Wer steigt in die Zweite Liga auf, wer ab? Der SG BBM winken wieder Derbys

Von Sebastian Klaus 
Balingen-Weilstettens Kreisläufer Fabian Wiederstein könnte in der kommenden Saison im Trikot der SG BBM auf seine ehemaligen Mitspieler treffen.⇥ Foto: IMAGO/Eibner-Pressefoto

Die HSG Konstanz, die SG Pforzheim/Eutingen und Balingen-Weilstetten könnten nächste Saison zusammen mit Bietigheim in der Zweiten Liga antreten.

Wird die Zweite Liga in der kommenden Spielzeit zu einer Baden-Württemberger Hochburg? Derzeit sieht es jedenfalls ganz danach aus, als würden sich die Anfahrtswege der SG BBM Bietigheim zu den Auswärtsspielen nächste Saison deutlich verkürzen.

Denn mit den möglichen Zweitliga-Aufsteigern HSG Konstanz und der SG Pforzheim/Eutingen sowie dem aktuellen Bundesliga-17. HBW Balingen-Weilstetten als möglichen Absteiger aus dem Oberhaus stehen gleich drei Kandidaten in den Startlöchern, die bald schon mit der Spielgemeinschaft aus Bietigheim-Bissingen in einer Spielklasse um Punkte kämpfen könnten.

Die besten Aussichten auf den Aufstieg hat dabei ganz klar die HSG Konstanz. Nur ein Jahr nach dem Abstieg in die Drittklassigkeit könnte das Team vom Bodensee um den ehemaligen Bietigheimer Halbrechten Fynn Beckmann wieder ins Unterhaus zurückkehren.

Fünf-Tore-Polster für Konstanz

Am Wochenende gelang den Gelb-Blauen im lang ersehnten Aufstiegsfinale beim letztjährigen Mitabsteiger Wilhelmshavener HV ein 32:27-Auswärtssieg. Mit einem Fünf-Tore-Polster geht die Mannschaft von Trainer Jörg Lützelberger damit ins entscheidende Rückspiel am kommenden Samstag in der heimischen Schänzlehalle. Dabei hätte das Polster auch noch weitaus dicker sein können, denn die furios aufspielende HSG hatte gegen den Ex-Klub von Bietigheims Spielmacher Juan de la Pena zwischenzeitlich bereits mit 14 Toren in Front gelegen.

Deutlich schlechter als für die HSG Konstanz sieht die Ausgangslage dagegen für die SG Pforzheim/Eutingen aus. Die Mannschaft um den in dieser Spielzeit mit einem Zweitspielrecht für die SG BBM ausgestatten Kreisläufer Lukas Süsser (sechsmal im Bietigheimer Kader, ein Tor) verlor am Samstagabend ihr Final-Heimspiel gegen den 1. VfL Potsdam.

Rekordkulisse in Pforzheim

Vor stolzen 1600 Zuschauern in der Bertha-Benz-Halle musste sich die SG dem Team von Trainer-Legende Bob Hanning trotz starken Kampfs mit 25:30 geschlagen geben. Gegen die in dieser Saison noch immer ungeschlagenen Brandenburger, die für das Bundesliga-Spitzenteam Füchse Berlin den Unterbau darstellen, dürfte es für die Sieben von Coach Alexander Lipps im Rückspiel am Sonntag schwer werden, doch noch das Ticket für die Zweite Liga zu lösen.

Der letzte Kandidat im Bunde ist die Spielgemeinschaft HBW Balingen-Weilstetten. Der Bundesligist taumelt nach der vierten Niederlage in Folge dem Abstieg entgegen. In ihrem vorletzten Heimspiel der Saison unterlagen die „Gallier“ am vergangenen Donnerstag der HSG Wetzlar mit 24:28. Da der direkte Konkurrent um den Klassenverbleib GWD Minden zeitgleich ein Remis bei der TSV Hannover-Burgdorf, Ex-Klub von SG BBM-Coach Iker Romero, erkämpfte, stehen die Chancen auf ein weiteres Jahr Bundesliga eher mau aus. Zumal Balingen auch noch gegen die Bundesliga-Granden SC Magdeburg und Füchse Berlin ran muss. Bei einem Abstieg würde der künftige Bietigheimer Fabian Wiederstein in der nächsten Saison auf seine ehemaligen Mitspieler treffen. „Für Balingen-Weilstetten wäre es wirklich schade. Ich schätze den Verein, weil er so ein bisschen das SC Freiburg des Handball ist, wo mit viel Euphorie im Umfeld, tollen Leute, einem interessanten, schnellen Handball und vielen Eigenwächsen versucht wird, Erste Liga zu spielen. Und wo sie das über viele Jahre immer wieder schaffen“, hatte Bietigheims Sportlicher Leiter Jochen Zürn vor wenigen Tagen dem Nachbarn noch beim TV-Sender Sportdeutschland.TV kräftig die Daumen für den Klassenverbleib gedrückt.

Derbys als Salz in der Suppe

Anderseits würde sich Zürn über das ein oder andere Nachbarschaftsduell mehr allerdings auch nicht beschweren: „Derbys sind immer das Salz in der Suppe. Und wenn da zwei Mannschaften aus Baden-Württemberg aufeinander treffen, muss man ja von einem Derby sprechen. Das ist wünschenswert und toll. Und dazu kommt natürlich, dass man weniger Reiseaufwand hat, keine Übernachtungskosten und die Fahrtkosten werden geringer. Also sind gerne alle Südvereine eingeladen, Zweite Liga zu spielen“, so der Sportliche Leiter der SG BBM.

 
 
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