Wohnen und Gewerbe in Besigheim, Gemmrigheim, Walheim, Mundelsheim, Löchgau, Hessigheim und Freudental Zahlreiche Flächen-Wünsche

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Auch dies ist ein möglicher Standort für ein Gewerbegebiet, den die Stadt Besigheim in ihren Flächennutzungsplan eingetragen hat: das Gelände gegenüber dem Freibad und den Parkplätze (unten), wo heute die Unterkünfte für Flüchtlinge stehen. ⇥ Foto: Werner Kuhnle

Der Flächennutzungsplan des Gemeindeverwaltungsverbandes liegt zur Einsicht aus. Das letzt Wort über Wohn- und Gewerbegebiete ist längst noch nicht gesprochen.

Es war vor allem das umstrittene Gewerbegebiet „Benzäcker“ auf Mundelsheimer Gemarkung, das bei der letzten Sitzung des Gemeindeverwaltungsverbands Besigheim die Diskussion um den Flächennutzungsplan (FNP) bestimmte (die BZ berichtete). Doch die beteiligten Kommunen Besigheim, Gemmrigheim, Walheim, Mundelsheim, Löchgau, Hessigheim und Freudental haben eine ganze Reihe weiterer Flächen für die potenzielle Bebauung mit Wohnungen und Gewerbe ausgewiesen.

Der Flächennutzungsplan, der die Perspektiven der Bebauung für die kommenden 15 Jahre aufzeigt, liegt aktuell in den Mitgliedsgemeinden und bei der Verbandsverwaltung im Besigheimer Rathaus aus. Jetzt muss abgewartet werden, inwiefern Behörden, Verbände und andere Beteiligte Einwände oder Bedenken haben. So liegen beispielsweise weder vom Verband Region Stuttgart noch vom Regierungspräsidium offizielle Stellungnahmen vor. Es ist also keineswegs sicher, ob sich die Städte und Gemeinden mit ihren Vorstellungen über die bauliche Zukunft auf ihrer Gemarkung durchsetzen können.

Besigheim

Die Stadt Besigheim setzt den Schwerpunkt künftiger Wohnbebauung auf das Schimmelfeld. Angrenzend an die Bebauung des Gebietes Bülzen/Schimmelfeld im Süden sind mehrere Teilbereiche mit insgesamt 8,5 Hektar dafür ausgewiesen. Mit einem Beschluss des Gemeinderats vom April hatte die Stadt im Gegenzug darauf verzichtet, die Lehmgrube hinter den früheren Ziegelei-Gebäuden als Wohnungsbauschwerpunkt auszuweisen. Dort verhindern Wildbienen eine Bebauung.

Das zweite große Gelände ist die frühere Ziegelei selbst mit 2,8 Hektar, das bekanntlich im Besitz der Wohnbaufirma Layher ist. Sie hat jüngst die Industriebauten mitsamt dem Schornstein abreißen lassen. Für Gewerbe ist eine Fläche von 5,6 Hektar vorgesehen, die sich gegenüber Freibad und dem Betriebsgelände der Firma Köhler befindet, etwa dort, wo heute die Gebäude für Flüchtlinge stehen.

Löchgau

Die Gemeinde Löchgau sieht ihre Erweiterungsmöglichkeiten im Süden der Markung. Aktuell schreitet dort die Wohnbebauung im Gebiet Lüssen-West voran. Im Anschluss daran, bis zur Umgehungsstraße nach Besigheim, könnte ein Gewerbegebiet mit 6,9 Hektar entstehen. Rund 11,7 Hektar möchte Löchgau für die Wohnbebauung reservieren. Dieses Gelände nennt sich „Südlich des Steinbachs“ und zieht sich am Ortsende beim Freibad entlang der Wohnbebauung nach Süden. Um es zu realiseren, wäre ein Eingriff in einen regionalen Grünzug notwendig.

Freudental

Solche Dimensionen wie im benachbarten Löchgau sind in Freudental undenkbar. Im neuen Flächennutzungsplan sind keine weiteren Flächen für die Wohnbebauung ausgewiesen. Gerade erst wurde das Baugebiet Allenfeld mit 2,3 Hektar erschlossen und über den neuen Kreisverkehr an den Verkehr angeschlossen. Der Ansiedlung oder Erweiterung kleinerer Betriebe dient ein 1,6 Hektar großes Mischgebiet nahe den „Galgenäckern“ am westlichen Ortsrand.

Walheim

Auf sechs Hektar Fläche kommt das Wohngebiet „Zwischen den Wegen“, das Walheim gerne im FNP sehen möchte. Es liegt oberhalb des Orts in Richtung des neuen Friedhofs. Planer vermuten, dass dort Altlasten verborgen sind. Sie könnten durch Ablagerungen nach den Rebflurbereinigungen der 1960er- und 1970er-Jahre entstanden sein.

Zwischen Bahndurchlass und B 27 in Richtung Kirchheim ist oberhalb des Kraftwerks ein Sportgelände mit 2,7 Hektar ausgewiesen. Auch an der Sonderfläche für einen Supermarkt nahe der Bundesstraße hält die Gemeinde fest. Ein neues Gewerbegebiet wird es in den kommenden 15 Jahren nicht geben.

Gemmrigheim

Auf der anderen Seite des Neckars, in Gemmrigheim, setzt man auf die Erweiterung des bestehenden Gewerbegebiets an der Straße hoch nach Ottmarsheim. Im Süden davon möchte die Gemeinde 3,9 Hektar Fläche für Handwerk und Industrie ausweisen. Zwei Wohngebiete auf Gemmrigheimer Markung stehen im FNP, von denen eines bereits Naturschutz-Bedenken bei der Region hervorgerufen hat: das Gebiet Alter Berg (1,5 Hektar) oberhalb der Straße nach Besigheim. Südlich des Backnanger Wegs könnte ein gleichnamiges Wohngebiet mit der Größe von 5,5 Hektar entstehen.

Hessigheim

Bescheiden gibt sich Hessigheim bei der Ausweisung neuer Flächen. Eine zwei Hektar große Fläche namens „Wanne“ möchte die Gemeinde gerne nordwestlich von Kernerweg und Rieslingweg ausweisen, angrenzend an das Gelände der Felsengartenkellerei. Nur wenig weiter nördlich ist eine Fläche von 0,8 Hektar als Gewerbegebiet im FNP eingezeichnet. Für Feuerwehr und Bauhof sind 200 Ar am Ortsausgang an der Straße nach Ottmarsheim reserviert. Auch eine kleine Fläche für die Schulerweiterung ist eingezeichnet.

Mundelsheim

Die 20 Hektar für das regionale Gewerbegebiet „Benzäcker“ auf Mundelsheimer Markung sind die bei weitem größte Fläche, die im FNP für Gewerbe vorgemerkt werden soll. Erst vor wenigen Tagen hat die Regionalversammlung das Verfahren in Gang gesetzt, an dessen Ende eine Verlegung des dortigen regionalen Grünzuges und die Ausweisung im FNP stehen könnte. Darüber hinaus meldet Mundelsheim weitere Flächen in überschaubarem Ausmaß an: Rund 1,3 Hektar groß ist das Wohngebiet „Seellhofen V“ im Anschluss an das Wohngebiet, das in den vergangenen Jahren aufgesiedelt wurde.

 
 
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