Bönnigheim Kavaliersbau muss dringend saniert werden

Von Gabriele Szczegulski
Der Kavaliersbau in Bönnigheim ist dringend sanierungsbedürftig und deshalb auch in der Ortskernsanierung inbegriffen. In den nächsten acht Jahren muss die Sanierung passieren, damit sie förderungsfähig ist. Foto: /Oliver Bürkle

Das eindrucksvolle Gebäude neben dem Schloss beherbergt einige Vereine sowie die Musikschule. Ende des Jahres soll beschlossen werden, wie mit ihm verfahren wird.

Kavaliere, das waren im Barock adelige Männer mit ritterlichen Tugenden, Pferdeknechte, Reiter oder Ritter. Wenn sie im Stadionschen Schloss arbeiteten, waren sie im Kavaliersbau in Bönnigheim untergebracht. Deswegen besteht das Gebäude aus vielen kleinen Zimmern. Der Bönnigheimer Kavaliersbau ist im derzeitigen Ortskernsanierungsgebiet festgeschrieben und muss innerhalb der nächsten acht Jahre saniert werden.

Eine Sanierung hat der Bau wahrlich nötig: Die Mauern innen wie außen bröckeln, die Fensterläden sind schief und krumm, das Gebälk löchrig, die Böden marode. Es fehlt an moderner Elektrizität und moderner Internetfähigkeit. Quasi alles, so sagt Bönnigheims Bürgermeister Albrecht Dautel, muss erneuert, saniert und modernisiert werden. Nur abgerissen werden darf das historische Gebäude nicht. Dautel will sich gar nicht auf eine Investitionssumme festlegen lassen, „das geht in die Millionen“.

Denn noch hat sich der Bönnigheimer Gemeinderat nicht mit Plänen zu einer Sanierung geäußert. Aber, bis Ende des Jahres soll der Kavaliersbau zum Thema werden. Denn: In der Ausschreibung zur neuen Nutzung für Investoren für das Schloss ist der Kavaliersbau als nutzbare Option inbegriffen.

Das heißt laut Dautel, wenn einer der potenziellen Investoren, die derzeit im Bewerbungsverfahren sind (die BZ berichtete) die Nutzung des Kavaliersbaus in seine Bewerbung und seine Pläne mit einbezieht, könnte es sein, dass der Kavaliersbau aus der Nutzung durch die Stadt herausfällt. Dann muss der Gemeinderat entscheiden, ob er dieser Nutzung zustimmt oder ob er den Kavaliersbau weiter für Vereine, Musikschule und Jugendhaus nutzen will. Dann müsste die Stadt selbst die Sanierung finanzieren und übernehmen.

Im Fall der Übernahme durch einen Investor müsste die Stadt Ausweichmöglichkeiten für die bisherigen Nutzer finden, was laut Dautel nicht einfach sein würde, bei der Anzahl der im Kavaliersbau untergebrachten Institutionen. Pläne hat die Verwaltung dafür noch keine in der Schublade, auch nicht, wie saniert werden soll. „Das können wir erst nach einer grundsätzlichen Entscheidung angehen“, sagt Dautel. Und die hänge ganz eng mit der künftigen Nutzung des Schlosses zusammen.

Momentan werden in dem Gebäude neue Bodenbeläge gelegt. „Wir müssen unserer Unterhaltungs- und Instandsetzungspflicht nachkommen“, sagt der Chef der Verwaltung. Deshalb wäre es ihm recht, wenn eine Entscheidung über den Kavaliersbau noch in diesem Jahr erfolgen würde. „Umso länger wir warten, umso mehr müssen wir jetzt noch renovieren, der Kavaliersbau ist in keiner guten Verfassung, auch wenn die Grundsubstanz gut ist“, so Dautel.

Derzeit werden die Bodenbeläge erneuert, als Unterhaltungsmaßnahmen der Stadt, sagt Bürgermeister Albrecht Dautel.

Der Bönnigheimer Kavaliersbau

Der Kavaliersbau
war Teil des Liebensteiner Schlösschens. Er wurde 1560 gebaut. Die Ganerben der Herren von Liebenstein ließen 1594 auch den Georgsbrunnen errichten.

Der Kavaliersbau
ist Sitz der Musikschule, die dort an die zehn Zimmer belegt. Das gesamte Untergeschoss wird als Jugendclub genutzt. Der Historische Verein belegt Arbeitsräume und Lager für das Schnapsmuseum. Die Sudetendeutsche Landsmannschaft betreibt im Kavaliersbau ihre Heimatstube. Weitere Nutzer sind der Schwäbische Albverein, die Vinothek, die Boule-Stube ist dort untergebracht. Diese Nutzer müssten, so Bürgermeister Albrecht Dautel, bei einer anderen Nutzung oder bei einer Sanierung anderswo untergebracht werden.

 
 
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