Zaubershow im Kornenzentrum Bietigheim-Bissingen Absurde Tricks und verrückte Imaginationen

Von Sandra Bildmann
Christopher Köhler spritzte im Kronenzentrum in Bietigheim mit Cola um sich.⇥ Foto: Oliver Bürkle

Die Magier 3.0“ verblüfften am Sonntagabend das Publikum im Kronenzentrum mit ihrer Mischung aus Comedy und Zauberkunst.

Rund 150 Besucher lassen sich absichtlich an der Nase herumführen. Sie wollen sehen, was nicht sein kann. Rätseln hinterher, warum sie darauf reingefallen sind. Und wussten vorher, dass es so kommen würde. Wie in einer guten Zaubershow zu erwarten ist, stellen sich die Zuschauer diese Frage auch am Sonntagabend im Kronenzentrum häufiger. Und sie können nur mutmaßen, denn die „Magier 3.0“ sind Profis und lassen sich deswegen nicht in die Karten schauen. Apropos: Klischee-Klassiker wie Kartentricks, zerschnittene Frauen und weiße Hasen in Hüten kamen nicht vor. Dafür spielten der ominöse Zauberwürfel und eine Polaroid-Kamera Hauptrollen.

Zu dritt waren sie als „Magier 3.0“ angereist. Als Gründer und Moderator der Show hat der selbsternannte „Bad Boy der deutschen Zauberszene“, Christopher Köhler, zwei Kollegen an Bord geholt: den Mentalisten Lars Ruth sowie den deutschen Vize-Meister in der Parlor-Magic-Zauberkunst, Marco Weissenberg.

Alle fangen mal klein an, auch Köhler, der dem Publikum detailliert erzählte, wie er sich 2007 in einer Live-Show bei einem Kölner Lokalsender einen Nagel in die Hand rammte, weil sein Trick nicht funktionierte. Das Internet vergisst nicht: Noch heute steht das Video davon im Netz.

Schauderhafter Trick

Für die Bietigheim-Bissinger hatte er eine schauderhafte Alternative vorbereitet: Er steckte sich einen Angelhaken in den Mund. Eine Freiwillige aus dem Publikum sollte ihm daran lose befestigte Schnüre abreißen. Es klappte. Genauso wie sein Trick, bei dem die geschüttelte Cola-Dose als letzte aller Dosen geöffnet wurde.

In der Ankündigung des Abends hieß es: „Auf Augenhöhe mit dem Publikum zeigt Köhler mit saloppem Mundwerk Publikums-Improvisationen, die einmalig, saukomisch und absurd sind.“ Das trifft es relativ gut, gerade „absurd“ ist eine sehr treffende Vokabel, um den Abend zu beschreiben. In seiner Definition laut Duden „dem gesunden Menschenverstand völlig fern“ hat das Absurde bei den Magiern Konjunktur.

Marco Weissenberg alias Mellow verblüffte die Zuschauer mit mehreren Tricks rund um den Zauberwürfel. Doch dem sympathischen jungen Mann ging es vordergründig nicht darum, den Würfel zu lösen – nur einmal, bei seiner Pointe: Das Bild des wild verdrehten Zauberwürfels, das auf seinem T-Shirt prangte, zeigte am Ende seines Auftritts einen gelösten Würfel. Auch sein zweiter Act hörte unerwartet auf, als er die Polaroid-Kamera, mit der eine Freiwillige aus dem Publikum scheinbar eben noch ein Foto gemacht hatte, einfach in der Hand zerknüllte.

Bei Mentalisten scheiden sich die Geister: Sind es mit übersinnlichen Fähigkeiten Gesegnete oder infame Betrüger? Kann Lars Ruth anhand von spontanem Gekrakel auf einem Klemmbrett auf die Charaktereigenschaften dieses Menschen schließen? Können vor Ruths innerem Auge Tarot-Karten auftauchen, die die intimsten Fragen der Besucher beantworten? Das jedenfalls führte er im Kronenzentrum vor.

 
 
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