Wettbewerb Vize-Weltmeister mit selbst konstruiertem Mini-Boliden

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Stolz wie Bolle präsentierten Lichtenstern-Schüler Magnus Hornstein (rechts) und Teamkollege Markus Vetter ihren Miniatur-F1-Wagen, mit dem sie bei der WM in Abu Dhabi den zweiten Platz belegt haben. ⇥ Foto: Martin Kalb

Magnus Hornstein hat mit seinem „Racing Team Fusion“ bei der WM von Formel 1 in der Schule den zweiten Platz belegt.

Magnus Hornstein und sein Team haben bei der Weltmeisterschaft „Formel 1 in der Schule“ in Abu Dhabi viele unvergessliche Erinnerungen gesammelt. Doch eine hat sich dem Schüler des Lichtenstern-Gymnasiums besonders eingeprägt: Die Siegerehrung auf dem Podest der „echten Formel 1 – und das direkt vor dem Qualifying der Stars wie Sebastian Vettel und Lewis Hamilton, die an diesem Wochenende ihr Saisonfinale in den Vereinigten Arabischen Emiraten fuhren. Auch das Modellauto des „Racing Team Fusion“ musste möglichst schnell fahren. Aber nicht nur das: Die sechsköpfigen Tüftler mussten ein Gesamtkonzept erstellen und das vor einer internationalen Jury präsentieren. Sie überzeugten – und wurden mit Platz zwei belohnt.

Magnus Hornstein, der in Bissigen wohnt, war beispielsweise Marketing-Manager und Finanzchef der Gruppe. Gemeinsam mit Teamkollege Markus Vetter gab der 16-Jährige am Mittwoch Einblicke in die Arbeit und Erlebnisse der sechs Jugendlichen. Allein für die WM generierte Hornstein rund 150 000 Euro bei mehr als 50 Sponsoren. „Das meiste davon waren Dienstleistungen“, berichtet er. Zum Beispiel ließen Betriebe Teile von ihren Lehrlingen anfertigen.

Auf bis zu 120 Kilometer pro Sekunde beschleunigt das Auto mithilfe einer kleinen Gaspatrone. In verschiedenen Rennsimulationen traten in Abu Dhabi 55 dieser Mini-Boliden an. Dazu gestalteten die Teams umfangreiche Portfolios über ihre Arbeit. Bis auf die Fertigung der Teile lag fast alles in den Händen der Schüler: Planungen, Berechnungen, Simulationen, Tests im Windkanal und Design.

Für das Team waren die unterschiedlichen Fachbereiche eine große Herausforderung. „Wir sind eigentlich alles Mathe- und Physik-Cracks“, so Hornstein. Kennengelernt hatten sich die Jugendlichen, die von ganz unterschiedlichen Schulen in der Region kommen, bei der Science Academy im Sommer 2018. Dorthin können Schulen besonders begabte Schüler schicken.

Mit einem Sieg bei der Landesmeisterschaft qualifizierte sich das „Racing Team Fusion“ für die Deutsche Meisterschaft. Dort räumte es Platz zwei ab – das Ticket für die WM in Abu Dhabi. Ihr Projekt entwickelten sie in sechs arbeitsintensiven Monaten dermaßen weiter, dass sie diesen Platz unter den besten 55 Teams der Welt hielten. „Die Weltmeisterschaft war noch mal ein ganz anderes Gefühl, eine einmalige Gelegenheit. Das hat mein Leben verändert“, blickt der Lichtenstern-Schüler zurück.

Dafür war auch die eine oder andere schlaflose Nacht zu verschmerzen. „Ich habe den Jungs von Anfang an gesagt, dass wir das Potenzial dazu haben, Weltmeister zu werden“, betont der 17-jährige Teamkollege Vetter. Nicht nur, weil die sechs sich prächtig verstehen, sondern „vor allem, weil wir auch das nötige Umfeld haben“, verweist er auf die vielen Fachfirmen in der Region.

Die zwei Wochen in Abu Dhabi haben die Jugendlichen in allen Zügen genossen. „Am Anfang war es schon hart, weil wir uns gut vorbereiten mussten, aber nach den ersten paar Tagen, hatten wir dann auch viel Freizeit“, berichtet Magnus Hornstein. So verwandelten die Sechs ein Fest der 55 Teams spontan in eine Pool-Party. „Wir waren schon eines der spaßigsten Teams“, meint er. Und sein Teamkollege fügt an: „Die anderen waren noch krassere Nerds als wir.“

Auf exklusive Einladung darf das „Racing Team Fusion“ nun noch das McLaren-Center im englischen Woking besuchen. Nächstes Jahr wollen Magnus Hornstein und Markus Vetter anderen beim Wettbewerb denn Vortritt lassen, vielleicht in der Jury mithelfen. Denn auf die beiden wartet das Abitur. Und darauf sollten sie sich ein bisschen besser vorbereiten als auf die eine oder andere Geschichtsarbeit morgens im Bus.

www.racingteamfusion.de

 
 
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