Wie schlagen sich ehemalige SGV-Spieler in der Fremde? Freud und Leid bei Ex-Freibergern

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Wer wird denn da weinen? Zwar hat Denis Zagaria mit seinem neuen Klub Stuttgarter Kickers fünf Punkte Rückstand auf Ex-Verein SG Freiberg, dennoch hat der Innenverteidiger keinen Grund Trübsal zu blasen. Der 27-Jährige spielt eine richtig gute Runde.⇥ Foto: Avanti/Ralf Poller

Radikaler geht es nicht: Rund 20 Abgänge verzeichnete Oberligist SGV Freiberg nach einer Saison zum Vergessen vor wenigen Monaten. Nach Platz 16 in der Liga wollte der ambitionierte SGV mit neuen Kräften wieder ganz oben angreifen. Mit Erfolg: Freiberg thront vor den Stuttgarter Kickers souverän an der Tabellenspitze. Doch was wurde aus den Spielern, die den Verein verließen. Die BZ hat sich schlau gemacht.

Radikaler geht es nicht: Rund 20 Abgänge verzeichnete Oberligist SGV Freiberg nach einer Saison zum Vergessen vor wenigen Monaten. Nach Platz 16 in der Liga wollte der ambitionierte SGV mit neuen Kräften wieder ganz oben angreifen. Mit Erfolg: Freiberg thront vor den Stuttgarter Kickers souverän an der Tabellenspitze. Doch was wurde aus den Spielern, die den Verein verließen. Die BZ hat sich schlau gemacht.

Steven Kröner

Das ging schnell: Nach nur zehn Ligaspielen beim Verbandsligisten SV Fellbach zog es den Abwehrchef der Fellbacher und einstigen SGV-Kapitän aus privaten Gründen nach Hamburg.  Als „pausierend“ listet das Internetportal transfermarkt.de den 31-Jährigen seit Mitte Oktober. Dabei hatte „Königstransfer“ Kröner, der bereits 240 Mal in der Regionalliga aufgelaufen war, in Fellbach richtig gut eingeschlagen. Mit nur zwölf Gegentoren in den ersten neun Partien hatte der SVF eine der besten Defensiven der Liga gestellt.


Ali Ferati

Im Gegensatz zu Kröner ist Ferati noch immer in Fellbach aktiv. Die Torquote des offensiven Mittelfeldspielers beim Elften der Verbandsliga kann sich durchaus sehen lassen. In neun Ligapartien traf der 21-Jährige viermal. Nur Charalambos Parharidis (fünf Tore) traf häufiger.


Daniel Kaiser

Der Drittligaerfahrene Kaiser, der aufgrund einer Schulterverletzung in Freiberg nie so richtig zum Zug gekommen war, hat in der Hauptstadt wieder zu alter Form gefunden. So erzielte Kaiser für Tasmania Berlin in dieser Saison in der Oberliga Nord einen Treffer in neun Liga-Einsätzen. Besser ist die Quote des Mittelfeldspielers im Berliner Pokal. Dort netzte der 30-Jährige trotz eines nur 26-minütigen Kurzeinsatzes gleich doppelt ein.


Denis Latifovic

Deutlich kürzere Wege als Kaiser hatte Latifovic nach seinem Abgang aus Freiberg zurückzulegen. Den 22-jährigen Mittelfeldspieler zog es nämlich zu Freibergs Oberliga-Rivalen und Nachbarn FSV 08 Bissingen. Dort traf das große Talent in zwölf Partien in der Liga und im Württembergpokal bereits stolze fünf Mal. Es wären sicherlich noch einige Treffer mehr geworden, doch Latifovic verpasste aufgrund eines Zehenbruchs zuletzt fünf Begegnungen.

Spetim Muzliukaj

Ebenfalls zu den Nullachtern zog es Freibergs mit 31 Jahren dienstältesten Spieler Spetim Muzliukaj. Der Mittelstürmer, der aufgrund von Muskelproblemen einige Spiele aussetzen musste, bringt es in dieser Spielzeit in Pokal- und Liga lediglich auf 612 Einsatzminuten und drei Tore.

 

Ruben Volkert

Der dritte Neu-Bissinger im Bunde ist Nachwuchskeeper Volkert. Während im Oberliga-Team der Nullachter kein Vorbeikommen am gesetzten Henning Bortel ist, darf sich der 20-Jährige in der Bezirksliga-Reserve behaupten (fünf Einsätze). In der Ersten kam Volkert lediglich beim 2:0-Derbysieg im Landespokal gegen Germania Bietigheim zum Zuge.

 

Denis Zagaria

Für die Stuttgarter Kickers, Freibergs Konkurrenten im Titelkampf, läuft der Innenverteidiger inzwischen dem Ball hinterher. Der zweikampfstarke 27-Jährige, der in der Freiberger Jugend ausgebildet wurde, ist der Abwehrchef der Kickers. Trotz einer Rot-Sperre brachte es der Spieler mit italienischen Wurzeln unter seinem Freiberger Ex-Coach Ramon Gehrmann auf 14 Spiele im Württembergpokal und in der Oberliga.
Ouadie Barini

Der Heibronner verbesserte sich ligatechnisch durch seinen Wechsel zum VfR Aalen. Denn der 29-jährige Stürmer spielt jetzt dort, wo sein Ex-Verein ebenfalls hin will: in der Regionalliga. Dort ist seine Bilanz allerdings ausbaufähig. Auf lediglich 200 Minuten brachte es Barini auch aufgrund von Verletzungen beim VfR. Die Torbilanz stimmt allerdings, denn in der kurzen Zeit verbuchte er zwei Treffer.

