Wie Sportvereine trotz Ausgangsbeschränkung ihre Mitglieder in Bewegung halten Zu Hause sein und nicht einrosten

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Mit einem Video auf der Webseite des Sportquadrats gibt der TSV Bietigheim Anregungen für Aktivitäten während der Corona-Krise. Gleichzeitig werden weitere Übungen und individuelle Unterstützung für Sportquadrat-Mitglieder angekündigt.⇥ Foto: Fotos: TSV Bietigheim

In Zeiten von Mobilfunk, Internet und E-Mail gibt es mannigfaltige Möglichkeiten, zu kommunizieren. Diese Möglichkeiten nutzen auch schon einige Vereine, um ihre Mitglieder bei Laune zu halten.

Dass man derzeit in den eigenen vier Wänden bleiben soll, ist hinlänglich bekannt. Auch dass die Sportvereine dadurch ihren Mitgliedern nicht das bieten können, weshalb diese zumeist eingetreten sind, ist auch klar. In der Krise werden nun aber viele Übungsleiter, Vorsitzende und Geschäftsführer kreativ und versuchen, ihren Mitgliedern auf anderem Wege etwas zu bieten. Der Kanu-Club macht Trockentraining per Videoschaltung und die SG BBM startet die Aktion Heimstärke  (die BZ hat jeweils berichtet). Aber es gibt noch andere Ideen, wie man die Mitglieder bei Laune und in Bewegung halten kann.

Karin Geske vom TV Sersheim setzt auf Information in Form eines Newsletters. Sie hat normalerweise bis zu vier Kurse und Dauerangebote am Tag, die sie betreut. Die Kurse sind für alle offen, Dauerangebote sind nur für Vereinsmitglieder. Derzeit kann sie natürlich keine einzige Übungseinheit abhalten. Damit die Teilnehmer trotzdem körperlich und geistig in Bewegung bleiben verschickt Geske täglich Übungsseiten. Dies können Gymnastikübungen, aber auch Denksportaufgaben oder auch nur ganz einfach Bilder zum Ausmalen für die Kleinsten sein.

Videos beim TSV Bietigheim

Beim TSV Bietigheim nutzt man dagegen vor allem die eigene Homepage, sowie die des vereinseigenen Fitnessstudios Sportquadrat. Der Vorsitzende Günter Krähling gibt dort per Videobotschaft eine Erklärung zur aktuellen Situation ab. In einem weiteren Video kündigt der größte Bietigheimer Sportverein weitere Aktionen wie Übungen oder auch persönliche Beratungen durch das Trainerteam des Sportquadrats für dessen Mitglieder an.

Videos sind für Geske keine Option. „Die Bilder, die ich verschicke, stammen zumeist nicht von mir, und wenn ich dann auch noch eventuelle Musik in einem Video verwenden würde, könnte es ganz schnell Probleme mit Gema und Copyright geben, wenn ich die fertigen Filmchen öffentlich zugänglich auf unsere Webseite stellen würde“, gibt die Sersheimerin zu bedenken. Und auch der Schwäbische Turnerbund  (STB) habe an die Übungsleiter eine ähnlich lautende Warnung herausgegeben. Der Verband macht es im Übrigen ähnlich wie Geske und verschickt täglich Anleitungen zu Übungen, die allerdings nur eine Beschreibung und nicht  so anschaulich bebildert sind, wie bei Geske.

Ganz anders nutzen dagegen die Fußballer des TSV Ensingen die neu gewonnene trainingsfreie Zeit. Da ohnehin die Meisten sich neben dem Mannschaftstraining noch etwas fit halten und Fußball alleine nur selten Spaß macht, haben sie sich überlegt, gemeinsam zu helfen. Der B-Ligist bietet an, Einwohnern von Ensingen die Einkäufe zu erledigen oder Botengänge zu machen. Eigentlich sei die Idee aus der Langeweile geboren, erklärt Mannschaftskapitän Jens Fischer, „wir sind ein relativ junges Team. Kaum jemand ist verheiratet oder hat eine eigene Familie.“ Viele Aufträge haben die Ensinger Fußballer allerdings noch nicht bearbeitet. „Die Rückmeldung war bisher noch nicht so groß. Wir sind einmal einkaufen und ein Mal mit einem Hund Gassi gegangen“, berichtet Fischer.

Andere Situation bei den Profis

Während im Amateursport der Phantasie beinahe keine Grenzen gesetzt sind, wie man den Trainingsbetrieb trotz Versammlungsverbot weiter am Laufen halten kann, ist es im Profisport deutlich komplizierter. Die Gesetzeslage sieht vor, dass die Sportler nicht einmal einen Trainingsplan mitbekommen dürfen, wenn sie in Kurzarbeit geschickt werden sollen. Eine Aussage von Torsten Nick, Geschäftsführer der Bundesliga-Handballerinnen der SG BBM Bietigheim, im BZ-Interview vor einer Woche hatte da beim einen oder anderen Leser für Verwunderung gesorgt. Nick hatte gesagt, dass sich die Spielerinnen irgendwie selbst fit halten müssen. Schwierig wäre aber nur gewesen, hätte er es nicht so formuliert.

 
 
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