Backhäuser in Bönnigheim Aufgeben ist keine Option

Von Birgit Riecker
In der Schulbrunnenstraße befindet sich das kleine Backhaus von Hofen. Foto: /Martin Kalb

Der Technische Ausschuss will die vier Backhäuser instandsetzen. Die Kostenschätzung liegt insgesamt bei  knapp 50 000 Euro.

Braucht das Backhaus in Hofen einen Wasseranschluss? Braucht das Backhaus in Hohenstein zwei funktionierende Backkammern? Die Beratung des Technischen Ausschusses über die Sanierung der vier städtischen Backhäuser ließ zunächst die Antworten offen: Die Nutzer sollen befragt werden.

Nachdem in den Coronajahren die Backhäuser kaum genutzt wurden, wollen jetzt wieder mehr Menschen ihr eigenes Brot oder ihre Kuchen backen. Doch die zwei Backhäuser in der Weinstraße und der Uhlandstraße sowie die beiden Backhäuser in den Stadtteilen sind nicht mehr ganz in Ordnung.

Deshalb war der Chef der Liegenschaftsverwaltung, German Thüry, mit einem Ofenbauer auf Tour gewesen. Dabei war festgestellt worden, dass im Backhaus in der Weinstraße in beiden Backräumen und dem Gewölbe eine Erneuerung der Rauchabzüge sowie die Backflächenerneuerung ansteht. Dafür werden rund 22 500 Euro fällig. In beiden Backräumen in der Uhlandstraße sind die Backflächen zu erneuern. Das schlägt mit rund 8500 Euro zu Buche. Die vorgeschlagene Instandsetzung des Kaminanschlusses im Backhaus in Hofen kostet rund 500 Euro, während die Backflächenerneuerung und die Ofentür im rechten Backraum, die Erneuerung der Rauchzüge und die Reparatur der Seitenwand des linken Backofens sowie die Instandsetzung des Kaminkopfs im Hohensteiner Backhaus mit rund 15 000 Euro veranschlagt sind.

Knappe Haushaltsmittel

Kann sich die Stadt die Reparaturen überhaupt leisten oder soll sie angesichts der teilweise doch überschaubaren Nutzung einzelne Häuser aufgeben? Vom Aufgeben hält Thüry nichts. Zwar seien die Haushaltsmittel knapp, aber die Brauchtumspflege und damit auch das „Miteinander“ beim Backen sei doch wichtig. Würde man nur noch zwei Backhäuser anheizen, hätten die Anwohner zu häufig unter dem Rauch zu leiden.

Das sahen die Mitglieder des Technischen Ausschusses auch so. Doch für Frank Müller (CDU/FWV) stellte sich die Frage, ob die zweite Kammer in Hohenstein tatsächlich saniert werden müsse. „Die wurde seit 20 Jahren nicht mehr angeheizt“, wusste er von den Nutzern. Deshalb soll jetzt zunächst geprüft werden, ob der Ofen Schaden erleidet, wenn nur noch eine Backkammer beheizt werden kann.

Mit den Nutzern reden

Ein anderes Problem sah Stadtrat Hans-Martin Jäger (UWG) beim Backhaus in Hofen: „Da gibt es eine verantwortliche Familie, die inzwischen sagt: „Macht doch grad, was ihr wollt“. Mit ihnen wurde nicht gesprochen und das sei nicht richtig. Denn im Gespräch könnte man doch „vielleicht zu einer vernünftigen Lösung wegen des weggefallenen Wasseranschlusses kommen“, appellierte er an die Verwaltung. Das Backhaus erfreue sich bei den Hofener Vereinen großer Beliebtheit, betont er.

Bürgermeister Albrecht Dautel sagte zu, eine einvernehmliche Lösung zu suchen. Frank Sartorius (CDU/FWV) regte an, dass auch in den Backhäusern der Innenstadt Verantwortliche gesucht werden sollten. Für Stadtrat Michael Gerdes (UWG) ist klar: „Was kaputt ist, muss gerichtet werden.“ Einhellig stimmte der Technische Ausschuss dafür, die Backhäuser richten zu lassen und stellt die Haushaltsmittel in 2023 bereit. 

 
 
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