Bietigheim verabschiedet sich mit 7:2-Sieg von den Fans Steelers sichern sich vorzeitig Turniersieg

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Die Youngsters Calvin Pokorny und Robert Kneisler aus dem vierten Steelers-Sturm trafen am Freitag je einmal. ⇥ Foto: Avanti/Ralf Poller

Das Bietigheimer DEL2-Team verabschiedet sich mit einem 7:2 gegen Ravensburg von seinem Heimpublikum.

Der Freitagabend war ein Abend für Sentimentalitäten. Denn beim fünften Duell des Get-Ready-Cups gegen die Ravensburg Towerstars mussten sich die Bietigheim Steelers mal wieder von ihren Fans verabschieden, zumindest für die nächsten November-Wochen. Dies taten sie mit einer weiteren Galavorstellung und dem dritten Heimsieg bei dem Vorbereitungsturnier. 500 Zuschauer sahen einen 7:2-Erfolg ihrer Lieblinge, die sich damit bereits vorzeitig zum Turniersieger kürten. Schon fünf Tage zuvor hatten sich die Bietigheimer bei den Oberschwaben locker mit 5:1 durchgesetzt.

Derby als Generalprobe

Die EgeTrans-Arena war am Freitag erneut ausverkauft – unter den aktuellen Pandemie-Bedingungen. Just zum Saisonstart in der Deutschen Eishockey-Liga 2 (DEL2) müssen die Profiteams ihre Begegnungen coronabedingt und auf Anordnung der Politik dann bis auf weiteres ohne Zuschauer bestreiten. Die Generalprobe für das Geister-Gastspiel am Freitag (19.30 Uhr) beim EC Bad Nauheim ist das zweite Get-Ready-Cup-Derby, das am Sonntag (18.30 Uhr) bei den Heilbronner Falken steigt – ebenfalls noch ein letztes Mal vor Besuchern. 250 Fans sind in der Kolbenschmidt-Arena erlaubt.

Vom Anpfiff weg strotzten die Steelers vor Spielfreude. Mit vielen guten Kombinationen kamen sie immer wieder gefährlich vor den Ravensburger Kasten – und schlugen dort im ersten Drittel auch viermal zu. Als Torschützen durften sich Robert Kneisler (7.), C.J. Stretch (12.), Matt McKnight (14.) und Calvin Pokorny (15.) feiern lassen. Zwischenzeitlich hatte David Zucker in Überzahl zum 1:1 ausgeglichen (9.). Bemerkenswert war, dass mit dem 19-jährigen Kneisler und dem 22-jährigen Pokorny zwei junge Spieler aus dem vierten Sturm als Vollstrecker in Erscheinung traten, was zweierlei zeigt: Trainer Danny Naud gibt auch dem Nachwuchs eine Chance und das nötige Vertrauen – und die Steelers sind heuer im Angriff vielseitig gefährlich und nicht mehr nur von zwei, drei Ausnahmekönnern vom Kaliber eines McKnight abhängig.

Bei Bietigheim stand Jimmy Hertel zum zweiten Mal von Anfang an zwischen den Pfosten – und hinterließ erneut einen sicheren Eindruck. Mit dem aus Frankfurt gekommenen Neuzugang und Cody Brenner scheint der SCB auch auf der Torhüterposition gerüstet für den Aufstiegskampf in der Spielzeit 2020/21.

Im zweiten Durchgang ließ sich Hertel jedenfalls kein zweites Mal überwinden. Dagegen erwischte es seinen Towerstars-Gegenüber Olafr Schmidt in der vorletzten Minute gleich doppelt: Nach einem Fangfehler von Kilian Keller traf Yannick Wenzel über die Schulter des Goalies hinweg zum 5:1 ins kurze Eck. 34 Sekunden später war Benjamin Zientek erfolgreich und beendete damit Schmidts Arbeitstag – Niklas Treutle, den die Towerstars für vier Wochen vom DEL-Klub Nürnberg Ice Tigers ausgeliehen haben, gab seinen Einstand.

Der Nationaltorhüter musste im Schlussdrittel nur einmal hinter sich greifen – Riley Sheen, Bietigheims Torschütze Nummer sieben, vollstreckte technisch fein zum 7:2-Endstand (52.). Zuvor hatte Robbie Czarnik mit einem strittigen Treffer – er hatte sich den Puck in der Luft gepflückt und ihn sich in den Lauf gelegt – auf 2:6 verkürzt (47.), worauf sich die Schiedsrichter einige Pfiffe anhören mussten. Mit viel Applaus und stehenden Ovationen verabschiedeten die Zuschauer die Mannschaft in die Kabine – und die klatschte bei ihrer Ehrenrunde durchs Oval fleißig zurück.

„Es ist wichtig, dass wir endlich unsere Chancen nutzen, denn so machen wir uns das Leben viel einfacher. Das ist der große Unterschied zu den vergangenen zwei Wochen“, lobte Tim Schüle die Offensivleistung seines Teams. Der 30-jährige Verteidiger und gebürtige Bietigheimer verfolgte die Partie von der Tribüne. Eine Vorsichtsmaßnahme, wie Schüle betonte: „Bei mir zwickt es seit Sonntag ein bisschen. Darum habe ich am Donnerstag auch nicht trainiert.“

 
 
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