Aue SG BBM Bietigheim verliert gegen den EHV Aue

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Bietigheims Kreisläufer Patrick Rentschler erzielte im Spiel gegen Aue drei Treffer. ⇥ Foto: Frank Kruczynski

Aue spielt voll auf Sieg

Verkehrte Welt in der Zweiten Liga: Während sich die vor der Saison als Aufstiegsmitfavorit gehandelte SG BBM Bietigheim nach der 27:28-Niederlage am Samstag beim EHV Aue weiterhin schwer tut, überrascht der Abstiegskandidat aus dem Erzgebirge mit dem dritten Sieg im vierten Spiel die Experten.

Dabei hatte es zu Beginn der Partie gar nicht so ausgesehen, als könnten die Sachsen, ein Urgestein der Zweiten Liga, den Gästen aus Baden-Württemberg irgendwie gefährlich werden. Denn nach vierwöchiger Corona-Zwangspause war die Spielgemeinschaft deutlich besser ins Spiel gestartet. Mit 3:0 lag die Truppe von Trainer Hannes Jón Jonsson nach einem Tor von Rechtsaußen Christian Schäfer und zwei schnellen Treffern in Folge durch Kapitän und Linksaußen Jan Asmuth nach sechs Minuten in Führung.

Erst eine halbe Minute später netzte der beste Auer Torschütze der Vorsaison, Adrian Kammlodt, mit viel Schmackes aus dem Rückraum zum ersten Mal für die Hausherren ein, die gegen die SG BBM Bietigheim das erste Geisterspiel ihrer Geschichte in der Erzgebirgshalle in Lößnitz bestreiten mussten.

Lux bereitet Kopfzerbrechen

In der Folgezeit entwickelte sich eine offene Begegnung. Zwar zeigte sich die SG im Vergleich zum holprigen Saisonstart in der Problemzone Rückraum etwas verbessert, was vor allem Jonas Link und Dominik Claus zu verdanken war, doch insgesamt war das Spiel der Gäste noch immer deutlich zu statisch.

Auch Aues Linksaußen Maximilian Lux bereitete den Bietigheimern einige Kopfschmerzen. Der Erstliga erfahrene 25-Jährige erwischte einen Sahnetag und brachte seine Farben beim 8:8 zunächst wieder heran. Vielleicht hatten sich für Lux ja die vielen Trainingseinheiten in der Garage der Großeltern ausgezahlt, die der Linksaußen im Lockdown zum Fitnessstudio umfunktioniert hatte.

Doch mit drei Toren in Serie setzte sich die SG schnell wieder ab. Abschütteln ließen sich die Sachsen allerdings nicht. Nach 27 Minuten und einer zwischenzeitlichen doppelten Unterzahl der Gäste glichen die Hausherren wieder aus. Mit einem leistungsgerechten 13:13 ging es in die Kabine.

Nach der Pause war es neben dem am Ende neunfachen Torschützen Lux Aues Torhüter Anadin Suljakovic, der der Jónsson-Sieben den Zahn zog. Der in Bosnien geborene katarische Nationalspieler hütet mit Zweitspielrecht ausgestattet auch das Tor des Bundesligisten HSG Wetzlar. Beim Team von Trainer Kai Wandschneider ersetzte Suljakovic noch am Donnerstag Nationaltorhüter Till Klimpke beim Sieg der HSG gegen Coburg, da Klimpke von Wandschneider nach mehreren Corona-Fällen im DHB-Team vorsorglich aus dem Kader gestrichen worden war.

Doch von möglichen Ermüdungserscheinungen keine Spur beim Auer Keeper, der – angefeuert von seinem verletzten Teamkollegen Kevin Lux, der sich an der Trommel austobte – im zweiten Durchgang immer besser ins Spiel fand. Gleich zweimal scheiterte der sonst vom Strich so sichere Christian Schäfer per Siebenmeter am Auer Keeper. Nach zunächst ausgeglichenem Beginn zogen die Gäste trotz mehrerer Tore aus dem Rückraum vom starken Claus, der es nach 60 Minuten auf neun Tore brachte, auf 25:21 davon. Nach Umstellung auf eine offensive 5:1-Deckung und einer roten Karte gegen EHV-Spieler Kevin Roch, der Jonas Link bei einer Abwehraktion in der 56. Minute im Gesicht getroffen hatte, schmolz der Vorsprung der Gastgeber jedoch. Eine knappe Minute vor dem Ende der Partie gelang dem spät eingewechselten Max Öhler per Strafwurf der Ausgleich.

Aue spielt voll auf Sieg

Doch zum Punktgewinn sollte es nicht mehr reichen, da Aue in der Schlussminute in Unterzahl den Torhüter herausnahm und voll auf Sieg spielte. Der Mut wurde belohnt, denn der überragende Maximilian Lux traf kurz vor Schluss per Siebenmeter gegen den eingewechselten Nick Lehmann und besiegelte so die zweite Bietigheimer Pleite im dritten Spiel.

 
 
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