Bietigheim Steelers gegen Wolfsburg Doppel-Rückkehr für Valentin Busch

Von Andreas Eberle
Corona hat Valentin Busch zuletzt ausgebremst. In Wolfsburg ist der Steelers-Stürmer aber wieder dabei. ⇥ Foto: Hansjürgen Britsch

Der Stürmer steht nach seiner Corona-Infektion wieder im Steelers-Aufgebot und feiert gegen Ex-Klub Grizzlys Wolfsburg ein Comeback. Dafür bangt der Aufsteiger nun um den Einsatz von Stretch. Von Andreas Eberle

Als die Bietigheim Steelers am Dienstagmittag gen Niedersachsen aufbrachen, saß auch ein Spieler im Bus, der sich auf das Duell an diesem Mittwoch (20.30 Uhr/Live auf Magenta Sport) bei den Grizzlys Wolfsburg ganz besonders freut: Valentin Busch. Der gebürtige Erdinger stürmte vor ein paar Wochen noch für den Vizemeister. Ende Dezember löste er seinen bis 2024 datierten Vertrag bei den Grizzlys dann auf und schloss sich dem DEL-Aufsteiger an – mit dem erklärten Ziel, in Bietigheim mehr Eiszeit zu bekommen.

Die Rückkehr an die einstige Wirkungsstätte hing lange an einem seidenen Faden. Denn Busch zählte zu den acht Steelers-Profis, die sich mit Corona infiziert hatten und sich zuletzt in häuslicher Isolation befanden. Nach einem milden Verlauf ohne Symptome absolvierte der bereits geboosterte Flügelstürmer am Montag die medizinischen Tests. Da sowohl das Herz-EKG als auch die Blutwerte keine Auffälligkeiten zeigten, erhielt er das ärztliche Okay. Am Dienstagvormittag trainierte Busch erstmals wieder mit.

„Wenn man nach sieben Tagen aus der Quarantäne kommt, sind die Beine noch etwas schwer. Aber ich fühle mich bereit und gut“, beschreibt der 24-jährige Linksschütze im Gespräch mit der BZ seinen Zustand.

Dem Duell gegen die alten Kameraden blickt er voller Vorfreude entgegen. „Am Anfang werde ich sicher ein bisschen nervös sein. Es ist ein komisches Gefühl, wenn du plötzlich gegen die Jungs antrittst, mit denen du drei, vier Jahre zusammengespielt hast. Auf dem Eis gibt es aber keine Freunde“, sagt Busch. Neben dem Eis freilich schon. „Mit fünf, sechs Wolfsburgern bin ich immer noch in Kontakt. Die haben mir auch bereits vorgeschlagen, dass ich nach dem Spiel auf einen Plausch rüberkommen soll.“

Traumeinstand für Busch mit vier Siegen

Bei den Steelers hatte der frühere Junioren-Nationalspieler einen Traumeinstand hingelegt: Mit der neuen Mannschaft feierte der Oberbayer auf Anhieb vier Siege am Stück. Beim 4:3 gegen Köln verbuchte Busch den ersten Scorerpunkt im SCB-Trikot. „Ich hoffe, dass er gegen Wolfsburg jetzt auch sein erstes Tor schießt“, sagt Daniel Naud mit einem Schmunzeln. Der Coach zeigt sich mit der Entwicklung des Neuzugangs zufrieden: „,Buschi’ hatte nach seinem Wechsel sofort Spiele ohne Ende und kaum Training bei uns. Ich bin selbst etwas überrascht, wie schnell und gut er sich ins Team integriert hat.“

Wie gehabt steht dem Neuling auch in Wolfsburg nur ein Minikader zur Verfügung. 15 Spieler umfasste der Bietigheimer Tross, der sich auf den Weg nach Niedersachsen begab. Während Busch mitfuhr, blieb C.J. Stretch vorerst zu Hause. Nach Auskunft von Naud war der Center der Erste im Aufgebot gewesen, der sich mit dem Virus angesteckt hatte. Kurz nach der Genesung stellte sich Stretch gegen Augsburg (1:3) und Straubing (2:6) dann gleich wieder in den Dienst der Mannschaft. Doch zu Beginn der Woche klagte der 32-jährige US-Amerikaner über Unwohlsein, am Dienstagabend hatte er darum auch noch einen EKG-Termin.

Hoffnung auf kurzfristige Verstärkung bei Steelers

Naud hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass Stretch vielleicht doch noch einsatzfähig ist und dem Team nachreist. Dasselbe gilt für Max Prommersberger und René Schoofs, die zuletzt ebenfalls coronabedingt ausfielen. Gleichwohl weist der Trainer darauf hin, dass man von den Rekonvaleszenten keine Wunderdinge erwarten darf: „Koordination, Fitness und Handlungsschnelligkeit leiden, wenn man tagelang nur auf dem Sofa sitzt. Auf dem Eis musst du als Spieler in Millisekunden reagieren. Das ist nicht sofort wieder da.“

Vertrauensbeweis für Trainer Mike Stewart

Die Grizzlys Wolfsburg setzen langfristig auf Coach Mike Stewart. Am Wochenende gab der Vizemeister die vorzeitige Vertragsverlängerung bekannt. Der neue Kontrakt des gebürtigen Kanadiers mit österreichischem Pass gilt nun bis Sommer 2024. Stewart steht seit dieser Saison bei den Niedersachsen an der Bande. Zuvor hatte der 49-Jährige den EC Villacher SV, die Fischtown Pinguins, die Augsburger Panther und die Kölner Haie gecoacht.

Mit einer Serie von sechs Siegen am Stück gehen die Grizzlys am Mittwoch ins erste Heimspiel seit 17 Tagen. Die ersten zwei Saisonduelle gegen Bietigheim gewann der Tabellendritte mit 4:0 und 3:2. Aus dem Wolfsburger Team ragt Topscorer Christopher DeSousa heraus. Der 31-jährige Kanadier ist nach Steelers-Star Riley Sheen der zweitbeste Torjäger der DEL – obwohl er seit Weihnachten wegen einer Unterkörperverletzung keine Partie mehr bestritten hat.

 
 
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