Wenig Public Viewing im Kreis Ludwigsburg geplant Corona verhindert viele EM-Partys

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Wie bei der WM 2014 wird es im Paulaner Biergarten diesmal nicht zugehen. Überhaupt zeigen sich die meisten Gastronomen sehr zurückhaltend, was die Fußball-Übertragung angeht. Foto: Helmut Pangerl

Wegen der Pandemie gelten in Restaurants und Biergärten strengere Auflagen als sonst. Das schreckt viele Gastronomen ab. Die Polizei kündigt an, die Einhaltung der Vorgaben zu kontrollieren.

Das Wetter passt, die Menschen dürsten nach Unterhaltung und sozialen Kontakten und sogar in die Stadien dürfen wieder Zuschauer: Eigentlich beste Voraussetzungen für ein paar rauschende Fußball-Feten im Biergarten oder Restaurant des Vertrauens. Allein Corona scheint dieses Jahr vielen einen Strich durch die Rechnung zu machen. Zu unsicher ist die Lage noch und häufig möchte man so kurz nach der ersehnten Wiedereröffnung nicht zu viel riskieren.

Keine Biergarten-Fete

So erklärt etwa Tim Heilig, Betreiber des Paulaner Biergartens am Viadukt in Bietigheim, dass man sich schweren Herzens dazu entschlossen habe, dieses Jahr keine Spiele der EM live im Biergarten zu zeigen. „Dies ist uns während der Pandemie zu kritisch“. Gerade erst durften die Gastronomen wieder unter Auflagen öffnen. Ein dicht an dicht, wie bei vergangenen Fußball-Turnieren scheint da ohnehin kaum vorstellbar. Heilig lässt sich aber eine Hintertür auf, die entscheidend vom Abschneiden der deutschen Mannschaft abhängt: „Sollte Deutschland ins Halbfinale oder Endspiel kommen, überlegen wir uns was“, kündigt er an.

Auch im Ballkult am Ellental wird es kein Public Viewing geben. „Wir haben heute nach sieben Monaten wieder geöffnet, da haben wir andere Probleme als die Übertragung“, lässt Geschäftsführer Frank Curda wissen. Zwar habe die Gastro geöffnet, und getestet oder mit Impf- oder Genesenennachweis ist jeder willkommen, aber eine spezielle EM-Party wird es nicht geben.

Beliebter Treffpunkt bei vergangenen Turnieren war in Bietigheim auch die Vereinsgaststätte des Hockey- und Tennisclubs, die von Iva und Davor Sucic betrieben wird. Bis 20. Juni ist dort der Betrieb noch eingeschränkt, trotzdem werden die Spiele der deutschen und der kroatischen Nationalmannschaft gezeigt und dazu Snacks gereicht. „Danach zeigen wir wie gewohnt alle Spiele in unserem Zelt auf großem Bildschirm“, sagt Davor Sucic, der nach mehreren Jahrzehnten im Herbst als Gastronom aufhören will.

Polizei kontrolliert

Nicht nur Fußballfans fiebern dem vierwöchigen Turnier entgegen, auch Polizei und Kommunen haben sich darauf vorbereitet, teilt das Polizeipräsidium Ludwigsburg mit. Es wird in diesem Jahr vieles anders sein als bei früheren Veranstaltungen. Mit stabiler Unterschreitung der Inzidenzmarken konnte im Kreis schrittweise geöffnet werden. So sind je nach Öffnungsschritt wieder Treffen mit mehreren Personen möglich, gastronomische Betriebe dürfen im Außen- und Innenbereich unter bestimmten Voraussetzungen wieder Gäste bewirten.

„Das sind Freiheiten, auf die wir alle lange warten mussten, die wir aber bei aller Euphorie nicht allzu leichtfertig wieder aufs Spiel setzen dürfen,“ sagt Polizeipräsident Burkhard Metzger. „Der Gesundheitsschutz ist daher einer der wesentlichen Aspekte, unter denen polizeiliche Einsatzmaßnahmen während des Turniers stattfinden werden.“

In Abstimmung mit den größeren Kommunen sind dies vor allem verkehrslenkende Maßnahmen und Absperrungen wegen Autokorsos sowie Maßnahmen der Überwachung bei möglichen Ansammlungen. „Wir wollen den Fußballfans dabei möglichst viele Freiheiten lassen, werden aber dort einschreiten, wo es zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung erforderlich ist,“ so der Polizeipräsident. „Gravierende Ordnungsstörungen, Auseinandersetzungen zwischen Fangruppierungen und andere strafbare Handlungen sprengen diesen Freiheitsrahmen eindeutig und werden konsequent verfolgt.“

B27-Tunnel wird gesperrt

Neu im Vergleich zu den Vorjahren wird die Sperrung des B 27-Tunnels in Ludwigsburg sein, der durch verkehrslenkende Maßnahmen begleitet werden soll. Die Sperrung ist für  Spiele vorgesehen, bei denen die Polizei mit größeren Fanreaktionen rechnet. Dazu zählen  etwa Begegnungen mit deutscher, italienischer oder türkischer Beteiligung. Zuletzt hatten sich immer wieder Fußballfans nach Spielende in den Tunnel begeben und dort  Feuerwerkskörper, Rauchbomben und bengalische Fackeln abgebrannt.

 
 
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