Wildpark Tripsdrill Auch im Winterregen ein Erlebnis

Von Bigna Fink
Das Highlight des Winterwunderwald-Besuches für unsere und andere Kinder war der Besuch vom Weihnachtsmann samt Christkind und Knecht Ruprecht. Mit der Kutsche und Glockengebimmel kommen sie jeden Adventssonntag in den Wildpark mit Geschenken für die Kinder. Foto: /Oliver Bürkle

Der Winterwunderwald Tripsdrill mit winterlichen Ständen und Kinderprogramm ist eröffnet. Lohnt sich ein Ausflug bei rauem Wetter? Ein Selbstversuch mit Kleinkindern.  

Der Parkplatz am Wildparadies Tripsdrill ist deutlich weniger voll als an schönen Wochenendtagen. Dennoch sind am ersten Adventssonntag mittags einige Familien dabei, ihren Kindern warme Matschkleidung anzuziehen. Bei kaltem Regen geht es in den Park, wo an diesem Wochenende die Attraktion „Winterwunderwald“ begonnen hat. Bis zum 1. Februar wird auf dem 47 Hektar großen Gelände ein spezielles Winterprogramm, vor allem für Kinder, geboten.

Wir starten mit unseren zwei kleinen Töchtern und Buggy. Die Zweijährige wacht nörgelig vom Mittagsschlaf auf, als wir den Parkeingang erreichen. Der Ausblick auf die Wildtiere und den Besuch des Weihnachtsmannes muntert auf. Der Eintritt ist für Familien ohne Jahreskarte durchaus eine Investition: So kostet er für zwei Erwachsene ohne Ermäßigung und zwei Kinder über vier Jahre zusammen 66 Euro an der Kasse vor Ort. Ein paar Euro spart, wer die Tickets online kauft. Kinder unter vier Jahren haben freien Eintritt.

Tiere füttern fasziniert

An diesem verregneten Tag sind großteils Leute mit Jahreskarte hier und Gäste, die in den Baumhäusern des Natur-Resorts übernachten, wie ich von Parkmitarbeitern erfahre. Später erfahre ich von der Tripsdrill-Geschäftsleitung, dass etwa 600 Besucher da waren, rund 2000 sind es an Schönwettertagen.

Wir beeilen uns, um eine der Fütterungen zu erleben, die unabhängig vom Winterwunderwald an Wochenenden und in den Ferien um 14.30 Uhr bei den Europäischen Wölfen starten. Michael Kovacs ist dabei, die Wildkatzen zu füttern und berichtet Interessierten um ihn herum von dieser Tierart. Der Tierpfleger arbeitet seit zehn Jahren hier und wird wegen seinem holländischen Akzent auch Rudi genannt. Er wirft tote Mäuse, Küken und Rinderherzen zu den seltenen Tieren, die sich kaum von kräftigen getigerten Hauskatzen unterscheiden.

Die Alpakas sind entspannt

Wir gehen ein Stück zurück zum Gehege mit dem Rotwild, wo Hirsch und Hirschkühe sowie Junge unbeeindruckt vom Regen im Matsch zutraulich am Zaun stehen und sich von unserer größeren Tochter füttern lassen. Sie kichert über die warmen Zungen der braunen Tiere. Die Zweijährige bewahrt Abstand, lacht aber fasziniert. Weiter geht es am Abenteuerspielplatz vorbei, an dem trotz anhaltendem Nieselregen Kinder herumklettern.

Weiter oben am Rotwildgehege steht neu seit diesem Jahr ein großer Weihnachtsbaum geschmückt mit Holzfiguren der Wildtiere. Daneben sind drei weihnachtlich dekorierte Stände mit Essen und Trinken sowie viele Sitzgelegenheiten im Freien platziert. Weihnachtliche Soulmusik ertönt. Stimmungsvoll ist es theoretisch an diesem Platz, nur eben aufgrund des Wetters völlig unbesucht.

Daneben stehen in einem kleinen Gehege sieben Alpakas – Stuten und Jungtiere – für kleine Wanderungen bereit, auch ein Programmpunkt im Wunderwald. Der Spaziergang wird seit drei Jahren von Schmid’s Alpacalodge aus Kraichtal an den Wochenenden angeboten, kostet fünf Euro pro Person und dauert etwa zehn Minuten. Unsere ältere Tochter bekommt die Leine von Rosetta in die Hand, 15 Jahre mit braunem Wuschelfell und weißer Strubbelfrisur. „Unser entspanntestes Alpaka, die lässt sich gar nicht aus der Ruhe bringen,“ sagt Cristian Schmid, der Leitstute Camella mitnimmt. Unsere Kleine will die Leine aber nicht halten, sondern lieber selbst unbedingt getragen werden.

Wir laufen am Gehege der Wölfe vorbei, die uns am Zaun verfolgen. „Das machen sie jedes Mal, wenn die Alpakas vorbeilaufen, weil sie denken, es gibt Futter,“ lacht Schmid. Wir erreichen den Kern des Winterwunderwalds an der Wildsau-Schenke, wo wir uns von den Tieren aus Südamerika und Halter verabschieden.

Pünktlich um 16.30 Uhr ist es soweit

Auf dem Areal mit den zwei bewirteten Hütten und dem Grillplatz ist für Kinder einiges geboten während des Winterwunderwalds: Etwa die historischen Fahrgestelle mit Dampfkarussell, Dampfeisenbahn (beides elektrisch betrieben) sowie ein Kinder-Riesenrad, alles im Eintritt inklusive. Karussell und Eisenbahn kommen bei unseren Kleinen gut an. Am Schluss bemängelt die Größere, dass wir es nicht mehr zum Riesenrad geschafft haben. Denn wir kehren erst einmal zum Aufwärmen in die Waldhütte „Uff’m Buckel“ ein, nachdem wir Pommes und einen Erbseneintopf an den Ständen gekauft haben.

Um 16.30 Uhr dann der Höhepunkt des Besuchs: Der Weihnachtsmann, das Christkind und Knecht Ruprecht kommen in der Pferdekutsche daher. Eltern zücken die Handys, die Kinder erhalten ein kleines Geschenk von den drei Weihnachtsboten. Große Begeisterung bei unserem Nachwuchs. Die Kleine spricht auf dem Heimweg nur noch vom „Niggelaus“.

Andreas Fischer von der Geschäftsleitung des Erlebnisparks Tripsdrill ist mit seinem Sohn gekommen und erzählt, dass es den Winterwunderwald seit 2021 gibt. 400 geschmückte Bäume und neun Tonnen Reisig sind im Einsatz. „Neu sind diese Saison auch die zwei Schneekanonen“, verrät der 45-Jährige, die für ein bisschen Schneestimmung an Tagen um den Gefrierpunkt in Aktion treten.

 
 
- Anzeige -