Bietigheim-Bissingen sucht Bewerber Wechsel im Rathaus

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Bei der Stadt Bietigheim-Bissingen gibt es offene Stellen. Für diese gebe es schon einige Bewerbungen, Gespräche haben ebenfalls stattgefunden, so die Stadt.⇥ Foto: Christin Klose/dpa

Die Stadt sucht Bewerber für die Stelle als Bürgermeister, Baubürgermeister, Leiter des Baurechtsamts und bald auch des Haupt- und Personalamtsleiter.

Im Spätsommer 2020 verließ Andrea Schwarz die Stadtverwaltung Bietigheim-Bissingen. Wie berichtet, ist die ehemalige Leiterin des Stadtentwicklungsamts nun Baubürgermeisterin in Ludwigsburg. Ihr Chef Joachim Kölz verabschiedete sich erst Ende Januar von seinem Amt als Bürgermeister. Werner Klimpel, offiziell noch Leiter des Baurechtsamts, wechselt am 12. Februar nach Sindelfingen, wo er Leiter des Bürgeramts Bauen wird. Helmut Häußer, Haupt- und Personalamtsleiter, verlässt die Stadt im Mai, um in den Ruhestand zu gehen. Drei offene Stellen, die es gilt wieder zu besetzen, noch dazu kommt die neu geschaffene Stelle des Baubürgermeisters und die baldige Suche nach einer Nachfolge für Helmut Häußer. Der CDU-Stadtverband schrieb dazu in einem Facebook-Post von November: „Die Bietigheimer Verwaltung blutet aus. Hier läuft definitiv was falsch“. Das will die Stadt so nicht stehen lassen, auch, weil die CDU Stellen nannte, die noch besetzt sind.

Keine Führungsfehler

Die offenen Stellen seien ausgeschrieben, heißt es vonseiten der Verwaltung. Zudem zeichne sich die Stadt durch eine langjährige, stabile Führungsmannschaft aus, erklärt Pressesprecherin Anette Hochmuth. „Allerdings führt dies dann eben auch dazu, dass wir gemeinsam älter werden und in den nächsten Jahren immer wieder Renteneintritte anstehen“, sagt sie beispielsweise zu Häußers Weggang und auch zu Claus-Dieter Jaisles Ausscheiden. Der Hoch- und Tiefbauamtsleiter wolle voraussichtlich zum Jahreswechsel 2021/2022 in Rente gehen. Kultur- und Sportamtsleiter Stefan Benning indes habe sich noch nicht entschieden, ob er 2021 oder gar erst später in Rente gehe, so die Stadt. „Bei all diesen Stellen handelt es sich um den normalen altersbedingten Renteneintritt“, sagt Anette Hochmuth.

Zudem sei es nie ausgeschlossen, dass sich Führungskräfte, die eine hohe Kompetenz haben, nochmals verbessern wollen. So sei es bei Andrea Schwarz, Werner Klimpel und Jens Klinger gewesen. Letzterer war Leiter der Kämmerei, bis er im Dezember 2019 als stellvertretender Leiter Fachbereich Finanzen zur Stadtverwaltung Ludwigsburg wechselte, mit Aussicht auf eine zukünftige höherwertige Stelle, so Hochmuth. Jens Dörr wurde sein Nachfolger in Bietigheim-Bissingen. „Es hat also gar nichts mit irgendwelchen angeblichen Führungsfehlern zu tun, wie immer wieder suggeriert wird“, fügt Hochmuth hinzu.

Allerdings, das räumt die Stadt ein, müssen die Stellvertreter, die Mitarbeiter und auch Oberbürgermeister Jürgen Kessing einiges auffangen, solange es keinen Ersatz für die offenen Stellen gibt. „Das funktioniert“, so die Pressesprecherin. Schwarz’ ehemaliger Stellvertreter, Steffen Speidel, hat kommissarisch die Stelle als Leiter des Stadtentwicklungsamts wahrgenommen, die anderen Mitarbeiter im Amt unterstützen, so Hochmuth. „Auch hier erfolgt, wie auch früher schon, eine enge Abstimmung mit dem OB, der ohnehin die Gesamtleitung innehat und im Rahmen dieser auch früher eine enge Abstimmung mit Frau Schwarz gepflegt hat.“

Die Stellen für einen Technischen Beigeordneten (Baubürgermeister), den Ersten Bürgermeister, das Baurechtsamt und das Haupt- und Personalamt seien alle bereits ausgeschrieben, es habe zahlreiche Bewerbungen gegeben und die Vorstellungsgespräche laufen. Wie berichtet, übernimmt neben den anderen Amtsleitern auch Oberbürgermeister Jürgen Kessing die Arbeit von Joachim Kölz. Das führe zwar erneut zu Mehrarbeit für den OB, aber er nehme dies nicht als Problem wahr, da es ohnehin im Rahmen seiner Gesamtverantwortung auch vorher schon Teil seiner Arbeit gewesen sei.

Zügige Neubesetzung

Dennoch, eine Neubesetzung der offenen Stellen sei so zügig als möglich angestrebt. OB Kessing sagte im Dezember gegenüber der BZ, er hoffe, dass das Team bis spätestens Mitte 2021 komplett ist. Doch das sei abhängig von verschiedenen Faktoren. Zum einen seien es die persönlichen Umstände des zur Wahl stehenden Kandidaten und zum anderen seien es die Besoldungsgrenzen der Stadt, so Hochmuth: „Unsere Stadtverwaltung hat aufgrund ihrer Größe bei den Führungskräften bestimmte Besoldungsgrenzen, die sich aus dem jeweiligen Aufgabenzuschnitt ergeben.“ Größere Städte und Landkreise haben daher oft etwas mehr Spielraum. „Ob sich bei uns noch Spielraum ergibt, wird laufend geprüft“, sagt Anette Hochmuth.

Wechselnder Personalstand

Eine positive Sache haben offene Stellen jedoch: Die Stadt spart die Gehälter. „Die Einsparungen, die durch nicht besetzte Stellen vorübergehend eintreten, entlasten in der Jahresabrechnung die Personalkosten.“ Ein normaler Vorgang, da in einer Verwaltung mit einem so hohen Personalstand stets Wechsel stattfinden und dementsprechend auch unbesetzte Stellen für einige Zeit vorkommen, so die Pressesprecherin. In der Planung können die Stellen nicht gestrichen werden, denn die Besetzung einer Stelle ist nur dann möglich, wenn diese Stelle vorher auch im Haushalt vorgesehen ist, ergänzt sie. Zudem sei oft nicht vorhersehbar, wann eine Stelle wieder besetzt werden könne und wann nicht. Daher könne mit der Einsparung auch nicht gerechnet werden.

Die neu geschaffene Stelle des Baubürgermeisters soll zudem nicht zu einer finanziellen Mehrbelastung führen, da zwei derzeit nicht besetzte Stellen dafür nicht wieder besetzt werden sollen. Es handelt sich um das Beteiligungscontrolling und eine Architektenstelle im Stadtplanungsamt. Damit werde das Ganze kostenneutral.

 
 
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