Weiter Profi-Eishockey im Ellental Steelers: Lizenz mit harten Auflagen

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Jubel bei den Steelers, wie hier im Spiel gegen Bad Tölz: Die Lizenz erhält der Klub, allerdings muss er dafür viel Geld aufbringen. Wieder einmal sind die Sponsoren gefragt, die Zukunft des Profi-Eishockeys im Ellental zu sichern.⇥ Foto: Martin Kalb

Das Schiedsgericht hat gesprochen: Die Steelers dürfen in der DEL2 bleiben. Gleichzeitig werden ihnen harte Auflagen vorgegeben. So muss eine mittlere sechsstellige Summe beigebracht werden.

Die Steelers aus Bietigheim erhalten doch noch die Lizenz für die kommende Saison der DEL2. Das teilte die Liga am Donnerstagnachmittag mit. Über den Umweg des Schiedsgerichts haben die Steelers also den Ligaverbleib geschafft, müssen dafür aber harte Auflagen einhalten. In der Verhandlung vor dem Schiedsgericht der Deutschen Eishockey Liga (DEL) wurden Versäumnisse der Steelers bei der Bearbeitung der Anforderungen zur Erteilung der Lizenz für die Saison 2020/2021 nochmals festgestellt, teilt die Liga mit.

Deshalb wurden die Steelers mit einer hohen Geldstrafe belegt. Gleichzeitig wurden durch das Schiedsgericht jedoch auch die Anstrengungen des Standortes zur Erfüllung der Lizenzvorgaben gewürdigt. Infolge dessen und unter Abwägung aller Interessen riet das Schiedsgericht den Parteien dringend, die Lizenz unter erweiterten und harten Auflagen für die Steelers zu gewähren.

Die Steelers haben zu den bisherigen Anforderungen von Seiten der Liga zusätzliches frei verfügbares Kapital ohne Gegenleistung im mittleren sechsstelligen Bereich nachzuweisen. Daneben muss ein externer wirtschaftlicher Berater eingesetzt werden, der monatlich an die Ligagesellschaft zu berichten hat und die Sanierungsbemühungen der Steelers und das Einhalten kaufmännischer Prinzipien begleitet und überwacht.

Darüber hinaus tragen die Bietigheim Steelers sämtliche Kosten des gesamten Schiedsverfahrens. Auf BZ-Nachfrage wollte sich die Liga nicht weiter zu den Auflagen und den zeitlichen Vorgaben äußern.

„Wir sind sehr erleichtert, dass wir nach dem Schiedsgerichtsverfahren die Lizenz für die kommende Spielzeit in der DEL2 bekommen haben. Wir sind froh und dankbar, weiter Teil der Liga zu sein“, teilen Geschäftsführung und Aufsichtsrat der Steelers mit. Auch die Mannschaft sei erleichtert, dass sie weiter gemeinsam für die Steelers aufs Eis gehen könne.

„Wir konzentrieren uns nun auf zwei Dinge – die sportliche Vorbereitung auf die kommende Saison und darauf, die wirtschaftlichen Auflagen zu erfüllen. Wir arbeiten weiter hart daran, die Steelers wirtschaftlich zu konsolidieren und in eine sichere Zukunft zu führen“, endet die Mitteilung.

Erleichterung bei Schoch

Der BZ erzählte auch Geschäftsführer Volker Schoch, dass er persönlich erleichtert sei, dass man die Lizenz erhalten habe. Nun gehe es darum, gemeinsam die nächsten Aufgaben anzugehen, die er neben der Erfüllung der Auflagen im Erstellen eines Hygienekonzepts für die Arena sieht. „Es freut mich auch für unsere Spieler, dass die Unsicherheit nun vorbei ist und es keine sportlichen Strafen gibt“, so Schoch. Nun stehe hoffentlich wieder mehr das Sportliche im Blickpunkt.

„Die Freude überwiegt angesichts der Nachricht“, sagte Bietigheim-Bissingens Oberbürgermeister Jürgen Kessing. Durch die Unterstützung im Lizenzierungsverfahren durch die Wohnbau habe man „die Tür aufgestoßen. Damit die Steelers nun durchgehen können, sind die anderen Sponsoren gefragt“, so der OB in Anspielung auf die Auflagen.

Er hoffe, dass man die Chance nutzen könne, eine weitere werde es wohl nicht geben.  Die wirtschaftliche Überwachung sieht Kessing nicht als Gängelung, sondern kann dem sogar Gutes abgewinnen. So könne man der Liga entgegenkommen, den Vertrauen sei gut, Kontrolle aber besser.

 
 
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