Bönnigheimer Frühjahrsmesse Endlich wieder Leben in der Stadt

Von Heike Rommel
Zahlreiche Besucher kamen zur Frühjahrsmesse und zum verkaufsoffenen Sonntag in Bönnigheim. Auch die Kleinen hatten ihren Spaß, wie hier bei der Firma Kölle. Foto: Oliver Bürkle

So viele Betriebe wie dieses Jahr haben bei der Frühjahrsmesse noch nie mitgemacht. 19 Stationen lockten im Industriegebiet, sechs in der Innenstadt.

Kaum ein Sonntag wurde nach zwei Jahren Corona-Leere so sehnsüchtig erwartet wie die Frühjahrsmesse. Es herrschte endlich wieder fröhliches Treiben in der Innenstadt und im Industriegebiet, wo sich die Bönnigheimer Geschäftsleute für ihre Besucher so allerhand einfallen ließen.

Von Langeweile konnte an 19 Stationen im Industriegebiet und an sechs Stationen in der Innenstadt bei der Messe mit verkaufsoffenem Sonntag keine Rede sein. Die Menschen konnten es kaum erwarten, ohne Einschränkungen Gespräche zu führen und sich außer Haus zu verköstigen. „So viele haben noch nie mitgemacht“, freute sich der erste Vorsitzende der Interessengemeinschaft der Selbständigen (IGS), Martin Queisser, über die große Resonanz.

Viele Besucher

Zusammen etwas auf die Beine stellen ist aus seiner Sicht das Schöne an der Bönnigheimer Frühjahrsmesse, und daran wollten am Sonntag viele Besucher teilhaben. Sie saßen in Riesen-Obstkisten bei Bürger-Holzbau, gönnten sich eine Verkostung bei der Weinkellerei Kölle oder ein Achtele bei der Kellerei Stromberg-Zabergäu, schauten sich Magnetschmuck von Susanna Fatucchio an, überlegten, ob sie sich mit einer Massage von Petra Meier verwöhnen lassen sollten, was als Nächstes in den Schuh- oder Kleiderschrank kommt und wohin die nächste Urlaubsreise gehen könnte.

Die Autohäuser stellten ihre schicksten Karossen aus. Dass Mercedes-Schneider Schulen über den Kuchenverkauf hilft, hat sich nach Informationen von Timi Scheerle und Peter Link schon herumgesprochen. Dieses Mal hatten sich die Mamas der Klasse 2b von der Ganerbenschule beim Backen verkünstelt, auf dass es in der Klassenkasse klingelt.

Bernt Wienicke vom jungen Chor da Capo war einer der ersten, der seinen Verein mit Kuchen versorgte. „Goooottseidank ist wieder Frühjahrsmesse“, begrüßte er Andrea Kölle in deren Gartentechnik-Markt, wo die Show des Kunstsägers an der Motorsäge, Mark Kühner, ablief. Mit sieben Sägen arbeitete dieser einen Riesen-Holzklotz in eine Sitzbank um, welche die Form eines liegenden Drachen hat und für Kölles Event-Garten vorgesehen ist. Dazu reichte Kühner ein einziger Sonntag natürlich nicht aus. Er wird noch die ganze nächste Woche als Kunstsäger zugange sein.

Wie es ist, heiße Eisen anzufassen, konnten die Gäste beim Schulzschen Metallbau erleben, wo live geschmiedet wurde. Wer bei der Württembergischen eine Zahnversicherung abschloss, war bei der Frühjahrsmesse schon von weitem zu erkennen. Nämlich an einer Zahnpasta, die keine Tube war, sondern ein Päckchen Nudeln in der Form von Backenzähnen. Diesen Gag hatte sich Jürgen Reinhold einfallen lassen, der es noch kaum fassen konnte, dass er wieder zum Greifen nah für Kunden da sein durfte. Diese hatten auf der Messe, wo sich jeder Betrieb als Multiplikator für den anderen verstehe, den ganzen Tag ihr Endlich-Wiedersehen-Vergnügen an seinem Tischkicker.

Nach dem Ackersalat Frühjahsblüher und nach diesen der Kopfsalat: Wer noch nicht wusste, wie er sein Hochbeet bepflanzen soll, konnte das beim Obst- und Gartenbauverein lernen. Der erste Vorsitzende Peter Allmendinger erklärte Schaubeete mit Artischocken, Paprika, Tomaten, Salat, Kräutern und der Besonderheit einer Olivengurke. Gärtnern, sagte Dietmar Kux, habe in der Pandemie Hochkultur gehabt und sei auch online gut gelaufen.

Zurück zur Normalität

Wie der Nektar von der Blumenwiese hinter dem Spielplatz Burgstraße ins Honigglas kommt, demonstrierte der Imker Frank Altmann an einem mitgebrachten Bienenvolk.

„Let‘s play Pinball“, hieß es bei Konstantinos Vlassakakis beim Flippern im Freien für einen guten Zweck. Er könnte sich vorstellen, dass die Flipper-Euros der Ukraine-Hilfe zugute kommen. Mit der Bemerkung „Sind wir froh, dass alles wieder normal wird“, verzehrten Aurelia und Eva Kling mit Hochgenuss ihre Pizza Diavolo beim Küchentreff. „Heute ist der Anfang“, verstanden sie die Frühjahrsmesse als Rückkehr zur Normalität, während Alexander Krüger mit dem Pizza-Schieber hantierte.

Der neben dem Pizzaofen stehende „isswas“-Wagen machte Lust auf  weitere tolle Feste mit gut gelaunten Leuten, die in der Innenstadt auch Fahrräder ausprobieren konnten. Egal ob zu Fuß, auf dem Armbrusterschen Rad, auf der Kohlerschen Hüpfburg oder bei dessen XXL-Elfmeterschießen –  ganz Bönnigheim war den ganzen Tag in Bewegung, und es herrschte endlich mal wieder Leben in der Stadt.

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