Zweckverband gemeinsames Industriegebiet Besigheim Erweiterung nahe der Autobahn

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Das gemeinsame Industriegebiet auf der Ottmarsheimer Höhe. Eine Erweiterung im Anschluss in Richtung Osten hatte Mundelsheim abgelehnt. Jetzt wird nahe der Autobahn geplant.⇥ Foto: Werner Kuhnle

Gewerbeflächen auf der Ottmarsheimer Höhe sind nach wie vor begehrt. Nach einigen Auseinanderstzungen wird jetzt gemeinsam mit Mundelsheim eine Erweiterung geplant.

Seit Jahren generiert das Industriegebiet auf der Ottmarsheimer Höhe, an dem die Stadt Besigheim und die Gemeinden Mundelsheim, Gemmrigheim, Neckarwestheim, Walheim und Hessigheim Anteile halten, verlässlich Gewerbesteuer und Gewinne. Erträge von 659 000 Euro aus Grundstücksverkäufen werden im Haushaltsplan 2021 erwartet, doch wegen der größeren Investitionen der vergangenen Jahre werden die Kommunen auch diesmal eine Umlage von rund 300 000 Euro einzahlen müssen, erklärte Verbandsrechnerin Verena Laiß am Montag in der Sitzung des Verbandes.

Zu diesen Investitionen zählen nicht nur Erschließungen auf der Ottmarsheimer Höhe, sondern etwa auch die Sanierung des Klärwerks in Neckarwestheim. Weitere Grundstücke sollen ebenfalls erworben werden, so Laiß, es zeichne sich aber ab, dass „erst ab dem Jahr 2024 mit neuen Erschließungen begonnen wird“.

Erschließungen ab 2024

Die künftige Entwicklung des gemeinsamen Gewerbegebietes, so die Vorlage, hänge entscheidend davon ab, welche Flächen zukünftig verkauft werden, wie diese erschlossen werden müssen und wie die Verkaufsverhandlungen verlaufen. Es solle keine „Erschließung auf Vorrat“ durchgeführt werden, sie solle sich stattdessen am aktuellen Bedarf orientieren.

Dieser Bedarf ist, so Verbandsgeschäftsführer Stefan Maier, nach wie vor vorhanden. Zuletzt wurde am nördlichen Rand des Industriegebiets eine Fläche für die DHL erschlossen, die dort ihr Lager samt elektrischer Fahrzeugflotte ansiedeln will. Dafür falle am Bahnhof das DHL-Lager weg, was für die Stadt eine große Erleichterung bedeute, so Maier.

Durch die Coronakrise sei die Nachfrage nur unwesentlich zurückgegangen. Aktuell habe er keine Flächen zu vergeben und rund drei Anfragen pro Monat. Möglich wären nach dem neuen Flächennutzungsplan noch weitere 8,8 Hektar Richtung Osten, so dass sich das Industriegebiet auf 71 Hektar belaufen würde.

In diesem Fall macht jedoch die Kommune Mundelsheim nicht mit, auf deren Gemarkung die Erweiterungsflächen liegen und die anderswo bessere Möglichkeiten sieht. Die Anstrengungen, das bereits bestehende Gewerbegebiet zu erweitern, hätten leider nicht gefruchtet, so Maier.

Der seit Jahren schwelende Konflikt mit  Mundelsheim um ein mögliches neues Industriegebiet an der Autobahn ist inzwischen beendet. Ursprünglich wollte Mundelsheim ein Gewerbegebiet gemeinsam mit Großbottwar östlich der Autobahn ins Leben rufen, was beim Landratsamt aber aufgrund des Naturschutzes keine Chance hatte

Anders sieht es beim Gebiet Benzäcker aus, das westlich der Autobahn und ganz auf Mundelsheimer Gemarkung liegt. Für Besigheims Bürgermeister Steffen Bühler ist die Erweiterung des Verbands-Industriegebiets in Richtung Osten seit der Novembersitzung des Verbands vom Tisch. Er hält die Benzäcker für sehr geeignet, weil sie weit weg von jeder Bebauung und nahe der Autobahn liegen. „Eine bessere Lage gibt es nicht“, so Bühler auf Anfrage der BZ.

Vorzeichen ändern sich

Für den neuen Standort werde gemeinsam mit den bisherigen Kommunen, die an der Ottmarsheimer Höhe beteiligt sind, geplant, erklärte Mundelsheims Bürgermeister Boris Seitz. Das bedeute im neuen Zweckverband natürlich mehr Anteile für Mundelsheim, das die rund 20 Hektar Fläche stelle. Mit der Ottmarsheimer Höhe könne man einige Jahre auskommen, bevor das Gewerbegebiet Benzäcker genutzt werden könnte. Weil hier aber kaum Naturschutz im Wege stehe, sei das Gebiet direkt an der Autobahn geeignet und wichtig, auch für einen Ausbau der Landesstraße in Richtung Backnang und ins Remstal.

Eine Sitzung der Regionalversammlung Ende letzten Jahres war coronabedingt ausgefallen, das Verfahren ist deshalb noch nicht in Gang gesetzt. Ein neuer Termin „ist für Juli angesiedelt“, so der Bürgermeister, der für den weiteren Verlauf des Verfahrens optimistisch ist.

 
 
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