Für die Sorte Acolon gab es nur diesen Tag zur Lese und zur Annahme der Trauben“, sagt der Kellermeister der Weingärtnergenossenschaft Stromberg-Zabergäu, Thomas Eberbach. Zum ersten Mal müssen die Wengerter aus Bönnigheim und Umgebung ihre Trauben nach Brackenheim bringen. „Wir haben eine eingeschränkte Annahme zu späteren Terminen für Sorten mit großem Ertrag“, so Eberbach.
Weinlese im Kreis Ludwigsburg Die Wengerter sind sehr zufrieden
Die Lese in den Weinbergen hat begonnen. Das Wetter – Sonne, gute Temperaturen und genug Regen – war optimal für die Reife und die Qualität der Trauben.
Alle Kriterien für die Trauben sind gut ausgebildet
Am vergangenen Mittwoch haben die Mitglieder der WG Stromberg-Zabergäu mit der Acolon-Lese begonnen. „Die Trauben sind reif, sehr schön und haben ein gutes Mostgewicht“, so der Kellermeister. Genauso wie die anderen Sorten auch. Das Wetter, die Temperatur und der Regen zur richtigen Zeit seien für die Reife optimal gewesen, sagt Eberbach. Circa eine Woche früher als im Durchschnitt der letzten Jahre habe deshalb die Lese begonnen. Es folge der Schwarzriesling, weiter gehe es mit dem Portugieser. Alle Dornfelder-Trauben werden am kommenden Dienstag gelesen und in Brackenheim angenommen. Die Qualität der Trauben sei hervorragend, alle Kriterien seien gut ausgebildet, sagt Eberbach. Über die tatsächliche Menge der Trauben könne er zu diesen Zeitpunkt noch nichts sagen und die Quantität auch noch nicht einschätzen, dazu sei es zu früh, aber es sehe nach einer durchschnittlichen Menge an Trauben aus.
„Aufgrund des bisherigen Vegetationsverlaufs erwarten wir einen Spitzenjahrgang“, sagt der Kellermeister der Felsengartenkellerei Hessigheim, Sebastian Häußer. Grund: Der Reife- und Gesundheitszustand der Trauben sei aktuell hervorragend. Die Traubenreife liege zeitlich etwa eine Woche früher als im Vorjahr und „was wir bislang ernten und vinifizieren durften, schmeckt bemerkenswert gut“, so Häußer.
Am 20. August begann die Traubenernte für die Mitglieder der Felsengartenkellerei für Sektgrundwein aus den Rebsorten Pinot Meunier, Pinot Noir, Chardonnay und Muskateller. Mittlerweile wurden auch Sauvignon blanc, Grauburgunder und frühreife rote Rebsorten gekeltert.
Kommende Woche werden, so Häußer, hauptsächlich die Rebsorten Acolon, Cabernet Dorsa, Schwarzriesling, Spätburgunder und auch bereits Trollinger aus Steillagen gelesen und die Lese von weißen Rebsorten wird beginnen. „Vermutlich werden wir die Ernte bis 20. Oktober beendet haben“, sagt der Kellermeister. Die Traubenreife liege zeitlich etwa eine Woche früher als im Vorjahr. Die Felsengartenkellerei ist in diesem Jahr zum 15. Mal als „Beste Weingärtnergenossenschaft Deutschlands“ ausgezeichnet worden. „Deshalb gehen wir den Weg als Deutschlands Qualitätskellerei weiter. Im Rahmen der Unternehmensstrategie haben wir den Flächenanteil der gezielten Erzeugung höherer Qualitäten bereits im Weinberg nochmals ausgedehnt“, sagt Häußer.
Der Hohenhaslacher Privatwinzer Gerd Keller hat am Mittwoch mit der Lese begonnen. Und zwar in der Terrassenlage am Geigersberg in Ochsenbach mit der Rebsorte Regent. Am Donnerstag war dann der Spätburgunder dran. Keller presst seine Trauben selbst und zwar sofort im Anschluss an die Lese am selben Tag. „Die Trauben sind früh dran und sehr reif, haben hohe Mostgewichte“, sagt Keller. Der Regen in der letzten Zeit sei optimal gewesen, weil es auch dazwischen immer Sonnenschein gegeben habe. Die Beeren seien sehr vital und gesund.
Wunsch: ein paar noch kühlere Nächte
„Wenn es nun noch ein paar noch kühlere Nächte gibt, dann ist das perfekt, denn dann müssen wir auch nicht mit Fäulnis kämpfen“, so der Wengerter, der noch bis zu drei Wochen mit der Lese beschäftigt sein wird. Die Beeren seien „verrieselt“, also es gebe hauptsächlich „kleinbeerige Trauben“. Grund dafür sei die Hitze, die bei der Blüte im Frühjahr herrschte, sagt Keller. Aber, es gebe zwar kleinere Beeren und somit weniger Saft, aber dafür sei dieser sehr intensiv und geschmacklich „hervorragend“. 2025 gebe einen guten Jahrgang, wenn auch die Menge wohl nicht überdurchschnittlich, aber zufriedenstellend sein werde.
Der Erligheimer Wengerter Jörg Reichert hat schon vor einer Woche mit der Lese von Schwarzriesling, Spätburgunder, Weißburgunder und Chardonnay begonnen. „Wir lesen gerade täglich“, sagt Reichert, der seinen Wein selbst verarbeitet, „von der Traube in die Flasche“, sagt der unabhängige Winzer. Insgesamt hat er Weinberge mit 15 Sorten. Den Schluss der Lese mache Ende September der Cabernet Sauvignon. „Ich kann es nicht anders sagen, ich bin sehr zufrieden in diesem Jahr und mit dem Verlauf des Jahres“, sagt Reichert. Die Bedingungen seien perfekt, die Wasserversorgung durch den Regen sei optimal für die Reife gewesen, deshalb erwarte er eine überdurchschnittliche Qualität.
Auch bei ihm seien Trauben beispielsweise beim Burgunder, deren Beeren eher dicht wachsen, durch die Hitze im Frühjahr „lockerbeeriger“ geworden, wie er es nennt. Die einzelnen Trauben hätten, so Reichert, ihre Ertragskorrektur selbst gemacht und schwache Beeren erst gar nicht ausgebildet oder abgeworfen.
Dennoch müssen Reichert und sein Team nun die Trauben bei Lemberger und Cabernet, die sehr kompakte Trauben produzieren, in den nächsten Tagen auslichten. „Es bleibt immer ein Ertrag von 50 bis 60 Prozent der eigentlichen Ernte“, sagt er. Die Menge der Trauben sei durchschnittlich, aber insgesamt, ein „schöner Jahrgang mit wunderbarem Behang und er verspricht gute Qualität“, so Reichert.
