Zusammenschluss zwischen Ottmarsheim und Besigheim Glückliche kommunale Ehe

Von Uwe Deecke
Beim Festabend in Ottmarsheim zum 50-Jährigen des Zusammenschlusses zeigte ein Sketch des „Aktiven Ottmarsheim“ eine nicht alltägliche Ortschaftsratsitzung. ⇥ Foto: Oliver Bürkle

In Ottmarsheim wird mit einer kleinen Feier und dem Kirbemarkt der Zusammenschluss von vor 50 Jahren gedacht.

In kleinerem Rahmen wurde am Freitag in der Bürgerhalle das 50. Jubiläum der Eingliederung Ottmarsheims nach Besigheim gefeiert. Oder war es umgekehrt und Besigheim kam zu Ottmarsheim? Bürgermeister Steffen Bühler war sich da nicht so sicher und begrüßte nach dem Auftritt des Liederkranz zunächst die zahlreichen Gäste, die gekommen waren, um den Jahrestag der Eingemeindung mit einem bunten Programm zu feiern. Neben den Landtagsabgeordneten Tobias Vogt und Tayfun Tok waren es auch einige Zeitzeugen des Zusammenschlusses, der aufgrund der Gemeindereform sein musste.

Denn der kleine und älteste Ort im Landkreis war aus Sicht des Landes nicht leistungsfähig genug, um zu überleben. Die Verwaltungseinheiten wurden gebündelt, die Schulen trotz Protesten zusammengelegt und Ottmarsheim bekam eine ordentliche Mitgift von 1,6 Millionen Mark zum Start der kommunalen Ehe. „Der bisherige Ortscharakter und das örtliche Brauchtum in der Gemeinde Ottmarsheim sollen erhalten bleiben. Das kulturelle Eigenleben soll sich auch weiterhin frei und ungehindert entfalten können“, zitierte Bühler aus der damaligen Vereinbarung.

„Die damals Verantwortlichen haben sich bei der Erarbeitung der Ziele und Vorstellungen große Mühe gegeben und es war und ist den kommunalpolitisch Verantwortlichen in der Zeit danach bis heute ein großes Anliegen, die Ziele, Projekte und Bedingungen aus der Eingliederungsvereinbarung niemals aus den Augen zu verlieren“,  so der Rathauschef.

Dass die Kommunalreform für Ottmarsheim einiges brachte, zeigen die Zahlen: Die Einwohnerzahl stieg von 760 auf heute knapp 2400, es gab den Bau der Bürgerhalle, einer Leichenhalle und eines neuen Dorfplatzes, in den letzten Jahren entstand ein neues Feuerwehrmagazin und der Kita-Neubau. Schon viel länger gibt es das Gewerbegebiet „Ottmarsheimer Höhe“.

Besigheims Alt-Bürgermeister Werner Grau erinnerte an den Tag der Eingemeindung, als mit Ottmarsheims Schultes Walter Müller ein quer liegender Baum zersägt werden musste. Landrat Dietmar Allgaier rief ins Gedächtnis, dass ursprünglich Mundelsheim, Hessigheim und Ottmarsheim zusammenwachsen sollten. Und daran, dass beim späteren Votum 80 Prozent der Bürgerinnen und Bürger abstimmten, ganze 90 Prozent waren für den Zusammenschluss. „Die kommunale Ehe ist so glücklich wie eh und je“, so Allgaier.

Geldsack aus Marzipan

In ihrer Bilderrückschau zeigten Stadtarchivarin Sandy Richter und Bernd Schwandner von den „Veteranen“ eine Vielzahl von Bildern. Und so gab es für die rund 130 Gäste die Erinnerungen auf der Leinwand: Vom Bau der Bürgerhalle, vom schweren Geldsack aus Marzipan, vom gemeinsamen Ausflug auf die Schwäbische Alb und der Wiedereröffnung der Schule. Im Anschluss zeigte der Verein „Aktives Ottmarsheim“ mit Kabarettistin Sabine Essinger und Steffen Bühler einen Sketch zu einer nicht alltäglichen Ortschaftsratssitzung Nach dem Posaunenchor gab es den Auftritt der Besigheimer Studiobühne mit einem Sketch.

 
 
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