Bürgermeister resümiert Zum ersten Mal eine negative Bilanz

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Bürgermeister Rainer Schäuffele. ⇥ Foto: Helmut Pangerl

Bürgermeister Rainer Schäuffele spricht gegenüber der BZ vom schwierigsten Jahr seiner 14-jährigen Amtszeit. Sein sorgenvoller Blick gilt den örtlichen Vereinen.

Ein besonderes, ja das schwierigste Jahr seit seinem Amtsbeginn 2006 ist für den Erligheimer Bürgermeister Rainer Schäuffele das Corona-Jahr 2020. Er verbindet seinen Jahresrückblick mit einem besonderen Dank an alle Ehrenamtliche im Ort, an die Mitarbeiter und die Institutionen.

Gesamtbilanz 2020

„Zum ersten Mal nach 14 Jahren ziehe ich in 2020 eine negative Gesamtbilanz, da die Einschränkungen ein lebendiges Gemeinde- und Vereinsleben weitgehend nicht mehr ermöglicht haben“, sagt der Erligheimer Bürgermeister gegenüber der BZ. So mussten unter anderem die Feierlichkeiten zum 150-jährigen Bestehen der Erligheimer Freiwilligen Feuerwehr – ebenso wie die traditionellen Erligheimer Weintage – abgesagt werden. Mit dem neuen, jungen Kommandanten Jan Rothenburger ist die Wehr seit 1. Februar 2020 für die Zukunft gewappnet. Trotz Corona-Einschränkungen laufen die ehrenamtlichen Aktivitäten wie das Netzwerk „Bürger für Bürger“, der „Runde Tisch Asyl“ und Seniorenarbeit weiter, freut sich Schäuffele.

Größte Projekte

Die größte Investition 2020 waren die bisherigen Ausgaben für das Drei-Millionen-Projekt Krippenhaus. Der Bau startete im Frühjahr, der Rohbau sei sehr gut gelaufen, kurz vor Weihnachten „klemmt’s“ – beim Gewerk „Fenster“ sei man im Verzug, so Schäuffele. Die Planungen für das Neubaugebiet „Aichert Nord“ sind, so der Erligheimer Bürgermeister, am Laufen, mit der Umlegung konnte begonnen werden. Insgesamt werde das Baugebiet rund sieben Prozent kleiner als vorgesehen. Mit der Fertigstellung des Hochbehälters für die Wasserversorgung durch die Besigheimer Wasserversorungsgruppe (BWG) sei die Versorgungssicherheit deutlich verbessert worden. Darüber hinaus konnte 2020 im Gewerbegebiet der Glasfaserausbau abgeschlossen werden.

Haushaltslage

In der knapp 2800 Einwohner zählenden Gemeinde ist nach Einschätzung des Bürgermeisters die Haushaltslage noch stabil, bedingt durch die Hilfen des Bundes für die Gewerbesteuerausfälle. Die Gemeinde ist schuldenfrei, Rücklagen sind weiter vorhanden. „Aufgrund der Baumaßnahmen werden die Rücklagen schrumpfen, bei der Steuerkraftsumme werden wir weiter zurückgefallen“, so Schäuffele.

Aussichten

„Die Aussichten für 2021 sind schwierig, da viele Bereiche unter den Einschränkungen weiter leiden werden. Ich bin jedoch zuversichtlich, dass sich die Lage bis Mitte 2021 deutlich bessert“, so Rainer Schäuffeles positive Einschätzung für das noch neue Jahr. Er hofft, dass die Corona-Lage 2021 bewältigt werden kann. In diesem Jahr soll auch das Krippenhaus fertiggestellt werden. In der für 5. und 6. Februar geplanten Klausurtagung des Gemeinderats soll über den Neubau des örtlichen Bauhofs entschieden werden, weitere Themen sind die Sanierung des Alten Rathauses, der zurzeit geschlossene Häckselplatz sowie die Sanierung des Areals Große Scheune.

Persönliche Wünsche

Nicht nur Gesundheit, Frieden, Zusammenhalt der Gesellschaft in der Gemeinde sind die Wünsche des Erligheimer Bürgermeisters für das Jahr 2021, er wünscht sich auch die Wiederaufnahme des Vereinslebens und von Veranstaltungen. Schäuffele: „Sorgen mache ich mir um die Vereine, dass die Mitglieder dabei bleiben und wieder aktiv werden können und wollen. Ein spezielles Sorgenkind sehe ich nicht, hoffe aber, dass auch unsere Senioren bald wieder Möglichkeiten haben, sich zu treffen.“

 
 
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