Wie die Schulen nach den Ferien mit Corona umgehen Quarantäne fällt, Testpflicht bleibt

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Die Masken- und Testpflicht an Schulen bleibt vorerst bestehen, die Quarantäne für eine Klasse entfällt, wenn es eine infizierte Person gibt. Die Schüler müssen sich aber an den folgenden fünf Tagen testen lassen.⇥ Foto: Matthias Balk

In nicht ganz einer Woche beginnt die Schule wieder, die Kitas sind schon wieder geöffnet. Die BZ widmet der Vorbereitung aufs neuen Schuljahr einen Wochenschwerpunkt.

Zum zweiten Mal beginnt das neue Schuljahr unter Corona-Gesichtspunkten. Doch die Politik hat aus den Fehlern gelernt: Die Landesregierung Baden-Württemberg hat vor Schulbeginn eine detaillierte Corona-Verordnung herausgebracht, die einige Einschränkungen zurücknimmt, vor allem die der Quarantäne eines Klassenverbandes, wenn ein Schüler oder eine Schülerin infiziert ist. Allerdings wird dann gezielt getestet, auch die zweimalige Testung pro Woche an Schulen werden die Kommunen weiterhin vornehmen (siehe Infokasten).

In Bietigheim-Bissingen wurde auch in den Schulferien während der Lernbrücke und der Ferienbetreuung zweimal pro Woche jedes Kind getestet. Das wird, so bestätigt Anette Hochmuth, auch an allen Bietigheim-Bissinger Schulen so weitergeführt. Grundschüler können sich auch zu Hause testen, wie gehabt, so die Sprecherin der Stadt. Die Tests stellt weiterhin das Land den Kommunen bereit. In den Kitas übernimmt die Stadt die Kosten für zwei Tests in der Woche, sofern, so Hochmuth, die Eltern der Einrichtung mehrheitlich den Tests zugestimmt haben. In Kitas gibt es im Gegensatz zu den Schulen keine Testpflicht.

Testung an fünf
Folge-Schultagen

Aufgrund der neuen Coronaregeln werden Schulklassen oder Betreuungsgruppen nicht mehr automatisch in Quarantäne geschickt, sobald es einen positiven Fall gibt. Vielmehr genügt in der Sekundarstufe der Schulen nach der neuen Coronaverordnung des Landes für alle Schulen eine Testung aller Schüler der Gruppe/Klasse an fünf Schultagen. In den Grundschulen und Kitas reicht eine einmalige negative Testung der Kinder dieser Klasse/Gruppe, damit sie die Einrichtung wieder besuchen können. „Dies wird in den Schulen und Kitas entsprechend gehandhabt werden“, sagt Hochmuth.

In der vergangenen Woche gab es in allen Kitas der Stadt zusammen lediglich drei infizierte Kinder, so Hochmuth. Darüber hinaus mussten aber einige Kinder in Quarantäne, weil sie Kontakt zu infizierten Familienmitgliedern hatten.

Die Stadt Sachsenheim verlängert die Teststrategie für Mitarbeiter und Kinder in Kitas bis zu den Herbstferien. „Auch im neuen Kindergartenjahr gilt der Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen. Die Möglichkeit, dass auch drei Gruppen gruppenübergreifend arbeiten dürfen, wird teilweise in Anspruch genommen, damit die Betreuungszeiten aufrecht erhalten werden können“, sagt Matthias Friedrich, der Referent des Sachsenheimer Bürgermeisters Holger Albrich. Nach den Ferien hatte man in den Sachsenheimer Einrichtungen noch keinen Fall einer Infektion.

Die Stadt wird auch die zwei Tests pro Woche an den Schulen weiterführen. „Die Kosten für die Testkits, welche nicht vom Land gedeckt werden, trägt die Stadt“, so Friedrich.

In Bönnigheim haben derzeit noch alle Kitas Ferien, nur die Einrichtung in Hofen ist geöffnet, aber auch hier wird das freiwillige Testangebot an Kinder und Mitarbeiter auf Kosten der Stadt weiter bereitgestellt, sagt Alexandra Kindler vom Fachbereich Innere Dienste. Auch in den Schulen halte man sich an die detailierte Verordnung des Landes.

GEW nicht froh über Wegfall der Quarantänepflicht

Froh, so sind sich die Kommunen einig, sind alle, dass nicht mehr die ganze Klasse oder Gruppe bei einem Infizierungsfall in Quarantäne muss, schließlich waren es auch die Kommunen, die die Absonderung überwachen mussten. Zudem, so Anette Hochmuth, „sind wir froh, dass die Schüler und Schülerinnen alle zu Schule gehen können“.

Die Bildungsgewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) ist auf BZ-Anfrage laut ihrer Landesvorsitzenden Monika Stein nicht ganz so für den Wegfall der Quarantänepflicht: „Die neuen Quarantäneregelungen sind eine Erleichterung für die Schulleitungen, weil weniger zu organisieren ist. Gleichzeitig befürchte ich, dass durch die neue Regelung die Ausbreitung des Virus beschleunigt wird. Hier sollten die Experten ein bundesweites Modell vorlegen mit klaren Regelungen für Quarantäne und die Sicherheit in Kitas und Schulen.“

Weitere Investitionen in die
Sicherheit erwartet

Gut sei, so Stein, dass in den Schulen weiter getestet werde und zwischen 80 und 90 Prozent der Lehrkräfte an Schulen geimpft seien und sich auch immer mehr Jugendliche impfen ließen, wozu auch Kultusministerin Theresa Schopper die Schüler aufrief. „Wir erwarten aber weitere Investitionen in die Sicherheit an den Schulen. Bisher sind zum Beispiel nur für einen kleinen Teil der Klassenzimmer Luftreinigungsgeräte installiert worden“, sagt Monika Stein.

Info In einem Schwerpunkt widmet sich die BZ in dieser Woche Themen rund um den Schulanfang.

 
 
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