Eine Menge bunter Stände unter dem blauen Himmel rund um das Bissinger Rathaus, Besucher, die bei dem spätsommerlichen Wetter von Stand zu Stand schlendern, sich einschenken lassen und sich auf den langen Bierbänken einrichten, während an den Essensständen schon Schweinenackensteaks auf dem Grill landen und Crêpes über die Theke gehen: So startete das 23. Bissinger Weindorf in den Samstagabend, den seines Finales.
Weindorf 100 Weine unter blauem Himmel in Bissingen
Das Weindorf fand zum 23. Mal in bewährter Tradition statt – und mit einigen Neuerungen: So gab es jetzt nur noch lokale Weine.
Am dritten Abend des Festss ist Veranstalter Marcus Sieger zufrieden: „Der Donnerstag war total verregnet“, aber der Freitag war sonnig, ebenso wie der Samstag, die beiden Hauptabende des Festes: „Bombenwetter“, das 1500 Gäste am Freitag und 2000 am Samstag anlockte. Die 1000 Sitzplätze, die man an den Bänken hat, waren voll. Samstags beginnt das Weindorf traditionell bereits um 17 Uhr, an den anderen beiden Tagen ging es später los.
Auf der Bühne bereitete sich am Samstag schon „Schimmelgefahr“ auf ihren Auftritt vor: die Newcomerband war das erste Mal beim Weindorf dabei.
Seit langer Zeit wieder dabei waren am Donnerstag die Rheinland-Pfälzer „Beat Brothers“: Elf Jahre ist es her, dass sie auf dem Bissinger Weinfest spielten, am Donnerstagabend war es dann endlich wieder so weit. „Das Weindorf war so ein bisschen die Plattform, wo sie sich einen Namen gemacht haben“, erinnert sich Veranstalter Sieger, danach hatte die Band weitere Auftritte in Bietigheim – und kam nun zurück. „Gute Erfahrungen“ habe man mit ihnen gemacht“, der Kontakt hielt über die Jahre, und nun kamen sie gerne wieder auf die Festbühne, berichtet er.
„Durchweg gute Unterhaltung“ bot am Freitag dann auch die den Gästen schon bestens bekannten Gruppe „Campus“, eine moderne Rock- und Pop-Coverband, bestätigt Sieger. Die Bandauswahl war somit ein Erfolg.
Akzeptable Preise
Verglichen mit den größeren Weinfesten, etwa in Stuttgart oder Ludwigsburg, ist für den Veranstalter in Bissingen der Charakter des Weindorfs als Vereinsfest ein Vorteil: Alle arbeiten ehrenamtlich, „deshalb können wir auch noch Preise anbieten, die akzeptabel sind.“ Zum Angebot gehört auch der Shuttle-Bus, der wieder gut genutzt wurde.
30 bis 40 Prozent der Gäste kommen auch aus dem Umfeld der drei Veranstaltervereine: FSV 08 Bietigheim-Bissingen, Musikverein Bissingen und Handball-Abteilung der Spvgg. Bissingen, schätzt Sieger. Bei den Ständen gab es in diesem Jahr Neuerungen: Die Weinstände der Firma Stärk und die Stromberg-Kellerei waren nicht mehr dabei, dafür waren die Anbieter Reichert aus Erligheim und Mayr aus Sachsenheim vertreten. Getränkehändler Kiesel war mit gleich zwei Ständen, Fürstenfass und Rolf Willy, vertreten. Rund hundert verschiedene Sorten Wein wurden so angeboten. Man wollte etwas Neues ausprobieren und konnte aus Platzgründen das Angebot nicht erweitern, erklärt Sieger die Auswahl der Händler: „Nachdem wir keinen Platz mehr haben, mussten wir sie rausnehmen.“
Auch neu in diesem Jahr: „Wir haben entschieden, dass wir keine internationalen Weine mehr nehmen“, so Sieger, „das werden wir auch so belassen, dass wir nur noch regionale Weine reinnehmen. Ich glaube, den internationalen Wein brauchen wir auch nicht.“ Die Region biete genug.
Achtköpfiges Team
Die Vorbereitungen beginnen Anfang des Jahres, die heiße Phase ist Juli und August. Eine gewisse Routine habe das achtköpfige Team nach so vielen Jahren Weindorf, erklärt Sieger, die Aufgaben werden aufgeteilt – er selbst macht das Organisatorische. Die Entscheidungen werden im Konsens getroffen.
Das DRK war dieses Jahr das das erste Mal zur Unterstützung bei Notfällen dabei, Straßensperren sicherten das Fest nun das dritte Jahre ab. Die Anzahl des Securitypersonals wurde erhöht, „um auf Nummer sicher zu gehen, wenn was sein sollte“, so der Veranstalter – Zwischenfälle gab es aber bis dato keine. Und so stand dem großen Finale des Weindorfs nichts im Wege.
