Brackenheimer beim New-York-Marathon Der nimmermüde Dauerläufer

Von Walter Christ
Selfie von Rolf Kieser beim Zieleinlauf des New-York-Marathons. Foto:  

Brackenheims Ehrenbürger und Altbürgermeister Rolf Kieser ist vom legendären New-York-Marathon begeistert.

Das Haar von Rolf Rieser ist etwas lichter, ansonsten rank, schlank und voller Tatendrang: Abgesehen von führenden ehrenamtlichen Funktionen bei 15 Stiftungen, Fördervereinen und Ähnlichem sorgen bei dem 70-jährigen vermeintlichen Ruheständler insbesondere seine sportlichen Affinitäten für sprichwörtliche Kurzweil.

Jüngstes Beispiel vor ein paar Tagen, sein seit 2001 zweiter Start beim weltberühmten New York-Marathon. Rund 50 000 Teilnehmer, zwei Millionen Zuschauer – und mitten drin der Ex-Schultes „der größten Lemberger-Gemeinde der Welt“.

Kieser, einst 14 Jahre lang im Sachsenheimer Wasserschloss beamtet, dort auch 1987 Bürgermeister-Kandidat und dann von 1988 bis 2022 Rathauschef in Brackenheim, war von dem 51. Event der „New York Road Runners“ trotz der 290 Dollar Startgebühren begeistert.

Weniger, weil er von 47 744 Finishern aus aller Welt immerhin 18 050. wurde und als 70-jähriger Veteran nur 4.27:34 Stunden für die 42,2-Kilometer-Laufstrecke brauchte. „Der Lauf durch alle fünf New Yorker Bezirke bei zwei Millionen geradezu magisch Party feiernden und anfeuernden Zuschauern ist einfach einmalig und unglaublich“, schwärmt der eher bedachte Schwabe noch heute von den unvergesslichen Eindrücken. Erlebnisse beim größten Marathon der Welt, die der Ausdauersportler während des Laufs dann auch noch in Wort und Bild per Handy festhielt.

Apropos Wort. Der schwäbische Dauerläufer: „Wenn du in der Nähe des Ziels quasi auf dem Zahnfleisch daherkommst, motivieren dich in New York dann Plakate wie ,Vergiss nicht, du hast dafür bezahlt’ oder ,Schmerz vergeht – Stolz bleibt für die Ewigkeit’.“

In der ganzen Welt auf der Marathonstrecke

Erlebnisse eines Dauer(b)renners, der inzwischen 35 Marathons gemeistert hat. Darunter Peking, Moskau, Boston, London, Chicago, Berlin, Kapstadt, Dublin, Madrid, Lissabon. Darunter auch Rennen in Istanbul mit Erdogans Frau Emine oder beispielsweise einem persönlichen Empfang beim Botschafter von Kuwait in Peking.

35 Marathons sind insgesamt rund 1500 Kilometer und entsprechen einer Flugstrecke vom Zabergäu bis hin etwa nach Helsinki – komplett von Kieser bisher gelaufen. Etliche Halbmarathons und die Trainingsrunden zuhause erst gar nicht dazugerechnet.

In Strombergwald-Gefilden und heimischen Weinbergen kommen für Rolf Kieser nämlich bis heute noch Woche für Woche drei Läufe über jeweils rund 15 Kilometer hinzu.

Mit dem Rennrad fährt der Schwabenpfeil darüber hinaus schon auch mal 800 Kilometer vom atlantischen Biarritz bis hin nach Perpignan am Mittelmeer. Für nächstes Jahr gelüstet den Nimmermüden bereits jetzt der Marathon in Barcelona.

Die Frage nach dem Silvesterlauf in Bietigheim-Bissingen war da ja fast schon deplatziert: „Selbstverständlich bin ich, wie seit 1987 üblich, dabei. Habe mich längst angemeldet.“   Walter Christ

 
 
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