Zwei Tage Sonnenschein, zwei Tage Herbstwetter: Der Regen trübt zwar die Bilanz, doch unter dem Strich war es ein schönes und auch friedliches Winzerfest. Dieses erste Fazit zog Hauptamtsleiter Mahmoud Qasem im direkten Anschluss an das viertägige Fest, für dessen Organisation er verantwortlich ist.
Winzerfest Besigheim Altstadtgassen waren „proppenvoll“
Zwischen 60.000 und 70.000 Menschen haben an vier Tagen das Winzerfest besucht. Der Hauptamtsleiter kritisiert jedoch die Parkplatzsituation.
Zahlen über die Einnahmen aus dem Korkengeld und dem Verkauf von Festabzeichen liegen Qasem noch nicht vor. Aber deutliche Hinweise darauf, dass das Fest zumindest in finanzieller Hinsicht für die Vereine und Organisationen ein Erfolg war. Schon nach dem Samstag habe er von den Vereinen Rückmeldung bekommen, dass der Verkauf von Wein und Speisen sehr gut gelaufen sei, berichtete der Hauptamtsleiter. Die Umsatzziele seien bereits erreicht.
Glascontainer waren schnell voll
Was ebenfalls den guten Besuch belegt: Alle Container, die von der Stadt für den Glasmüll bereitstanden, waren nach dem zweiten Tag bereits randvoll. „Eigentlich sollten sie für vier Tage reichen“, sagte Qasem.
Sowohl am Freitag als auch am Samstag waren die Straßen der Altstadt „proppenvoll“, wie sich der Hauptamtsleiter ausdrückte. Wenn dies der Fall ist, sind nach seinen Schätzungen bis zu 20.000 Menschen gleichzeitig auf dem Winzerfest gewesen. Insgesamt haben zwischen 60.000 und 70.000 Menschen das Heimat- und Weinfest besucht. Dass es nicht noch mehr geworden sind, lag an dem unbeständigen und feucht-kalten Wetter, das am Sonntagabend einsetzte und am Montag fast den ganzen Tag anhielt. Der Umzug zum Winzerfest blieb zwar noch vom Regen verschont. Rund 15.000 Menschen säumten die Straßen, um die geschmückten Festwagen und die Gruppen und Vereine zu beklatschen. Es dürften aber rund 5000 Zuschauer weniger als vor zwei Jahren gewesen sein, schätzt Qasem. Möglicherweise haben sich viele Menschen von der Wettervorhersage abschrecken lassen. In den verschiedenen Apps hieß es, dass der Regen deutlich früher einsetzen sollte. Insgesamt ist das Winzerfest friedlich verlaufen, so die Rückmeldungen, die Qasem bekam. Dennoch gab es „die üblichen Rangeleien“, sagte er, meistens unter Alkoholkonsum.
Wie der Leiter der Pressestelle des Polizeipräsidiums Ludwigsburg, Steffen Grabenstein, am Dienstagabend bestätigte, sei nach ersten Erkenntnissen nichts allzu Dramatisches passiert. Er konnte von zwei Körperverletzungen berichten. Am Samstag kurz vor Mitternacht soll ein verletzter 21-Jähriger an der Enzbrücke gefunden und an den Rettungsdienst übergeben worden sein. Weiterhin soll es am frühen Sonntagmorgen eine handgreifliche Auseinandersetzung mit mehreren Personen in der Kirchstraße gegeben haben. Die Ermittlungen dazu dauern jeweils noch an.
Viel weniger als vor zwei Jahren mussten Autos abgeschleppt werden, die im Weg standen, so Hauptamtsleiter Mahmoud Qasem. Es könnte schon sein, dass mancher Autofahrer wegen der Verkehrsbehinderungen verärgert war, doch „für die Ordnungsbehörde war es ein positives Fest“, stellt Qasem fest.
„Parkplätze reichen nicht“
Klar ist aber auch: „Die Parkplätze reichen hinten und vorne nicht.“ Der Parkplatz am kleinen Neckerle gegenüber Ceratizit war für Besucher gesperrt und den Anwohnern vorbehalten. Auf der Wiese im Anschluss an den Südpark durfte schon vor zwei Jahren nicht mehr geparkt werden. Umso wichtiger sei der Shuttle-Bus, der Besucher in Richtung Löchgau, nach Ottmarsheim und ins Neckartal brachte. Vor zwei Jahren gab es Beschwerden über den Bus, doch in diesem Jahr ist in dieser Hinsicht noch nichts zu Qasem durchgedrungen.
Die Idee, die Musikbühne auf dem Marktplatz abzuschaffen, habe sich bewährt. Besucher hätten die Musik nicht vermisst. Das Restaurant Marktwirtschaft und die drei Stände, die dort bewirteten, haben aus der neuen Situation „etwas Gutes gemacht“, sagte Qasem. „Es herrschte eine sehr gute Stimmung.“
