Wasserschloss Sachsenheim Seit 75 Jahren ist die Stadt Schlossherrin

Von Markus Wirth
Das Wasserschloss von 1544 ist seit 1973 Dienstsitz des Bürgermeisters, seit fünf Jahren erstrahlt es frisch renoviert Foto: Martin Kalb

Bis das Wasserschloss der Verwaltung der Stadt diente, dauerte es einige Jahre.

Das Wasserschloss ist zweifelsfrei eines der Wahrzeichen Sachsenheims. Der ebenso trutzig wirkende wie doch filigrane Bau im Herzen der Stadt hat eine bewegte Vergangenheit hinter sich – und vor 75 Jahren begannen die Überlegungen, in dem repräsentativen Gemäuer von 1544 (dem letzten nennenswerten Umbau nach dem Brand zwei Jahre zuvor) die Stadtverwaltung unterzubringen.

Nach dem Krieg gehörte der ehemalige Sitz der Herren von Sachsenheim zunächst dem Landessportbund, dieser hatte aber bereits im April 1951 keine Verwendung mehr und bot es der Stadt zum Verkauf an. Zunächst war die Begeisterung über die Offerte recht überschaubar, der Gemeinderat konnte sich nicht durchringen, dem Kauf zuzustimmen. Als jedoch zur Diskussion stand, im Schlosspark ein Tierheim zu bauen, segnete das Ratsgremium die Pläne doch noch ab, sodass es im Juni 1951 zu Verhandlungen mit dem Sportbund kam. Zwei weitere Interessenten, darunter das Landratsamt, waren leer ausgegangen, so stand as Signal für die Stadt auf Grün, das Anwesen ging in den Besitz der Kommune über – nachdem das Hauptamt eine Soforthilfe über 30.000 Mark zugesagt hatte.

Da da alte Rathaus an der Hauptstraße dem prognostizierten, steigende Raumbedarf schon lange nicht mehr genügte und darüber hinaus renovierungsbedürftig war, stellte sich der Gemeinderat abermals hinter das Vorhaben, das Schloss gänzlich wieder instand zu setzen, das heißt, mit dem seit dem Brand 1823 fehlenden Südflügel. Im Dezember 1958 konnten dann die umfangreichen und mit 300.000 Mark veranschlagten Arbeiten beginnen, die Rohbauarbeiten waren im Frühjahr 1962, die finalen Arbeiten im Februar 1964 abgeschlossen.

Bis 1973 diente das Schloss der Verwaltung, bis es schließlich auch Sitz des Bürgermeisters wurde – was es heute, letztmalig zwischen 2016 und 2020 umfassend renoviert, auch heute noch ist. Markus Wirth

 
 
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