3:2 – Steelers gewinnen Spiel drei bei den Kassel Huskies Wieder mitten im Aufstiegskampf

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Bietigheims Matchwinner Alexander Preibisch freut sich über seinen Siegtreffer zum 3:2. Troy Rutkowski und Torhüter Gerald Kuhn von den Kassel Huskies  sind bedient. Foto: Jan-Malte Diekmann/JMD-Photographie

Die Bietigheim Steelers schlagen im Playoff-Finale zurück und gewinnen das dritte Duell bei den Kassel Huskies 3:2.  Preibisch erzielt kurz vor Schluss das Siegtor. Am Donnerstag geht die Serie weiter.

Die Bietigheim Steelers haben das Saisonende auf den letzten Drücker noch mal abgewendet. Sie gewannen am Dienstagabend das dritte Finalspiel bei den Kassel Huskies dank einer Galavorstellung mit 3:2. Damit verkürzte der SCB in der Best-of-Five-Serie auf 1:2. Die ersten beiden Partien hatten die Nordhessen mit 2:1 und 4:1 für sich entschieden. Alexander Preibisch avancierte in der Eissporthalle am Auestadion mit seinem Tor 37 Sekunden vor Schluss zum Matchwinner.

„Das war wieder ein Spiel auf Messers Schneide zwischen zwei Topmannschaften. Ich bin sehr stolz auf diese Leistung, aber es ist nur ein Sieg. Man braucht drei“, bilanzierte Trainer Danny Naud nach den packenden, aber sehr fairen 60 Minuten – und blickte mit Vorfreude auf das vierte Kräftemessen der beiden Aufstiegskandidaten. Dieses steigt am Donnerstag (19.30 Uhr/Live auf Sprade TV) nun wieder in der EgeTrans-Arena. Dort geht es für den SCB darum, auch den zweiten Kasseler Matchpuck abzuwehren. Naud: „Wir werden uns wie immer gut vorbereiten, und dann treffen wir uns in zwei Tagen wieder. The show must go on.“

Kapitän Goc fehlt in der Abwehr

Bei seinem Team hatten sich die Reihen am Dienstag weiter gelichtet. Die Hoffnung auf eine rechtzeitige Rückkehr des verletzten Topscorers Riley Sheen zum dritten Spiel erfüllte sich nicht – der kanadische Angreifer musste wie schon am Sonntag erneut passen. Schlimmer noch: Mit Kapitän und Verteidiger Nikolai Goc fiel ein weiterer Schlüsselspieler kurzfristig aus. Ohnehin nicht dabei waren die ebenfalls lädierten Jimmy Hertel und Brett Breitkreuz. Einmal mehr war Naud also zu Umstellungen im Team gezwungen. Diesmal löste der Coach das Problem, indem er Allrounder René Schoofs wieder in die Abwehr zurückbeorderte und Youngster Robert Kneisler zu Robin Just und Yannick Wenzel in den dritten Sturm schickte.

Unbeeindruckt von den personellen Handicaps legten die Steelers mit viel Power sowie dem festen Glauben an sich und an ein Serien-Comeback los. Von der ersten Minute an nahmen sie Kassels Keeper Gerald Kuhn unter Beschuss. „Wir wollten gleich voll angreifen und zeigen, dass wir noch nicht tot sind“, sagte Naud später über die stürmische Bietigheimer Anfangsphase.

Doch wie inzwischen fast schon üblich belohnten sich die Gäste nicht für ihren Aufwand. Dafür zeigten die Huskies ihren Killerinstinkt. Bei einem ersten Konter rettete Goalie Leon Doubrawa noch grandios im Eins-gegen-eins gegen Corey Trivino. Kurz darauf traf Philippe Cornet allerdings im Fallen zum 1:0 (6.). Der SCB steckte auch diesen Genickschlag weg. Nach einem Querpass von Norman Hauner gelang Evan Jasper der hochverdiente 1:1-Ausgleich (10.). Der Kanadier war nach Benjamin Zientek erst der zweite Bietigheimer Torschütze im Finale. Die nächste kalte Dusche für die Gäste folgte in der 17. Minute, als sich der von Vincent Saponari freigespielte Trivino die Ecke aussuchen konnte und den Puck zwischen Doubrawa und Max Prommersberger hindurch zum 2:1 ins Netz knallte (17.).

Auch im Mittelabschnitt waren die Schwaben die aktivere, bessere und gefährlichere Mannschaft. Aber es blieb wie verhext. Selbst größte Chancen wie jene von Jasper im ersten und einzigen Powerplay vergaben die Naud-Schützlinge. Es hätte ins Bild gepasst, wenn Trivino bei der einzigen guten Möglichkeit der Schlittenhunde noch auf 3:1 erhöht hätte – der junge Doubrawa blieb cool und entschärfte den bereits achten Kasseler Alleingang im Rahmen der Finalserie. Das Schussverhältnis nach zwei Dritteln sprach Bände: 29:16 für den Hauptrundenvierten aus dem Ellental. Nur nach Toren sah es anders aus.

Kehler erkennt SCB-Leistung an

Mit dem Mut der Verzweiflung berannten die nie aufsteckenden „Stählernen“ auch im Schlussdrittel das Huskies-Gehäuse. Das längst fällige 2:2 schoss Jasper. Der erst im Februar verpflichtete Kanadier war von seinem hinter dem Tor postierten Sturmpartner Hauner mustergültig bedient worden und traf aus Nahdistanz (49.). Ausgerechnet der im Finale bisher so stark haltende „Jerry“ Kuhn gab 37 Sekunden vor Spielende keine gute Figur ab: Nach Matt McKnights scharfer Hereingabe von links fälschte Preibisch ab. Von Kuhns Schulter prallte die Scheibe zum Bietigheimer 3:2 ins kurze Eck – kurios, aber hochverdient, wie auch Kassels Coach Tim Kehler zugab: „Die bessere Mannschaft hat heute Abend gewonnen.“

 
 
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