Weihnachten im Profisport So verbringen die Spieler die Festtage

Von Niklas Braiger
Jakob Vestergaard freut sich schon auf Weihnachten. Er reist zu seiner Familie nach Dänemark. Foto: Marco /Wolf

Für manche Sportler der Topteams im Kreis geht es zurück in die Heimat. Einige bleiben aber im Land.

Während die Fußballer in der Winterpause sind, kommen die anderen Profimannschaften im Kreis nicht in den Genuss einer freien Phase über Weihnachten. Doch wie sieht es bei den Spielerinnen und Spielern der Teams aus? Wie verbringen sie die Zeit zwischen den Jahren?

SG-Frauen frisch von der WM

Ein Großteil der Mannschaft von SG-Trainer Jakob Vestergaard ist gerade erst von der Handball-Weltmeisterschaft in Skandinavien zurückgekehrt. Am Zweiten Weihnachtsfeiertag geht es für die SG BBM Bietigheim allerdings schon wieder mit dem Ligabetrieb gegen den BVB weiter. Trotzdem gibt der Däne seinen Schützlingen eine kleine Verschnaufpause. „Ich glaube, dass jeder nach der WM ein bisschen Pause braucht. Deswegen haben wir am vergangenen Dienstag das letzte Training gemacht. Die Spielerinnen der WM haben eine komplette Woche frei, wir fangen am 25. Dezember wieder an.“

Dass es für die Ellentälerinnen bereits so zeitnah wieder weitergeht findet er nicht optimal, aber: „Wir brauchen auch im März und April noch eine Topleistung, da geht es nicht, wenn wir direkt ins Training einsteigen und keine Pause geben.“ In den freien Tagen reisen einige der Spielerinnen zurück in die Heimat. „Die Mädels haben nicht viele Möglichkeiten, um heimzureisen. Ich glaube, dass an Weihnachten viele zusammen mit ihrer Familie feiern“, berichtet der 48-Jährige. Auch ihn zieht es über die Feiertage in den Norden. „Ich reise nach Dänemark, am 24. fahre ich dann zurück nach Bietigheim.“

Riesen planen nichts zusammen

Auch Riesen-Trainer Josh King hat ein eng gestricktes Programm vor sich. „Es gibt hoffentlich gutes Essen, wir verbringen Zeit mit unseren Familien, aber es ist nicht wirklich Platz für eine Pause.“ Am Samstag steht die Auswärtsfahrt nach Braunschweig für die Ludwigsburger Basketballer an, ehe es am 27. Dezember dann zu Hause gegen Oldenburg geht. „Es ist schwierig. Wir kommen aus Braunschweig zurück und es ist Heiligabend, da haben wir sehr wahrscheinlich frei. Aber dann haben wir schon wieder das nächste Spiel“, sagt der US-Amerikaner. Ein feierliches Teamevent gibt es bei den Riesen nicht. „Wir geben den Jungs frei, damit sie am 24. Zeit mit ihrer Familie verbringen können. Aber am 25. Dezember treffen wir uns wieder und bereiten uns auf Oldenburg vor“, erklärt der Coach.

Noch weniger Zeit haben die Bietigheimer Handballmänner. Trainer Iker Romero und seine Schützlinge spielen am 23. Dezember gegen Hagen und reisen bereits am Zweiten Weihnachtsfeiertag zu den Eulen nach Ludwigshafen. „Wir haben keine Zeit, um zusammen Weihnachten zu feiern“, sagt Romero. Selbst an den Tagen an sich ist Training angesagt. An Heiligabend bekommen die Spieler morgens und vormittags die Gelegenheit, mit der Familie zusammen zu sitzen, nachmittags steht jedoch Training auf dem Plan.

Erst nach der Partie am Rhein gibt es für den Tabellenführer den verdienten Urlaub. „Wir fangen erst am 15. Januar wieder an, es sind also fast drei Wochen Pause“, berichtet der Spanier.

Steelers spielen jeden zweiten Tag

Auch für die Bietigheim Steelers steht alle Jahre wieder der Weihnachtsstress vor der Tür. „Wir sind es inzwischen gewöhnt. Als Profi bekommt man sowieso nicht allzu viel Urlaub. Deshalb ist jeder Tag, den wir frei haben, schön“, sagt Lewis Zerter-Gossage, Stürmer des DEL2-Teams. Die Steelers spielen zwischen den Jahren an fast jedem zweiten Tag, eine Möglichkeit, die Familie zu besuchen, gibt es keine.

Trotzdem kann sich der Deutsch-Kanadier auf die Festtage freuen: „Meine Familie kommt nach Weihnachten nach Deutschland. Sie waren schon sehr lange nicht hier, das wird sehr cool.“ Hinzu kommen seine Verlobte und sein Hund, mit denen er in diesem Jahr feiert. „Das ist etwas ganz besonderes. Letztes Jahr war ich in Berlin und sie sind nicht mitgekommen. Da gab es einige Momente, die sich nicht so besonders angefühlt haben, wie sie es hätten können.“  Niklas Braiger

 
 
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