Zweimal Jubel nach 3:2 Steelers und VfB als Augsburg-Schreck

Von Andreas Eberle
Steelers-Verteidiger Jalen Smereck schreit nach dem 3:2-Siegtor in der Verlängerung seine Freude heraus. C.J. Stretch (links) und Riley Sheen eilen zum Gratulieren herbei.⇥ Foto: Eibner Pressefoto / Heike Feiner

Smereck erzielt in der Verlängerung das Bietigheimer 3:2-Siegtor bei den Panthern und richtet den Blick auf die Pre-Playoffs. Der Vorsprung des Aufsteigers auf Abstiegsplatz 15 beträgt jetzt schon zwölf Punkte. Aittokallio feiert ein starkes Comeback. Von Andreas Eberle

Die Schwaben aus Württemberg haben am Wochenende gleich zweimal den Schwaben aus Bayern eine lange Nase gedreht: Der VfB Stuttgart kämpfte den FC Augsburg in der Fußball-Bundesliga am Samstag mit 3:2 nieder. Am Sonntagabend zogen die Eishockey-Cracks der Bietigheim Steelers nach und gewannen ihre DEL-Partie beim Tabellennachbarn Augsburger Panther mit dem gleichen Ergebnis. 3:2 nach Verlängerung hieß es nach rund 61 spannenden Spielminuten. Zum Matchwinner avancierte Jalen Smereck. Der Verteidiger war in der Zusatzschicht nach 53 Sekunden per Flachschuss erfolgreich.

Klassenerhalt fast schon sicher

Der Aufsteiger behauptet weiter zäh seinen zehnten Platz und ist den Pre-Playoffs ein weiteres Stück nähergekommen. Der Klassenerhalt, das eigentliche Saisonziel, ist dem SCB mittlerweile nur noch theoretisch zu nehmen. Denn da das Schlusslicht Krefeld Pinguine am Sonntag in Nürnberg zum dritten Mal hintereinander verlor, beträgt Bietigheims Vorsprung auf Abstiegsrang 15 nun schon zwölf Zähler – bei noch sieben verbleibenden Begegnungen.

„Wir wollten hier einen Schritt in Richtung Playoffs machen. Es war ein guter Kampf“, sagte Smereck im Gespräch mit „Magenta Sport“ und strotzte dabei nur so vor Selbstvertrauen. Mit gutem Grund. „Wir wissen, was wir können – und dass wir auch mit Topteams mithalten können. Für uns ist jetzt jedes Spiel ein Playoffduell. Wir gucken nach vorne“, stellte der  US-Amerikaner fest.

Aittokallio ersetzt McCollum im Tor

Bei den Steelers kehrte Sami Aittokallio nach erfolgreich absolviertem „Return-to-play“-Protokoll zwischen die Pfosten zurück und ersetzte dort den zuletzt viermal in Folge stark haltenden Tom McCollum. Die zweieinhalbwöchige Wettkampfpause hat dem Finnen jedenfalls nicht geschadet. Aittokallio knüpfte nahtlos an seine Topleistungen in der bisherigen Hauptrunde an und avancierte zum großen Rückhalt seiner Mannschaft. Nur beim 0:1-Rückstand sah er nicht so gut aus: Der Goalie ließ einen Schuss von Chad Nehring nach vorne abprallen, und Magnus Eisenmenger staubte zu seinem erst zweiten DEL-Tor ab. „Man muss nur richtig stehen, dann ist das Ding drin“, erklärte der 21-jährige AEV- Youngster das Erfolgsrezept keck im Pausen-Interview.

Ranford bereitet vor und trifft

Im zweiten Durchgang wendeten die Gäste vor den 4464 Zuschauern im Curt-Frenzel-Stadion das Blatt – so wie die kickenden Kollegen vom VfB tags zuvor in der Mercedes-Benz Arena. Zunächst gelang dem Ex-Augsburger Daniel Weiß das 1:1 (29.). Die Vorarbeit hatte Brendan Ranford geliefert, der sich gegen zwei Gegenspieler durchschlängelte und seinen Sturmpartner mit einem Querpass bediente. In der 36. Minute durfte sich der Kanadier selbst als Torschütze feiern lassen: Max Prommersberger leitete einen Konter ein, und Ranford nutzte den Freiraum, dem ihm die Panther gewährten, zu einem Treffer ins lange Eck – 2:1 für Bietigheim. Kurz darauf musste der Torschütze allerdings vorübergehend verletzt in die Kabine. Zuvor hatte ihn Jesse Graham in die Bande befördert.

Im Schlussdrittel drückten die Gastgeber mächtig auf die Tube. 11:2 lautete das Torschussverhältnis zu ihren Gunsten. Bei einem Pfostentreffer mit anschließendem Videobeweis hatten die Steelers noch Glück. In Unterzahl war es dann aber passiert: Der Kanadier Adam Payerl schlug zu – exakt 14 Sekunden, nachdem sich Verteidiger Max Renner auf die Strafbank verzogen hatte (50.).

Wie schon am Freitagabend in Mannheim ging’s schließlich erneut in die Verlängerung – und da hatte der SCB diesmal dank Smereck das bessere Ende für sich. „Wir waren kaltschnäuzig und nehmen die zwei Punkte gerne mit“, bilanzierte Steelers-Trainer Daniel Naud zufrieden.

 
 
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