musik mit Wein zu verbinden.
Doch die Ruhe trügt: begonnen hatte das „Sound of Taste Festival“ des Eventveranstalters Winzerbeatz fulminant, berichtet der zweite Vorsitzende des Besigheimer Vereins Fabian Marx. Am Freitagabend startete man nach dem Arbeitstag um 17 Uhr mit House und groovigen Sounds ins Wochenende, ein entspannter Ausklang der Woche. Um acht Uhr abends war Hochbetrieb, und dann blieben die meisten Besucher bis eins, freute sich der Veranstalter.
Im Wechsel zum Winzerfest
Am Samstag erwartete die Gäste ab 14 Uhr die gesamte Bandbreite elektronischer Musik, in der Nacht sollte erneut bis ein Uhr früh ausgelassen gefeiert werden. Der Sonntag des Festivals gehörte dann traditionell den Familien: Beim Familientag durften auch die Kleinsten einmal Bühnenluft schnuppern, es konnte mitgemacht werden: wie letztes Mal durften sie sich am DJ-Pult ausprobieren, die Nebelmaschine anwerfen und am Stand sprayen.
Hinterm Pult auf der Bühne erwarteten die Gäste am Wochenende bekannte Winzerbeatz-Residents wie Sergio Ercolino, E.M.C.K. und Jelox. Ergänzt wurde das Lineup unter anderem durch regionale DJs wie Depi DLX und Marc O‘Neil sowie den bekannten Stuttgarter DJ Soulstar, der als Special Guest mit dabei war.
Entstanden ist das Festival relativ spontan mit einem Stand beim Besigheimer Winzerfest, erinnert sich Veranstalter Marx, wo man erstmals überhaupt dort elektronische Musik und Bewirtung anbot. Daraus entwickelte sich Winzerbeatz als Veranstaltungsmarke. Vor zwei Jahren machte man daraus ein eigenes Festival, das im Wechsel zum Winzerfest stattfinden soll – dieses Jahr also zum zweiten Mal. Der Auftakt vor zwei Jahren war ein Überraschungserfolg, erinnern sich Veranstalter Marx und Steffen Schütz, erster Vorsitzender von Winzerbeatz: „Das war ein Schnellschuss. Wir wollten ein Festival machen, und da war zufällig die Wiese frei, da haben wir das quasi aus dem Ärmel rausgeschüttelt – und es wurde ein Megaerfolg.“ Das Altersspektrum der zahlreichen Besucher reichte von zwei bis 95 Jahren.
Dieses zweite Mal sind nun mehr Stände auf der Wiese – alles regionale Partner, unterstreicht Schütz, das ist ihnen wichtig. Vom Kuchen bis zu den DJs kommt alles aus der Region. Denn dafür steht das Festival, eben die regionale Verbindung von Klang und Geschmack, wie es schon im Namen steckt. Das Konzept aus Wein, qualitativem Essen und elektronischer Musik ist ein Erfolgsgarant, wissen die Veranstalter.
Finanziell auf Kante genäht
Von einem Erfolg sprechen die beiden, schon an diesem ersten Festival-Nachmittag: super Wetter, die gute Location, viele geduldige Nachbarn und zahlreiche Besucher mit bester Stimmung am ersten Abend stimmen optimistisch.
Finanziell ist das Festival Non-Profit: „Spitz auf Knopf“ komme man raus, erklärt Veranstalter Marx, der ausdrücklich bedauert, dass dieses Jahr ein geringer Eintritt nötig wurde. Aber sonst hätte das unentgeltlich arbeitende, gut 20-köpfige Team, bei dem auch der Nachwuchs und Familie mithelfen, noch draufzahlen müssen.
Wachsen ist nicht das Ziel, blicken Marx und Schütz in die Zukunft: einmal setze schon der Ort, die Neckarwiese, räumliche Grenzen. Vor allem wollen sie klein und schlank bleiben, ein lokales, familiäres Festival. Denn ein besonderes Festival müsse nicht riesig sein, sind sie überzeugt.
Stattdessen stehen Nähe, Qualität, die Bindung zur Region und gemeinsames Erleben im Mittelpunkt: „Wir wollen Atmosphäre schaffen, und das können wir hier: wenn es dunkel wird und die Bäume beleuchtet sind, ist das einfach schön.“
