Zwei Verletzte in Ludwigsburg 16-Jähriger stiehlt Auto und baut nach Verfolgungsjagd schweren Unfall

Von Julia Hawener und Emanuel Hege
Der Opel prallte gegen ein geparktes Fahrzeug und brannte schließlich aus. Foto: Privat

Ein 16-Jähriger flüchtet mit einem gestohlenen Auto vor der Polizei und verliert in Ludwigsburg die Kontrolle. Augenzeugen berichten von herumfliegenden Autoteilen und Flammen.

Ein 16-Jähriger ist am Mittwochabend mit einem gestohlenen Opel vor der Polizei geflüchtet und hat in Ludwigsburg einen schweren Unfall verursacht. Dabei wurden er und sein gleichaltriger Beifahrer schwer verletzt, außerdem entstanden Schäden an mehreren Fahrzeugen, wie die Polizei mitteilte.

Beamte des Polizeipräsidiums Stuttgart entdeckten den gesuchten Opel gegen 23.10 Uhr auf der Bundesstraße 27 auf Höhe Friedrichswahl in Stuttgart-Zuffenhausen und wollten ihn anhalten. Doch die Jugendlichen gaben laut Polizei Gas und rasten mit hoher Geschwindigkeit in Richtung Ludwigsburg davon. Dabei soll der Opel zwischen zwei unbeteiligten Fahrzeugen hindurchgefahren sein, um weiter zu flüchten.

16-Jähriger flüchtet mit gestohlenem Auto – Wagen brennt aus

Im Stadtgebiet Ludwigsburg setzte der Wagen seine Fahrt mit mutmaßlich überhöhter Geschwindigkeit auf der Stuttgarter Straße fort und bog im Kreuzungsbereich mit der Friedrichstraße nach links ab. Dort verlor der Fahrer offenbar die Kontrolle über das Fahrzeug, kam von der Fahrbahn ab und prallte gegen ein am rechten Fahrbahnrand geparktes Auto. Der Opel geriet anschließend in Brand. Durch den Aufprall wurden drei weitere geparkte Fahrzeuge meterweit verschoben und beschädigt.

Der 16-jährige Fahrer versuchte kurzzeitig zu Fuß zu flüchten, konnte jedoch von Einsatzkräften gestoppt werden. Sein gleichaltriger Beifahrer wurde von Polizisten aus dem Fahrzeug gerettet. Beide Jugendlichen wurden nach bisherigen Erkenntnissen schwer verletzt. Der Rettungsdienst brachte sie in ein Krankenhaus, wo sie vorsorglich stationär aufgenommen wurden.

Opel prallt in parkende Autos und brennt aus – zwei Verletzte

Durch die Wucht des Aufpralls verteilten sich Fahrzeugteile auf der Fahrbahn, so dass die Unterführung im Bereich der Unfallstelle zeitweise gesperrt werden musste. Die beteiligten Fahrzeuge mussten abgeschleppt werden – der Schaden liegt laut Polizei bei mindestens 100.000 Euro.

Laut einem Augenzeugen war die Wucht des Aufpralls enorm: Fahrzeugteile seien rund 30 Meter weit über die angrenzende Unterführung geschleudert worden und hätten dabei auch sein Auto beschädigt. Ein Foto des Augenzeugens zeigt ein Loch im Bereich seines Scheinwerfers – ein Hinweis auf die enorme Kraft der Kollision.

Noch am Morgen danach sind die Spuren des Unfalls deutlich sichtbar: Trümmerteile liegen auf der Straße, in der Luft hängt der Geruch von Verbranntem und Löschsand der Feuerwehr. Das angrenzende Gebäude, in dem sich vor allem Büros befinden, blieb offenbar unbeschädigt. Doch ein davorstehender Zaun ist eingedrückt, mehrere Mülltonnen sind völlig zerstört. Ein Mann, der das Gebäude am Morgen verlässt, muss über Trümmer steigen und sich seinen Weg durch ein beschädigtes Tor bahnen.

„Ein Verletzter lag direkt hier vor dem Gebäude, ein anderer weiter die Straße hinunter auf einer Liege“, berichtet er. So etwas habe er noch nie gesehen, die Flamme des brennenden Autos sei meterhoch gewesen. Er sei einfach froh, dass sich zum Unfallzeitpunkt niemand auf dem Gehweg befunden habe.

Die Verkehrspolizeiinspektion Ludwigsburg hat die Ermittlungen zum genauen Unfallhergang übernommen. Zeugen, die Angaben zur Fahrweise des Opels machen können, insbesondere die beiden Verkehrsteilnehmer, an denen der flüchtende Wagen vorbeigefahren ist, werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 0711 / 68 69 0 oder per E-Mail an stuttgart-vaihingen.vpi@polizei.bwl.de zu melden.

 
 
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