Die Finanzen sind knapp. Rund 100.000 Euro will die Stadt am diesjährigen Besigheimer Winzerfest einsparen, das von Freitag, 19. September, bis Montag, 22. September, stattfindet. Wird es deshalb ein Spar-Winzerfest? Nein, lautet die eindeutige Antwort von Mahmoud Qasem, als Hauptamtsleiter der Stadt verantwortlich für die Organisation des Festes. „Wir können ein Riesen-Winzerfest anbieten.“ Als Besucher wird man von den Einsparungen gar nichts bemerken, verspricht er.
Winzerfest Besigheim Altstadt wird zum Festgelände
Höhepunkt des viertägigen Festes vom 19. bis 22. September ist der Festumzug am Sonntag. Sponsoren retten das Feuerwerk.
Von den Einsparungen soll man nichts merken
Schon im Januar diesen Jahres hatte der Gemeinderat den Beschluss gefasst, beim Winzerfest Ausgaben zu kürzen und die Einnahmen zu erhöhen. Ein paar Beispiele: Vereine müssen in diesem Jahr eine Standgebühr von 200 Euro bezahlen, bisher waren sie davon befreit. Mehreinnahmen: 6000 Euro. Professionelle Standbetreiber zahlen wie bisher 800 Euro. Das gilt auch für die Gastwirte, die an Tagen des Winzerfests draußen bewirten.
Das Korkengeld, bisher je nach Standort 1,25 oder 1,50 Euro, wird auf drei Euro pro Flasche Wein erhöht. Mehreinnahmen: 37.500 Euro. Die Zuschüsse für die Gestaltung der Festwagen beim Umzug werden auf 15.000 Euro gedeckelt. 2023 wurden dafür rund 20.000 Euro ausgegeben.
Das Festabzeichen kostet in diesem Jahr 3,50 Euro statt bisher drei Euro. Mehreinnahmen: 4000 Euro. Der Musikzuschuss für Vereine und Kellerbetreiber, bisher in Summe 2000 Euro, wird gestrichen. Darüber soll insbesondere die Stadtkapelle nicht glücklich gewesen sein. Auf der Kippe stand auch das große Feuerwerk am Festsonntag, das mit rund 10.000 Euro veranschlagt ist. Doch „es ist gerettet“, sagte Qasem. Die Finanzierung ist durch Sponsoren und Werbepartner gesichert.
Feuerwerk durch Sponsorengeld gesichert
Um sie ins Boot zu holen, hatte die Verwaltung eigens ein Konzept entwickelt. „Wir haben mehr akquiriert, als das Feuerwerk kostet“, sagte Qasem. Was übrig bleibt, fließt in die städtische Kasse, um das Defizit beim Fest zu verringern.
Zentrum des Winzerfests bleibt der große, freitragende Schirm auf dem Kelterplatz. Auf der dortigen Bühne wird das Fest am Freitag, 19. September, durch Bürgermeister Florian Bargmann eröffnet. Der Sportschützenverein wird das Fest in Gegenwart der Besigheimer Weinprinzessin Klaudia Laksa und des Schultestrios anschießen. Für Musik sorgt die Stadtkapelle.
Die gesamte Altstadt wird zum Festgelände. Die Stände sind bis 2 Uhr morgens geöffnet. Um diese Uhrzeit beginnt an allen vier Tagen des Festes die Sperrzeit. Zahlreiche Vereine werden auf dem Kelterplatz an eigenen Ständen die Gäste bewirten. Die Standgebühren haben sie davon nicht abhalten können. Die Vereine haben eingesehen, dass sie sich beteiligen sollen, so Qasem.
Traditioneller Höhepunkt des Winzerfests ist der Festumzug am Sonntag. Dafür haben sich 69 Gruppen angemeldet. Von der Weinstraße aus wird sich der Festzug durch das erwartete Spalier von Menschen durch die Innenstadt drängen. Geschmückt sind die Wagen und Gruppen laut dem Motto „75 Jahre Besigheimer Winzerfest – Ein steiler Weg zu einzigartigem Wein“. Moderiert wird der Festzug in der Hauptstraße von Klaus Schrempf, dem früheren Beigeordneten der Stadt, gemeinsam mit dem ehemaligen SWR-Moderator Gerd Motzkus.
Wie in den Vorjahren setzt die Stadt auch 2025 wieder Pendelbusse ein. Sie fahren Freitag und Samstag bis gegen 2 Uhr morgens und am Sonntag bis Mitternacht.
