Bilanz der Kreissparkasse Ludwigsburg Baufinanzierung auf Rekordhoch

Von Claudia Mocek
Der Vorstand der Kreissparkasse Ludwigsburg hat die Bilanz für das Jahr 2021 vorgestellt (von links): Thomas Raab, Dr. Heinz-Werner Schulte und Dieter Wizemann. Foto: Werner Kuhnle

Die Kreissparkasse erzielte auch bei den Kundeneinlagen ein dickes Plus von 6,9 Prozent. Mit „Hybriden Beratern“ reagiert sie auf das digitale Kundenverhalten.

Gleich mit „ein paar Rekorden“ konnte der Vorstandsvorsitzende der Kreissparkasse Ludwigsburg, Dr. Heinz-Werner Schulte am Freitag bei der Bilanzpressekonferenz aufwarten. Mit über 700 Millionen Euro habe sich vor allem das Baufinanzierungsgeschäft im vergangenen Jahr auf einem hohen Niveau bewegt.

Auch in Krisenzeiten sei das Unternehmen ein „verlässlicher Partner“ gewesen, sagte Schulte. Die Bilanzsumme für das Jahr 2021 habe mit 12,51 Milliarden Euro zum ersten Mal das Volumen von zwölf Milliarden Euro überschritten. Das entspricht im Vergleich zum Jahr 2020 einer Zunahme von neun Prozent (eine Milliarde Euro).

Die Kundeneinlagen betrugen 8,57 Milliarden Euro. Damit verzeichnete die Kreissparkasse ein deutliches Plus von 6,9 Prozent (550 Millionen Euro) gegenüber dem Vorjahr.

Rekorde bei Baufinanzierung

Das Kreditvolumen 2021 wuchs mit 4,6 Prozent (300 Millionen Euro) stärker als im Jahr zuvor auf 6,69 Milliarden Euro. Kredite an Unternehmen und Selbstständige machten rund 2,98 Milliarden Euro aus (2 Prozent). Um 5,5 Prozent (173 Millionen Euro) wuchsen die Kredite an Privatpersonen.

Als „konstant gutes Ergebnis“ bewertete Schulte das Jahresergebnis, das mit 17,99 Millionen Euro leicht über dem Vorjahreswert lag (17,96 Millionen Euro).

„Auf absolutem Rekordniveau“ bewege sich das Neugeschäft im Bereich Baufinanzierung. Hier verzeichnete die Sparkasse einen Zuwachs von rund 30 Prozent. Der Bestand an Baufinanzierungen wuchs um rund 6 Prozent (217 Millionen Euro) auf 3,66 Milliarden Euro. Der Wertpapierbereich erzielte ein Plus von 14 Prozent.

Für das Jahr 2022 rechnet der Vorstandsvorsitzende Schulte mit einem leicht rückläufigen Ergebnis aufgrund der Veränderungen im Eigengeschäft. „Im Kundegeschäft gehen wir von weiteren Steigerungen aus“, sagte Schulte

Vorstandskollege Dieter Wizemann erklärte, dass die Digitalisierung in der Pandemie als „Turbo dazugekommen“ sei. Sie habe das Kundenverhalten stark verändert. Die Zahl der Online-Banking-Teilnehmer sei um fast 80 Prozent gestiegen. Besuche beim Kundenberater würden im Schnitt nur noch einmal pro Jahr stattfinden. Die Bank habe mit „Hybriden Beratern“ darauf reagiert, die sowohl online als auch persönlich zur Verfügung stehen. Dennoch werde das Filialnetz aufrechterhalten, sagte Wizemann. Darüber hinaus will die Sparkasse bis spätestens 2035 im Geschäftsbetrieb CO2-neutral sein.

Positive Prognose

„Gut, flexibel und ertragreich“ ist laut Vorstand Thomas Raab der Mittelstand durchs Jahr gekommen. Bei den meisten Branchen seien Umsätze und Gewinne nicht so stark rückläufig, wie zunächst befürchtet. Eine Pleitewelle sei bisher ausgeblieben. Die durchschnittliche Eigenkapitalquote lag bei rund 38 Prozent, die Umsatzrendite bei rund 6 Prozent. Die Prognose für 2022 sei durchweg positiv und gehe von einem starken Wachstum aus – auch wenn die Erholung in einzelnen Branchen unterschiedlich ausfalle. Während Rohstoffpreise, Lieferkettenengpässe und der Mangel an Fachkräften als Hauptprobleme angesehen werden, würden die Themen Digitalisierung Nachhaltigkeit von den Unternehmen „eher als Chance, denn als Risiko eingeschätzt“, sagte Raab.

 
 
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