Bietigheim gewinnt Gipfelduell bei den Huskies Steelers brechen Kasseler Heimserie

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Der stark haltende Steelers-Torhüter Jimmy Hertel und Verteidiger René Schoofs wehren mit vereinten Kräften einen Angriff der Kassel Huskies ab.  ⇥ Foto: Jan-Malte Diekmann

Norman Hauner schießt im DEL2-Gipfelduell zwölf Sekunden vor Spielende das Bietigheimer 3:2-Siegtor. Die Huskies verlassen ihr Stadion nach 14 Heimerfolgen am Stück mal wieder als Verlierer.

Wir brauchen ein perfektes Spiel, um zu gewinnen“ – vor dem DEL2-Gipfeltreffen zwischen dem Spitzenreiter Kassel Huskies und dem Hauptverfolger Bietigheim Steelers zeigte sich selbst Gästetrainer Danny Naud skeptisch über die Erfolgsaussichten seiner Mannschaft. Denn zu einschüchternd war die Heimserie der Nordhessen mit 14 Siegen am Stück, und zu schwer wogen die verletzungsbedingten Ausfälle der Leistungsträger Cody Brenner, Tim Schüle, Benjamin Hüfner, Brett Breitkreuz, Benjamin Zientek und C.J. Stretch.

Doch das Bietigheimer Rumpfaufgebot machte am Montagabend aus der Personalnot eine Tugend. Es legte zwar kein perfektes, aber doch ein kämpferisch starkes Spiel hin – und glänzte mit viel Effektivität. Mit 3:2 setzten sich die Steelers durch und verkürzten den Abstand zum Klassenprimus auf elf Zähler. Der Siegtreffer gelang dem zweifachen Torschützen Norman Hauner zwölf Sekunden vor Spielende. Für die Huskies war es nach dem 3:4 am Samstag in Kaufbeuren die zweite Niederlage hintereinander. Zuletzt hatten sie sich am 11. Dezember 2020 zu Hause geschlagen geben müssen, damals gegen Crimmitschau mit 4:5.

Für Youngster Leon Doubrawa kehrte der Ex-Kasseler Jimmy Hertel in den SCB-Kasten zurück. Ansonsten brachte Naud mit Ach und Krach noch drei Reihen zusammen. Doch auch den Hausherren fehlten einige Spitzenkräfte wie etwa der Ex-Bietigheimer Lukas Laub, Brett Cameron oder Clarke Breitkreuz, womit das Bruderduell Brett gegen Clarke diesmal gleich von beiden Seiten aus hinfällig wurde.

Der Herausforderer aus dem Ellental legten einen Traumstart hin und lag nach zehn Minuten mit 2:0 vorne. Im ersten Powerplay des Abends hämmerte Hauner, der Vier-Punkte-Mann aus dem Crimmitschau-Spiel, den Puck zum 1:0 ins Netz (3.). Der zweite Treffer resultierte aus einem Konter über Matt McKnight und Topscorer Riley Sheen. Letzterer verlud Goalie Gerald Kuhn technisch perfekt und schob die Scheibe über die Linie.

Hätte Sheen kurz darauf bei einem weiteren Konter in Unterzahl gar noch auf 3:0 erhöht, statt am glänzend reagierenden Kuhn zu scheitern, wären die Schlittenhunde wohl vorzeitig erlegt gewesen. So aber schlug der Tabellenführer mit dem Anschlusstor zurück: Marc Schmidpeter überwand Hertel aus einem eigentlich unmöglich spitzen Winkel zum 1:2 (14.). Tempo, Einsatz, Wille, Disziplin, spielerisches Können, Abschlussstärke – in all diesen Bereichen waren die personell gehandicapten Schwaben im ersten Durchgang top. Nur: Würden sie das Niveau auch bis zum Schluss halten können?

Im zweiten Drittel nahm der Druck des Aufstiegskonkurrenten weiter zu. Kassel spielte die Gäste zeitweise an die Wand, aber die Bietigheimer Defensive blieb standhaft, aufmerksam und eng an den Gegenspielern dran. Eine Ausnahme war die 26. Minute. Da stand Eric Valentin plötzlich völlig allein vor Hertel und tunnelte den Keeper, während SCB-Kapitän Nikolai Goc den berühmten letzten Schritt zu spät am Ort des Geschehens aufkreuzte.

Steelers widerstehen dem Druck

Im Schlussdrittel stieg von Minute zu Minute die Spannung, während zugleich die Qualität der Partie abnahm. Kassel hatte zwar weiter mehr vom Spiel, doch die Steelers hielten in der Abwehr hart dagegen – und setzten, als alles schon auf eine Verlängerung hinauslief, den Lucky Punsch: Der am rechten Flügel davoneilende Alexander Preibisch scheiterte noch an Kuhn, aber den Abpraller setzte Hauner zwölf Sekunden vor der Sirene per Direktabnahme zum 3:2 ins Netz. Die Huskies-Serie war gebrochen, die erst dritte Heimniederlage der Hessen in dieser Saison perfekt – und Bietigheims Trainer glücklich. „Das war ein hartes Stück Arbeit“, sagte Naud bei der Pressekonferenz. „Wir haben hart gearbeitet und immer an den Sieg geglaubt.“

 
 
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