Simon Klostermann

Ebenfalls in der Regionalliga Südwest, bei der TSG Balingen, ist Simon Klostermann inzwischen aktiv. Während es in der Vorbereitung und im WFV-Pokal für den 20-Jährigen noch gut lief, hat Klostermann in der Liga allerdings einige Ladehemmungen. Lediglich einen Treffer erzielte der in der Jugend der TSG Hoffenheim ausgebildete Angreifer dort bislang. Dennoch belebt Klostermann das Spiel des Tabellenneunten, denn er hat bereits vier Treffer vorbereitet.

 

Mert Tasdelen

Auf zehn Spiele, ein Tor und eine Vorlage bringt es Tasdelen bislang beim Freiberger Oberliga-Konkurrenten TSG Backnang. Gleich am ersten Spieltag traf der 22-jährige Mittelfeldrenner mit seinem neuen Team auf seine ehemaligen Freiberger Kameraden und strotzte dem SGG ein 1:1-Unentschieden ab.

 

Niklas Pollex

Seit 2014 war der offensive Mittelfeldspieler (mit einer einjährigen Zwischenstation bei den Stuttgarter Kickers II) für den SGV Freiberg im Einsatz, doch nach der letzten Saison trennten sich die Wege. Beim Oberligisten TSG Backnang knüpft der 23-Jährige jedoch nahtlos an seine Auftritte im Dress der Wasen-Elf an. Auf vier Tore und ebenso viele Vorlagen in elf Liga-Spielen bringt es Pollex.

 

Filip Milisic

Ebenfalls in der Oberliga geblieben ist Innenverteidiger Milisic. Der 26-Jährige schnürt jetzt für den 1. Göppinger SV die Fußballschuhe. Beim Zweiten der Vorsaison traf der Abwehrspieler, der eigentlich Tore verhindern soll, in 15 Partien in der Liga und im Pokal einmal. Was für eine Bank Milisic ist, zeigt eine andere Bilanz jedoch umso besser: in allen 13 Ligapartien stand der Abwehrrecke über 90 Minuten auf dem Feld, so auch bei der 0:7-Klatsche gegen seinen Ex-Klub Freiberg.

 

Matthias Stüber

Außenverteidiger Stüber hat beim TSV Ilshofen angeheuert. Beim Fünfzehnten der Oberliga brachte es der in der Jugend der TSG Hoffenheim ausgebildete 23-Jährige auf zehn Einsätze und ein Tor. Gegen seinen Ex-Arbeitgeber SGV Freiberg kam der Abwehrspieler beim 0:7 allerdings ordentlich unter die Räder.

 

Mario Andric

Nach Österreich verschlug es Linksverteidiger Andric. In der Regionalliga Tirol, der dortigen dritten Liga, spielt der gebürtige Kufsteiner inzwischen wieder für seinen Heimatverein FC Kufstein. Für den Tabellenvierten, der bereits einen Trainerwechsel überstehen musste, kam der 22-Jährige in 14 Partien zum Einsatz und erzielte dabei zwei Treffer.

 

Kreshnik Lushtaku

Unter seinem Bruder Kushtrim, der Spielertrainer beim Landesligisten Türkspor Neckarsulm ist, läuft es richtig gut für den Wandervogel. Platz Eins und sechs Saisontore verbucht der offensive Mittelfeldmann. Im internen Familienranking muss sich der 26-Jährige allerdings seinem fünf Jahre älteren Bruder Kushtrim geschlagen geben. Der hat nämlich bereits zehn Treffer erzielt.

 

Leon-Sky Tuksar

Solide Einsatzzeiten erhält der Rechtsverteidiger beim Oberligisten SSV Reutlingen. In zehn Spielen im Ligabetrieb und derer drei im Württembergpokal stand das 20-jährige Talent bisher auf dem Platz. Es hätten sogar noch mehr sein können, doch ein Daumenbruch kam dem gebürtigen Böblinger in die Quere.

 

Besnik Koci

Beim Verbandsligisten TSV Essingen kickt der 19-Jährige inzwischen. Von zwölf möglichen Ligaspielen bestritt der Linksaußen allerdings nur fünf. Dennoch läuft es rund beim ambitionierten Verbandsligisten. Der TSV steht derzeit souverän auf dem Platz an der Sonne in der Verbandsliga.

 

Alexander Loch

Anscheinend noch keinen neuen Klub kann Torhüter Loch vorweisen. Der 29-Jährige, dessen höchsten Marktwert das Portal transfermarkt.de auf 25.000 Euro beziffert, ist derzeit vereinslos.

 
 
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