4:3 nach Verlängerung: Bietigheim Steelers zähmen Eislöwen Zwei Punkte zum Trainer-Geburtstag

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Steelers-Profi Max Prommersberger (links) und Nick Huard kreuzen beim Kampf um den Puck die Schläger, so dass sich ein X bildet. ⇥ Foto: Ralf Poller/Avanti

Die Bietigheim Steelers beschenken Danny Naud mit einem 4:3-Sieg gegen Dresden nach Verlängerung.

Die Eishockey-Profis der Bietigheim Steelers haben das Geburtstagskind am Samstag lange zappeln lassen: Erst nach einem 0:2-Rückstand drehten sie im DEL2-Heimspiel gegen die Dresdner Eislöwen auf und beschenkten ihren Trainer Danny Naud doch noch mit zwei Punkten zu dessen 59. Geburtstag. 4:3 nach Verlängerung hieß es am Ende für den SCB.

Den Unterschied machten die Special Teams. Drei Bietigheimer Tore, darunter der Siegtreffer von Matt McKnight, fielen im Powerplay. Das Anschlusstor zum 1:2 resultierte aus einem Konter in Unterzahl – in diesen beiden Kategorien sind die Schwaben wie gehabt ligaweit Spitze.

18-Jähriger im Dresdner Tor

In den ersten 20 Minuten knüpften die Steelers allerdings nahtlos an ihren schwachen Donnerstagsauftritt beim EV Landshut (1:6) an. Schon da hatte Naud die Defensivleistung seiner Schützlinge gerügt und bei ihnen „die Drecksarbeit“ vermisst. Obwohl auch Goalie Cody Brenner in Niederbayern eine unglückliche Figur abgegeben hatte, erhielt er eine weitere Bewährungschance. Dresdens Coach Andreas Brockmann reagierte auf das 2:5 gegen Ravensburg dagegen mit einem Torwartwechsel: Riku Helenius flog als überzähliger Ausländer aus dem Kader, für den finnischen Routinier stand der 18-jährige Nick Jordan Vieregge zwischen den Pfosten. Dafür trat das Team von der Elbe mit vier internationalen Stürmern an.

Youngster Vieregge hatte zunächst wenig Gelegenheit, Brockmanns Vertrauen zu rechtfertigen, denn der Bietigheimer Angriff erwies sich als zahnlos und versuchte es zu oft mit Einzelaktionen. Bissiger und zielstrebiger waren die Eislöwen, die ihre Dominanz in eine 2:0-Führung ummünzten. In der achten Minute nutzte der frühere Steelers-Verteidiger Alexander Dotzler den Freiraum, dem ihm die SCB-Abwehr in zentraler Position gewährte, zum 0:1. Exakt mit der Schlusssirene erzielte der ebenfalls allein gelassene Kanadier Nick Huard den zweiten Gästetreffer – und jener ärgerte Naud ganz besonders. Denn unmittelbar zuvor waren zwei seiner Spieler zum Wechseln Richtung Bank gefahren. „Man sollte schon wissen, wie lange ein Drittel noch geht“, moserte der Trainer. „Das darf eigentlich nicht passieren.“ Zwischendurch hatte Brenner sogar noch einen Penalty des Letten Elvijs Biezais pariert.

Elftes Steelers-Tor in Unterzahl

Auch das Mitteldrittel begann mit einem Tor, diesmal für die nun endlich auftauenden Hausherren. In Unterzahl schalteten sie blitzschnell um, und vorne erledigte die Kanada-Connection den Rest: McKnight verwertete ein Zuspiel von Topscorer Riley Sheen zum 1:2 – der bereits elfte „Shorthander“ der Steelers in der Hauptrunde (21.). Bei einer fast fünfminütigen Überzahl am Stück, darunter 86 Sekunden im Duell fünf gegen drei, gingen die Powerplay-Spezialisten aus dem Ellental jedoch leer aus – auch weil die Eislöwen, allen voran der fast ständig auf dem Feld weilende Kapitän Jordan Knackstedt, ihren Vorsprung mit Zähnen und Klauen verteidigten.

Im dritten Spielabschnitt schossen Sheen (45.) und René Schoofs (48.) mit zwei Powerplay-Treffern eine Bietigheimer 3:2-Führung heraus, die der Ex-Steeler Dennis Swinnen, ebenfalls in Überzahl, noch egalisierte (51.). In der Zusatzschicht avancierte McKnight zum Matchwinner: Der Center schlug nach 64 Sekunden zu. Nauds 59. Geburtstag war gerettet.

Stimmen zum Spiel

Danny Naud, Trainer der Bietigheim Steelers: Im ersten Drittel waren wir nicht bereit. Ich glaube, nach den drei Siegen hintereinander vor dem Landshut-Spiel haben einige Spieler gedacht, es geht von allein. Mit den letzten 40 Minuten kann man zufrieden sein. Wir haben sehr gut in Unterzahl gespielt, und auch das Powerplay war in Ordnung, auch wenn wir bei Fünf gegen Drei nicht getroffen haben. Im letzten Drittel waren wir sehr fokussiert. Ich freue mich, dass wir nach einem 0:2-Rückstand noch zurückgekommen sind und in der Verlängerung gewonnen haben. Daran sieht man, dass die Mannschaft einen guten Charakter hat.

Andreas Brockmann, Coach der Dresdner Eislöwen: Ich bin ein bisschen enttäuscht. Wir haben heute nicht einen Punkt gewonnen, sondern zwei Punkte verloren, weil wir eigentlich hervorragend gespielt haben. Wenn du so viele Strafen nimmst, wird es aber schwer. Wir haben drei Gegentore in Unterzahl sowie einen Shorthander bekommen. Das müssen wir hinnehmen, es waren dumme Strafen.  Daraus müssen wir lernen, wir müssen künftig cleverer sein.

 
 
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