4:3 nach Penaltyschießen - Aufsteiger triumphiert auch in Krefeld Sheen schießt Steelers zum Sieg

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Riley Sheen (rechts) bejubelt seinen Treffer zur Bietigheimer 2:1-Führung bei den Krefeld Pinguinen. Am Ende der turbulenten DEL-Partie hatte der Kanadier drei Tore erzielt. ⇥ Foto: Stefan Brauer/Imago Images

Der kanadische Stürmer steuert in Krefeld drei Tore zum Bietigheimer 4:3-Erfolg nach Penaltyschießen bei. Der DEL-Neuling aus dem Ellental entwickelt sich immer mehr zum Auswärtsschreck.

Der dritte Sieg hintereinander in der Fremde, wieder nach einer Extraschicht: Die Bietigheim Steelers entwickeln sich in der DEL immer mehr zum Auswärtsschreck. Am Freitagabend setzte sich der Aufsteiger bei den Krefeld Pinguinen mit 4:3 nach Penaltyschießen durch und kletterte in der Tabelle auf Rang elf. Den entscheidenden Versuch verwandelte Riley Sheen, der zuvor schon in der regulären Spielzeit zweimal getroffen hatte. „Das war ein gutes viertes Auswärtsduell von uns. Unser Team entwickelt sich immer weiter“, frohlockte der kanadische Topscorer und Matchwinner nach dem Triumph.

Babypause für Verteidiger Schüle

Beim SCB machte Verteidiger Tim Schüle, der am Mittwoch Vater einer Tochter geworden war, eine Babypause. Für ihn stand Guillaume Naud wieder im Kader. Doch wie schon in Nürnberg, Köln und Straubing geriet der Neuling auch in Krefeld zunächst in Rückstand. Sheen verlor vorne die Scheibe, und mit einem einfachen Steilpass übertölpelten die Rheinländer die Bietigheimer Abwehr. Alexander Bergström tanzte den für Cody Brenner ins Tor zurückkehrten Sami Aittokallio mit einem Schlenker aus und vollendete zum 1:0. Gerade mal 91 Sekunden waren da absolviert.

Krefelder Keeper verletzt sich

Das Duell kippte mit der Verletzung von Oleg Shilin, der ins Krankenhaus musste. Der russische Stammgoalie der Pinguine war in der siebten Minute von einem Schläger – oder war’s ein Knie? – am Kopf getroffen worden und räumte seinen Platz zwischen den Pfosten für Nikita Quapp. Der 18-jährige Youngster hatte einen schlechten Start. Bei doppelter Überzahl zog C.J. Stretch aus spitzem Winkel ab, und von Quapps Rücken flog der Puck zum 1:1 ins Netz (14.). Für die Steelers war es der erste Powerplay-Treffer in der Fremde im vierten Anlauf. Mit einem Schuss, der wie ein Strich in Krefelds Kasten einschlug, brachte Sheen den Gast noch vor der ersten Pause in Führung (16.).

Bietigheimer Doppelpack-Premiere

In der 25. Minute gab’s eine weitere Premiere in der noch jungen Bietigheimer DEL-Geschichte, als der Angreifer den ersten Steelers-Doppelpack im Oberhaus zum 2:3 besorgte. 34 Sekunden zuvor hatte KEV-Torjäger Jeremy Bracco das 2:2 erzielt. Gar nicht im Bild war die Steelers-Abwehr beim erneuten Ausgleich, als Alexander Weiß in zentraler Position freie Bahn hatte und Aittokallio keine Chance ließ – 3:3 (37.). Für Diskussionen auf und neben dem Eis sorgte kurz darauf das vermeintliche 4:3 für Bietigheim, das Evan Jasper per Bauerntrick gelang. Die Schiedsrichter gaben den Treffer erst, nahmen ihn dann aber nach dem Videobeweis zurück, weil sie bei der Rangelei zwischen KEV-Verteidiger Patrik Hersley und Stretch vor dem Kasten eine Behinderung seitens des Bietigheimers entdeckt hatten. 

Obwohl beide Team im Schlussdrittel meist viele Gegentreffer kassieren, hielten sie diesmal den Laden dicht. Nachdem auch die turbulente Verlängerung torlos geendet hatte, entschied das Penaltyschießen – und da verwandelten Sheen und Brendan Ranford nervenstark ihre Versuche, während die Krefelder Kollegen Lucas Lessio und Bracco scheiterten. Der vierte Bietigheimer Sieg in der DEL war im Sack.

Am Sonntag kommt die Düsseldorfer EG

Ein Traditionsverein schaut am Sonntag (16.30 Uhr) zum fünften Heimspiel der Bietigheim Steelers im Ellental vorbei: die Düsseldorfer EG. Die Mannschaft von Trainer Harold Kreis belegt nach neun absolvierten Partien mit 16 Punkten den sechsten Tabellenplatz. Am Freitagabend kassierte das DEL-Gründungsmitglied vom Rhein eine deftige 2:5-Heimpleite gegen die Adler Mannheim. Zweimal hat DEG bereits auswärts gewonnen: am ersten Spieltag mit 6:4 in Krefeld und vor acht Tagen mit 3:1 beim Meister Eisbären Berlin. Düsseldorfs Topscorer ist aktuell der in Bad Friedrichshall geborene Stürmer Daniel Fischbuch mit sieben Scorerpunkten.

 
 
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