Windkraftanlage nahe der Autobahn Grüner Heiner läuft acht Jahre weiter

Von Michael Soltys
Am Bau des „Grünen Heiner“ nahe der Autobahn bei Stuttgart-Weilimdorf war der Besigheimer Ingenieur Heiner Blasenbrei-Wurtz maßgeblich beteiligt.⇥ Foto: Werner Kuhnle

Der Besigheimer Ingenieur Heiner Blasenrbei-Wurtz war damals Bauleiter und ist bis heute Kommanditist der Betreibergesellschaft. Jetzt steigt eine Energiegesellschaft aus Ingelheim ein.

Wer auf der Autobahn Richtung Engelbergtunnel unterwegs ist, der kann ihn nicht übersehen. Seit 20 Jahren steht dort der „Grüne Heiner“. Die so genannte Windkraftanlage auf der Gemarkung von Stuttgart-Weilimndorf ist längst zu einem Wahrzeichen geworden.

Doch im Dezember vergangenen Jahres sah es so aus, als müsste sie den Dienst quittieren und den Schuttberg, auf dem sie steht, verlassen. Dann wurden Gesetze doch noch im Sinne der Windkraft-Betreiber geändert. Die Bürgerenergiegesellschaft Gedea-Ingelheim stieg in die Anlage ein und sicherte damit den Fortbestand des Grünen Heiner für die kommenden acht Jahre.

Das freut einen Besigheimer ganz besonders: den Ingenieur Heiner Blasenbrei-Wurtz. Er war damals Bauleiter und ist bis heute Kommanditist der Windenergie-Anlage, die das technische und wirtschaftliche Vorbild für den Bau des Windrads in Ingersheim bildete. „Energie in Bürgerhand“ lautete damals das Stichwort. Mit ihm zusammen unterstützten von Beginn an sechs Besigheimer und zwei Bietigheimer Familien das Projekt und brachten sich als Gesellschafter ein, erinnert sich Blasenbrei-Wurtz. Sie sehen sich als Pinoniere der Windkraftenergie: „Die Gründung des Besigheimer Bündnisses Mensch und Umwelt und die Vorläufer der Lokalen Agenda hatten dabei wesentlichen Anteil“, erläutert er.

Es war der Entwurf der Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes im Wirtschaftsministerium, das beinahe das Ende des Windrads auf dem Grünen Heiner bedeutet hätte. Der Entwurf habe keine Möglichkeit für den wirtschaftlichen Weiterbetrieb von 20 Jahre alten Windkraftanlagen im Binnenland gelassen. Erst „auf den letzten Metern des parlamentarischen Verfahrens“ sei es gelungen, das Gesetz so zu entschärfen, sodass die Energiewende noch eine Chance bekommen habe.

Darauf hatte sich die Betreiber-KG vorbereitet. Zu diesem Zeitpunkt seien bereits alle technischen Voraussetzungen erfüllt gewesen, um die Anlage weiterbetreiben zu können. Ein TÜV-Gutachten attestierte, dass die Anlage technisch für weitere acht Jahre fit sei.

Nach mehrjährigen Verhandlungen in verschiedenen Richtungen, so Blasenbrei-Wurtz, sei es der Betreiber-KG des Grünen Heiner gelungen ein neues Geschäftsmodell zu entwickeln, das den Weiterbetrieb ermöglicht. Die Bürgerenergiegesellschaft Gedea-Ingelheim, die jetzt eingestiegen ist, betreibe im Hunsrück etliche Windkraftanlagen. Ihr Plan: Spätestens mit Ablauf der achtjährigen Weiterbetriebsgenehmigung soll ein neues Windrad auf dem Schuttberg gebaut werden. Die neue Geschäftsführung unterhält in Ingelheim gute Beziehungen zu den dortigen Stadtwerken, diese sollen auch mit den Stuttgarter Stadtwerken gepflegt werden.

In den nunmehr zwanzig Jahren Betrieb hat die Anlage etwa 13 Millionen Kilowattstunden sauberen Strom produziert und damit rund 8500 Tonnen CO2 vermieden. Obwohl nach einem Beschluss des Verbands Region Stuttgart keine weiteren Windräder in Stuttgart und im Landkreis Ludwigsburg gebaut wurden, wollen die Betreiber des Grünen Heiner die Hoffnung darauf angesichts des globalen Klimadrucks nicht aufgeben.

 
 
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