2:8-Schlappe bei den Fischtown Pinguins Bietigheim Steelers gehen an der Nordsee unter

Von Andreas Eberle
Au Backe, das ging schief: Trainer Daniel Naud und seine Steelers kassierten gegen die Fischtown Pinguins die zweite Klatsche binnen zwölf Tagen. ⇥ Foto: Sportfoto Zink / Thomas Hahn via www.imago-images.de

2:8-Pleite statt Revanche: Der DEL-Aufsteiger verliert auch das zweite Duell gegen die Fischtown Pinguins klar. Smereck trifft erstmals. Die Spieler üben Selbstkritik und verbreiten Zweckoptimismus.

Wir haben noch eine Rechnung offen, die wir begleichen wollen“ – diese Kampfansage richtete René Schoofs, Rekordspieler der Bietigheim Steelers, vor dem DEL-Duell bei den Fischtown Pinguins an den Gegner. Doch offenbar hatten Schoofs und Co. am Sonntagnachmittag dafür doch nicht genug „Moneten“ nach Bremerhaven mitgenommen. Elf Tage nach dem 3:10-Heimdebakel gab es an der Nordsee eine weitere Tracht Prügel für den Aufsteiger: Mit 2:8 unterlagen die Schwaben dem Champions-League-Teilnehmer erneut deutlich. „Ob du jetzt 3:2 oder 8:2 verlierst – verloren ist verloren“, sagte Stürmer Daniel Weiß nach der sechsten Niederlage in Serie und legte den Finger in die Wunde: „Zehn Minuten Eishockey reichen in dieser Liga eben nicht.“

Zumindest der erstmalige Sturz auf den sicheren Abstiegsplatz 15 blieb dem SCB erspart – weil Schlusslicht  Schwenningen am Sonntagabend gegen Ingolstadt mit 2:4 unterlag. In den Heimpartien am Mittwoch gegen Nürnberg und am Freitag gegen Ingolstadt (beide 19.30 Uhr) stehen die Steelers dennoch unter Zugzwang. „Jedes Spiel ist ein Playoffspiel“, sagte Weiß  vor der Rückfahrt ins Ellental. „Nun müssen wir uns einen Tag ausruhen, die Fehler analysieren – und dann geht’s weiter. Hier jetzt rumzuheulen, hilft uns nicht weiter.“

Zwei Gegentore in Überzahl

Auch die neuen blauen Auswärtstrikots, mit denen sie in der Eisarena Bremerhaven antraten, brachten den Steelers kein Glück. Dabei waren sie schon nach 63 Sekunden vorne gelegen: Brendan Ranford schlängelte sich an zwei Gegenspielern vorbei, und der US-Verteidiger Jalen Smereck nutzte das Zuspiel zu seinem ersten DEL-Tor. Doch dann setzten die Pinguins ihr fröhliches Scheibenschießen aus der ersten Begegnung fort. Speziell Miha Verlic war kaum zu bremsen und schlug gleich viermal zu, darunter zweimal in Überzahl. Die weiteren REV-Treffer erzielten Alexander Friesen (2), Vladimir Eminger und Ross Mauermann. Innerhalb von 90 Sekunden kassierte der DEL-Neuling sogar gleich zwei Treffer bei eigener Überzahl. Matt McKnight war im Schlussdrittel das zwischenzeitliche 2:6 gelungen.

Dabei waren die Bremerhavener bisher die Mannschaft in der Liga gewesen, die zu Hause mit 25 die wenigsten Schüsse abgibt. Die angeknockten Gäste waren der perfekte Gegner, um jene Statistik aufzumöbeln. 50:35 betrug am Ende das Torschussverhältnis. Bezeichnend auch, dass Goalie Cody Brenner trotz der acht Gegentreffer der beste Bietigheimer auf dem Eis war. Ansonsten waren die Steelers, die erneut auf Mitchell Heard verzichtet hatten, in allen Belangen unterlegen. 

Aus dem Team ist sowohl Selbstkritik als auch Zweckoptimismus zu hören. „Jetzt muss sich jeder an die eigene Nase packen und gucken, was er im nächsten Spiel besser machen kann“, forderte Angreifer Weiß. „Wenn wir zusammenhalten, kommen wir da raus“, hatte Schoofs schon vor dem Auftritt im hohen Norden angemerkt. „Wir glauben an uns und haben Vertrauen in unsere Stärken“, stellte auch Premieren-Torschütze Smereck fest. Es ist an der Zeit, diesen Worten nun auch wieder Taten folgen zu lassen. Am besten schon am Mittwoch gegen Nürnberg.

 
 
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